Wie lassen sich rätselhafte Textstellen über die Dreifaltigkeit leichter und besser verstehen?


Besteht Gott aus einer einzigen Person oder aus mehreren Personen (Vater, Sohn und Hl. Geist)?


Inhaltsübersicht:


Sind Vater und Sohn eine einzige Person aus Geist, Seele und Körper? Ist der Hl. Geist die von Geist und Seele Jesu ausgehende Kraft Gottes?


Was bedeutet: 'Nehmt hin den 'Hl. Geist'?

Auch die Schriftstelle a "Nehmet hin den 'Hl. Geist" (a Joh.20,22) wird meist als Hinweis auf eine weitere Person Gottes bezogen. Jesus übertrug dadurch aber seinen Aposteln und Jüngern die Kraft für ihre Aufgaben aus seinem eigenen göttlichen Geist. (mehr zu Vers 22 f.: jl.gso1.084,16-20; gm.pred.020)

Nach den bisherigen Ausführungen über die Entsprechungen für die Begriffe 'Vater', 'Sohn' und 'Hl. Geist' kann auch gemeint sein: "Liebt euch, wie es Jesus tat; empfangt Gottes Weisheit und werdet erleuchtet; folgt mit eurem Willen und Handeln Jesus in allem nach!" Jesus gab im Grunde in erster Linie das Gebot der Liebe. Also bietet und gibt er in erster Linie den Geist der Liebe.
Wenn daher vom 'Geist Gottes' geschrieben wird, entspricht dies oft dem Ausdruck 'Kraft' oder Liebe und Weisheit Gottes, aus der die göttl. Kraft resultiert'.


Warum 'Taufen im Namen des 'Vaters', 'Sohnes' und 'Hl. Geistes'?

Jesus trug seinen Jüngern auf, nach gründlicher Belehrung und ihrer gläubigen Annahme a im Namen des 'Vaters', 'Sohnes' und 'Hl. Geistes' zu taufen (a Mt.28,19; Apg.01,05; Apg.10,48).
Dies entspricht der Aufforderung: "Reinigt und stärkt aus meiner Vollmacht die Gläubigen nach ihrer Umkehr und Buße. Erfüllt und stärkt sie mit der Liebe, Weisheit und dem Willen und der Kraft Gottes!"

Mehr zur Auslegung von Mt.28,19 "Darum gehet hin und lehrt alle Völker a und taufet sie im Namen des Vaters und des Sohnes und des b heiligen Geistes [a Mt.24,14Mk.16,15Mk.16,162.Kor.05,20Mt.28,18-20: gm.pred.027jl.ev08.025,12-16;  jl.ev08.027,06jl.ev08.020,16jl.ev10.219,09jl.ev04.110,04-10;  jl.ev04.220,11jl.ev06.059,07jl.ev08,040,17jl.ev08.199,05jl.ev09.166,11jl.ev10.220,01 .05;  jl.nson.033,17
b jl.gso1.051,20 .23;  jl.him2.066,02jl.him2.210,16jl.hag1.002,10jl.hag1.009,26 .30}


Wann erfolgt die 'Taufe aus den Himmeln'?

a 'Taufe aus dem 'Hl. Geist' oder 'Taufe aus den Himmeln' (a Apg.01,05; Apg.11,16) entspricht dem Vorgang einer umfassenden freiwilligen Umkehr von allen Fehlern und Leidenschaften auf geistigem, seelisch-charakterlichen und körperlichen Gebiet, Entwicklung von Liebe zu Gott und zur freiwilligen Einhaltung seiner Gebote.
Die Abkehr vom Alten und die Hinwendung zum Neuen stellt geistig gesehen eine 'Neugeburt' oder 'geistige Wiedergeburt' oder 'eine neuen Menschen' dar.

Dazu gehört zunächst die Beseitigung der vorhandenen negativen und falschen 'Altlasten' im Denken, Fühlen, Wollen und Tun. Dazu müssen zuerst die eigenen Fehler erkannt werden und die Bereitschaft vorhanden sein, die bisherigen Sünden zu bereuen, sie möglichst wieder gut zu machen, Gott um Verzeihung der Schulden und Wegnahme der Sündenlasten zu bitten.
Der alte, sündige Mensch wird dadurch symbolisch gesprochen a 'begraben'. (a Kol.02,12)
Weiter ist es zu einer 'geistigen Neugeburt' nötig, den wahren, ewigen und einzigen Gott = Jesus zu erkennen, an Ihn lebendig zu glauben, Ihn dann auch über alles und den Nebenmenschen wie sich selbst zu lieben und so zu handeln, wie das Wort Gottes es geoffenbart hat. Wer diese Schritte ernsthaft gehen will, erhält dazu die a Kraft zum Glauben und die Hilfe Jesu, ihn zu lieben, vor allem, wenn er bewusst darum bittet. Dadurch fällt dem Gläubigen der weitere Weg leichter. (a Kol.02,12)

Wer also Jesu Lehre gläubig annimmt und an der Wahrheit Freude hat und tatkräftig danach lebt, erhält von Jesus selbst die 'Taufe des Geistes', d.h. die Reinigung, Kraft und Stärkung für seine Umkehr zu Gott und zu seiner geoffenbarten Ordnung.

Dabei ist die Hilfe Jesu wichtig, weil es natürlich für Menschen, die Jesus nicht selbst hören und sehen können, schwerer ist, an seine Lehre zu glauben, als dies für die Zeit- und Augenzeugen Jesu der Fall war. Der Geist Gottes (= Jesus) zieht aus Gnade dabei den Geist des Menschen zu sich, er hilft ihm, Jesus in seiner vollen Bedeutung als Gott zu erkennen und führt ihn dadurch zum göttlichen 'Wort' und zum 'Licht', d.h. zu den Geboten und zur Erkenntnis und Weisheit Jesu.
Den Geist Gottes auf diese Weise zu empfangen, bedeutet, geistig als Mensch neu bzw. wiedergeboren zu werden.

Eine solche geistige Neugeburt ist kein kurzer Augenblicksvorgang wie die physische Geburt. Wohl kann man evtl. feststellen, dass die Umkehrbereitschaft evtl. in einem bestimmten Moment erfolgt, aber der eigentliche Vorgang der gründlichen Umkehr und Neuorientierung ist natürlich ein recht langer und intensiver Prozess vieler Erkenntnisse, Buße, Wiedergutmachung, Selbstverzeihen, Vorsätze, Bewährungen - aber sehr wohl auch mancher Rückschläge.
Dieser Umkehrweg führt aber letztlich dazu, dass man zu 'Gottes Kind', bzw. zu einem Erben göttlicher, geistiger Gaben wird. Wer mit dem Geist Gottes = Jesu in Berührung kommt, wird von ihm immer tiefer in die Weisheiten der Himmel geleitet und begreift, was ihm vorher unverständlich war.

Da es sich beim Geist Jesu um Gottes ureigensten Geist handelt, kann die Taufe mit dem 'Hl. Geist' auch nur durch Jesus erfolgen - nicht durch eine nicht existierende andere, dritte Gottheit namens Hl. Geist. Jesus als sichtbarer Teil der Gottheit a kann allein schauen und vernehmen, was aus seinem Geiste stammt und es auch weitervermitteln, wenn er es will. (a Joh.03,32)

Was der materielle Mensch vom Geist Gottes erfährt, soll er a vor der Welt gut schützen und bewahren (‚versiegeln') und konsequent nach den Erkenntnissen leben, wenn er den göttlichen Geist in sich behalten will. (a Joh.03,03)

Die Liebe zu Gott und zum Nächsten, Gottes Weisheit und ein lebendiger Wille zur tätigen Anwendung der Wahrheit sind daher die wichtigsten Voraussetzungen, um die gültige 'Taufe durch den Hl. Geist' zu erlangen.
Wer sich mit seinem Willen den göttlichen Willen zu eigen macht und mit Liebe eifrig durch gute Taten und Leben nach Jesus Geboten erfüllt, der erreicht, dass Gottes Eigenschaften in ihm lebendig werden und ihn mit denselben Eigenschaften und immer mehr göttlichen Fähigkeiten erfüllen. So wird ein solcher Mensch zum Ebenbild Gottes und immer vollkommener wie Gott im Himmel. Wenn beim Menschen das geschieht, so ist in ihm alles a geheiligt und die wahre Taufe der Wiedergeburt des Geistes erlangt. Durch solche Taufe macht sich dann der Mensch zu einem wahren Freund Gottes und wird in sich selbst immer vollkommener, um letztlich so b wie der Vater im Himmel vollkommen zu werden. (a 3.Mos.11,44; 3.Mos.19,02; Lk.06,36b ⇒ jl.ev01.039,05 .08 .10;  jl.ev01.155,15;  ⇒ jl.ev01.039,05;  ⇒ jl.ev01.039,08jl.ev01.050,13jl.ev01.071,13;  ⇒ jl.ev01.039,05-10;  jl.ev02.159,14jl.ev03.180,06jl.ev04.001,04jl.ev04.039,01jl.ev04.110,11jl.ev04.245,04jl.ev05.090,01jl.ev05.271,05-06jl.ev06.050,13-14;  jl.ev06.226,10jl.ev07.054,12-13;  jl.ev07.139,06jl.ev08.027,11jl.ev08.038,10jl.ev09.022,05*;  jl.ev09.024,05jl.ev09.102,07jl.gso1.001,20-21;  jl.gso2.018,15jl.gso2.126,24jl.hag2.080,24-25;  jl.hag2.089,16jl.hag2.151,15jl.rbl1.033,08jl.rbl2.158,10jl.bmar.041,09jl.bmar.043,11jl.him1.231,12jl.him1.327,06jl.him1.328,25jl.him1.368,12jl.him3.267,04-05;  jl.him3.278,23)

Erst nach seiner Erlösungstat am Kreuz konnte Jesus voll vereint mit seiner göttl. Seele und Geist den Jüngern seine Liebe, Weisheit und Macht in vollem Maße als Gaben seines eigenen 'Hl. Geistes' vermitteln. Hand nach rechts mehr über die geistige Wiedergeburt = Gotteskindschaft, Vervollkommnung (s. Linkliste)


Warum kommt niemand zum 'Vater' außer über Jesus?

Wenn aus der Liebe ein Gedanke entsteht und er als Wort ausgesprochen wird, herrscht derselbe Geist der Liebe im Gedanken wie im ausgesprochenen Wort. Gedanke und Wort stammen aus demselben Wesen und bilden eine Einheit.
Wenn Jesus sagt: a "Ich bin der Weg und die Wahrheit und das Leben! (a Joh.14,06; Joh.10,09; Mt.11,27; Röm.05,01-02; Hebr.10,20; jl.ev09.022,04; jl.ev03.100,06; jl.ev05.124,07; jl.ev07.053,06; jl.ev07.188,19; jl.ev07.195,16; jl.ev08.006,22; jl.ev08.095,06; jl.ev09.132,11; jl.gso2.013,14) und
b Niemand kommt zum Vater denn durch Mich!" (b jl.him3.323,03; jl.him3.089,28; jl.ev09.056,07; jl.gso2.102,10; jl.schr.004)
bedeutet das: Niemand kommt zum unsichtbaren Geist, d.h. zur Liebe Gottes außer über Jesus, der nach außen hin Liebe, Weisheit und Willen Gottes als Einheit verkörpert. Als sichtbarer Gott weist und verkörpert Jesus zugleich den Weg zu Gott, ist die Wahrheit selbst und wer nach seiner Lehre lebt, erhält ewiges Leben.

a In Jesus wohnt also der Geist Gottes und die b Gottheit in aller Fülle. ( a Joh.01,14 (mehr ⇒ jl.ev01.003,01); Joh.14,10 (mehr jl.ev08.158,16); b Kol.01,19; Kol.02,09)

Zum unsichtbaren Geist Gottes bzw. zu seiner Liebe gelangt nur jener, der sich eben von der Liebe Gottes ansprechen und a heranziehen lässt. Darüber kann und soll jeder mit dem eigenen freien Willen entscheiden. (a Joh.06,44 (mehr: ⇒ jl.ev06.044,12b; jl.ev01.149,07; jl.ev04.001,04 )
"Derselbe Geist, der da ewig war im Vater (der da ist der urewige Grundgedanke oder die ewige reinste Liebe Selbst) - ist ja doch auch sicher in des Vaters ausgesprochenem »Worte«. Wo aber ein Geist, da wird ja doch etwa wohl auch eine und dieselbe Wesenheit sein! Wenn es nicht also wäre, wie hätte da der Gottmensch Jesus von Sich aussprechen können: »Ich bin der Weg und die Wahrheit und das Leben! Niemand kommt zum Vater denn durch Mich!« [Joh.14,06; mehr: jl.him3.323,03; jl.him3.089,28; jl.ev09.056,07; jl.gso2.102,10; jl.schr.004} - was soviel heißt als: Ich bin die Liebe oder der Vater, und die ewige Weisheit oder Gott Selbst, oder der Geist und das ausgesprochene Wort, oder das ewige Leben Selbst, in welchem da wohnt alle Fülle der Gottheit leibhaftig! (jl.him2.067,12 )

Wer das von Gottes Liebe und Weisheit ausgehende weise Wort aufnimmt und im Alltag tätig anwendet, nimmt zugleich auch den Willen Gottes an. Er nimmt also Liebe, Weisheit und Willen Gottes in sich auf, damit aber auch Gott in seinen Ureigenschaften Liebe, Weisheit und Willen. Da in Gott alles ewiges Leben ist, erhält auch jener Mensch a ewiges Leben, der Gottes Liebe, Weisheit und Willen in sich aufnimmt und b Jesu Wort glaubt und c danach lebt. (a Gal.06,08; b Joh.06,40 .47; Joh.05,39; c Joh.05,24; Joh.06,54; Joh.12,50; 1.Joh.05,13)


'Der in des Vaters Schoße ist (= 'eingeborener Sohn) '

Jesus als der 'eingeborene Sohn' entspricht der aus Gottes Geist stammenden Urweisheit, wie folgende Auslegungen Jesu verschiedener Bibelverse belegen:

"So hat Gott die Welt geliebt, daß er seinen eingeborenen Sohn gab, damit alle, die an ihn glauben, nicht verloren werden, sondern das ewige Leben haben." a [a Joh.03,16 .18; Röm.08,32; 1.Joh.04,09
Die erläutert Jesus dem Nikodemus so: "Ich sage es dir: Gott ist die Liebe und der Sohn ist Dessen Weisheit. Also aber liebte Gott die Welt, daß Er Seinen eingeborenen Sohn, d.h. Seine aus Ihm Selbst von Ewigkeit hervorgehende Weisheit, in diese Welt gab, auf daß alle, die an Ihn glauben, nicht verloren werden, sondern das ewige Leben haben sollen!" ⇒ jl.ev01.021,01-03

Und an anderer Stelle: "Dies besagt soviel als: Die Urweisheit Gottes oder das eigentliche innerste Gottwesen ist in der Liebe, gleichwie das Licht in der Wärme zu Hause ist, ursprünglich aus der Liebe mächtigen Wärme entsteht und entspringt und endlich durch sein Dasein abermals Wärme erzeugt, und diese allzeit wieder Licht. Ebenalso entsteht aus der Liebe, die gleich ist dem Vater und im Grunde des Grundes der Vater Selbst, das Licht der göttlichen Weisheit, das da gleich ist dem Sohne oder der eigentliche Sohn Selbst, der aber nicht Zwei, sondern völlig Eins ist mit Dem, das da 'Vater' heißt, gleichwie da Licht und Wärme oder Wärme und Licht eines sind, indem die Wärme fortwährend das Licht und das Licht fortwährend die Wärme erzeugt." ( jl.ev01.004,13)

Eine weitere Erwähnung des 'eingeborenen Sohnes' erfolgt in Joh.01,14 heißt: a 'Der in des Vaters Schoße ist' (Luther: 'eingeborener Sohn des Vaters') (a 1 Joh.05,09)
Jesus erläuterte seinen Jüngern dieses 'eingeboren werden' folgendermaßen: "Wenn der Mensch alsogestaltig durch die Wiedergeburt zur wahren Kindschaft Gottes gelangt, in die er von Gott, dem Vater, oder von der Liebe in Gott förmlich eingeboren wird, so gelangt er zur a Herrlichkeit des Urlichtes in Gott, das da eigentlich das göttliche Urgrundsein Selbst ist; dieses Sein ist der eigentliche, eingeborene Sohn des Vaters also, wie das Licht in der Wärme der Liebe inwendig verborgen ruht, solange die Liebe es nicht erregt und aus sich hinausstrahlen läßt. Dieses heilige Licht ist sonach aber auch die eigentliche Herrlichkeit des Sohnes vom Vater, zu der jeder Wiedergeborene gelangt und allda selbst gleich wird dieser Herrlichkeit, die da ist ewig voll b Gnade (Gottes-Lichtes) und voll Wahrheit, die da ist die wahre Wirklichkeit oder das Fleisch gewordene Wort." [⇒ jl.ev01.003,01]


Warum ist 'Gott-Vater' größer als 'Gott-Sohn'?

Jene bibl. Stellen, in denen Jesus darauf hinweist, dass der a Vater größer als der Sohn sei, bzw. b der Vater über die Zukunft mehr wisse als der Sohn, mögen auf den ersten Blick dafür sprechen, daß Vater und Sohn vielleicht doch zwei verschiedene Personen seien. (a Joh.14,28; b Mk.13,32, ausführliche Erklärungen Jesu dazu {jl.ev04.252,01-04; jl.him2.066,05 ff.; jl.gso1.051,21 f. ***;  jl.ev06.144,14 jl.ev06.242,13jl.gso1.074,14-17 jl.ev06.242,13)

Wenn ein Geist sich zeitweise mit einem fleischlichen Körper umhüllt, um in der materiellen Welt seine Aufgaben zu erfüllen, dann ist der Geist ('Vater') weniger beschränkt in seinem Wissen und Wirken als seine 'Außenstation' im Körper. Ein Mensch im Körper weiß daher nicht alles und kann nicht alles machen, was er in der geistigen Welt zuvor weiß und tun kann. Nur ein Bruchteil des vorhandenen Wissens und der Fähigkeiten seines Geistes stehen ihm auf der Erde zur Verfügung. Das war wohl auch bei Jesus der Fall. Darauf weist sein Ausspruch, 'der Vater ist größer als der Sohn' hin.
Nicht nur bei Jesus, sondern auch den übrigen Menschen stehen während ihrer Erdenzeit in einem physischen Körper zunächst auch nur jene Anlagen, Wissen, Eigenschaften und Fähigkeiten zur Verfügung, die in seinem eigenen - aber von Gott geschaffenen - unsichtbaren Geist zuvor schon vorhanden sind! Freilich kommt durch Prägungen, Lernen und Erfahrungen auf der Erde da.nn Neues hinzu, das wiederum auf den Geist im Menschen modifizierend wirkt.
Jesus als Verkörperung des Gottesgeistes a wußte zu Erdenzeiten nur das, was ihm sein Gottesgeist ins Bewusstsein dringen ließ. Daher musste er seinen b eigenen Geist um die Dinge bitten, die er wissen wollte. Nach seinem Tod war diese körperliche Bewusstseinsbarriere, die den Gedanken- und Wissensaustausch zwischen Geist und Tagbewusstsein erschwert, wieder aufgehoben. Ähnlich wie es Jesus mit seinem ewigen Gottesgeist erging, erleben auch die übrigen Menschen diese Barriere zwischen ihrem Geist und dem Tagbewusstsein. Daher weiß kein Mensch im Tagbewusstsein alles, was sein eigener Geist weiß. (a Mk.13,32; b jl.ev04.252,01-04)

Jesus bezeichnet sich als a Wort, aus dem alles geschaffen wurde bzw. als das b 'fleischgewordene Wort', das aber zugleich alle göttliche Herrlichkeit, Gnade und Wahrheit enthalte. (a Joh.01,01 .03 (mehr: ⇒ jl.ev01.001,10-12; jl.ev10.010,11-12 ); 1.Mos.01,01; Joh.17,05; b Joh.01,14; 1.Joh.01,01 f.)

Bevor ein Wort ausgesprochen wird, existiert es notwendigerweise zunächst als Gedanke oder Idee. Insofern ist der Gedanke als 'Vater' früher bzw. bedeutender als das ausgesprochene Wort, der 'Sohn'. Nur was der Geist = 'Vater' als geistiger Erzeuger des Gedankens weiterleitet und als Wort auch ausspricht, wird nach außen erkennbar. Der Mund ist daher auf den Impuls aus den Gedanken angewiesen, muss darauf warten. Wenn nun Jesus sich als das 'Wort' bezeichnet, ist natürlich der 'Gedanke im Geist' als 'Vater' früher und wichtiger. Sobald aber ein Wort ausgesprochen wird, ist es aber völlig identisch mit dem Gedanken, 'Vater' = Gedanke und 'Sohn' = hörbares Wort sind also wieder eine Einheit.
Wer o.a. biblische Aussagen in ihren Entsprechungen versteht, leitet daraus nicht mehrere göttliche Personen ab. Diese Aussagen bestätigen die Aussage Jesu, a er und sein göttlicher Geist seien eine Einheit bzw. b wer ihn sehe, sehe Gott in seiner menschlichen Form. (a Joh.10,30 (mehr dazu: jl.ev02.032,04-07; jl.ev06.230,02-06; jl.ev04.110,11-13; jl.gso1.051,14-24; jl.gso1.074,14-17; jl.ev08.026,04-16 jl.ev08.200,12 f.; jl.kjug.089,14-17; jl.rbl2.254,12; jl.ev01.084,03; jl.ev04.110,16; jl.ev04.163,06; jl.ev01.210,16; jl.kjug.091,12; jl.hag2.251,20; b Joh.14,09 Joh.12,45; Hebr.01,03jl.ev08.158,16-17jl.ev06.229,01 ff.;  jl.ev06.231,12-14jl.ev01.149,07jl.ev08.219,22jl.ev06.230,02-06;  jl.him2.065,00)


Was bedeutet 'Der Sohn sitzt zur Rechten des Vaters?'

Es ist ein Zeichen der Ehre, Wertschätzung oder Vollmacht, wenn jemand zur rechten Seite gesetzt wird. Wenn die Hl. Schrift nun im Zusammenhang mit Jesus erwähnt:

"Von nun an werdet ihr sehen den Menschensohn a sitzen zur Rechten der Kraft" [a Mt.26,64; Mk.16,19; Mk.14,62; Lk.22,69; Ps.110,01;  Apg.07,55}

Einerseits heißt es in der Bibel, Jesus sitze auf dem himmlischen 'Thron', der ein Symbol für Macht und Weisheit darstellt:

Jesus stehe oder sitze zur a Rechten auf dem Stuhl (Thron) Gottes bzw. ist zur rechten Hand Gottes im Himmel: a Mt.22,44Apg.02,34-35Hebr.01,13]
Mk.16,19; Ps.110,01; Kol.03,01; Hebr.10,12; Apg.07,55; Röm.08,34; Eph.01,20; 1.Petr.03,22; Hebr.01,03; Hebr.08,01; Hebr.12,02)

Daraus kann man ableiten, Jesus nimmt an der Macht, Kraft, Weisheit, Ehre, Ruhm und Anbetung des Geistes Gottes teil. Es besteht dann wohl ein vergleichbares Verhältnis wie zwischen der Liebe, Weisheit und Kraft Gottes, wo aus der Liebe die Weisheit und Kraft als auseinander hervorgehend dennoch eine Einheit bilden)

An anderer Stelle steht, Jesus sitze in der Thronmitte: "Das Lamm mitten auf dem Thron wird sie weiden und leiten zu den Quellen des lebendigen Wassers, und Gott wird abwischen alle Tränen von ihren Augen. " (offb.07,17)
Demnach ist Jesus der Inhaber Macht, Kraft, Ehre, Ruhm und Anbetung.

Folgende Erklärung Jesu durch Gottfried Mayerhofer weist darauf hin, dass Jesus auf dem Thron sitzt, und dass mit seinem Vater sein Geist gemeint ist:

{gm.widk.104,19} Das weitere (vierte) Kapitel bespricht ein Gesicht Johannis, welches ihm den Herrn und Schöpfer zeigt als Höchsten der Himmel. Eben in dem Bilde, wie es die dort Lebenden gewohnt waren zu sehen: auf einem Throne sitzend, von den Ältesten und Höchsten umgeben, welche mit goldenen Kronen {offb.04,04} geziert waren. Hier sehet ihr wieder, daß Ich, um verständlich zu sein, Mich des Johannes Intelligenz bedienen mußte. So ist auch die Zahl der Ältesten 24 {offb.04,04} jene Zahl, welche in Jerusalem die obersten Priester hatten, wo 25 mit dem Hohenpriester den ganzen Rat repräsentierten.« Im alten Testamten wird von Prophet Sacharia auf Gottes Thron hingewiesen: Sach.06,13;

Nach allen bisherigen Ausführungen sind aber 'Vater' und 'Sohn' die Einheit zwischen dem unsichtbaren Geist und der sichtbaren Außenform Gottes in der Person Jesu Christi. Wenn nun Christus zur Rechten und vor dem Thron des Vaters sitzt, bezeichnet dies folglich, dass Jesus nach außen hin sichtbar alles repräsentiert, was dem unsichtbaren Geiste Gottes entspricht. Er repräsentiert also die sichtbare Liebe, Weisheit und volle Macht Gottes.
Wer die hl. Schrift wörtlich und materiell statt in ihrer Symbolik auslegt, verfällt hier verständlicherweise leicht dem Irrtum, es handle sich um zwei göttliche Personen!


Was besagt: 'Maria wurde schwanger vom Hl. Geist'?

Die biblische Formulierung: a 'Maria war schwanger vom Hl.Geist' (a Mt.01,18 bzw. Lk.01,35; jl.kjug.003,10 ) weist darauf hin, dass die vom Willen des Schöpfers ausgehende Kraft Gottes durch einen in der geistigen Welt gebildeten und dann in Marias Schoß materialisierten männlichen Samen Maria befruchtete.
Die Schaffung einer körperlichen Hülle auf dem Weg der Zeugung aus dem Jenseits dürfte für den Geist Gottes, der alles aus sich schuf, nicht die geringste Schwierigkeit gewesen sein.
'Hl. Geist' weist hier also auf eine Schöpferkraftwirkung Gottes hin.


Wen oder was sandte Jesus als 'Hl. Geist' nach seinem Tod?

Die volle göttliche Macht und Kraft konnte vor Jesu Tod noch nicht zu jenen gelangen, die an Jesus glaubten. Dazu musste Jesus erst seine Erlösungsaufgabe erfüllt und sich von seinem materiellen Körper am Kreuz getrennt haben. Danach erst konnte er mit seinem göttlichen Geist wieder unbehindert vom materiellen Körper in die volle Herrlichkeit Gottes eingehen und aus ihr heraus wirken. Daher sollten die Jünger solange warten, bis Jesus wieder in der geistigen Welt zurück war. (mehr dazu: gm.pred.025)
Ab diesem Zeitpunkt wirkte der Geist Gottes durch Jesus im vollen Ausmaß in verschiedensten Bereichen und Belangen.
Allerdings darf man wohl davon ausgehen, dass diese Wirkungen nicht unbedingt alle ausschließlich von Jesu Geist ausgeführt werden, obwohl dies zweifellos für seinen allmächtigen, allweisen und allgegenwärtigen Geist möglich ist.


Wirkt Gottes Geist immer direkt oder auch durch Engel?

Hand nach rechts In Jesu Auftrag übernehmen Engel mit bestimmten speziellen Fähigkeiten und Eigenschaften viele Aufgaben. Sie dienen nicht nur als Boten, Beschützer, Gerichtsvollstrecker oder Befreier, sondern können überall dort eingesetzt werden, wo es ihren Eigenschaften, Fähigkeiten und Aufgaben entspricht, z.B. auch beim Heilen in Jesu Namen. (mehr überEngel)

Wo in der Bibel Eigenschaften in Zusammenhang mit einem himmlischen Geist erwähnt werden, kann es sich dabei z.B. statt um a 'den Tröster, den heiligen Geist' durchaus um 'einen Engel des Trostes' handeln, der dank seiner speziellen Kenntnisse auf eine Bitte hin Menschen tröstet. (a Joh.14,26, vgl. Apg.02,17-18;  Apg.03,21Joel.03,01-02)

Die Verheißung des a 'Geistes der Wahrheit, der vom Vater ausgeht' kann entweder durch den göttlichen Geistfunken von Jesus ausgehende direkt in Geist und Seele des Menschen erfolgen oder auch durch einen 'Engel der Wahrheit, der vom 'Vater' (= Geist Gottes = Jesus) ausgesandt wird', erfolgen. (a Joh.15,26; vgl. Lk.24,49; jl.ev05.236,09-11; gm.pred.025)

Mehr dazu:

Hand nach rechts Die meisten Bibelstellen, in denen der Begriff 'der Geist' mit einer Eigenschaft gekoppelt ist, ergeben einen Sinn, wenn man dann einsetzt 'ein Engel mit der betreffenden Eigenschaft (Rat, Wahrheit, Kraft, Weisheit, Geduld etc.)...'
Das ist auch deshalb plausibel, weil bei der Erwähnung negativer Eigenschaften offensichtlich auch von einzelnen gefallenen Engeln oder a 'unsauberen Geistern' die Rede ist. (s.o.) (a Mt.10,01; Mk.06,07; Mt.12,43; Lk.04,33; Lk.06,18; Apg.05,16; Apg.08,07 etc.)
Erfahrungsgemäß scheint jedem Engel ein gefallener Engel als Gegenspieler mit vergleichbaren Eigenschaften und Fähigkeiten gegenüber zustehen.

Mehr dazu s.


Was sind die 'unvergebbaren Sünden' gegen den Hl. Geist?

a »Alle Sünde und Lästerung wird den Menschen vergeben; aber die Lästerung wider den Geist wird den Menschen nicht vergeben. Und b wer etwas redet wider den Menschensohn, dem wird es vergeben; aber wer etwas redet wider den heiligen Geist, dem wird es nicht vergeben, weder in dieser noch in jener Welt.«  (a Mt.12,31 = Mk.03,28-29; = Lk.12,101.Joh.05,16Hebr.10,261.Tim.01,13;  ⇒ jl.ev01.185,15 .17 .18*;  jl.ev01.186,05-15;  jl.ev01.150,06jl.ev11.291jl.rbl1.029,07jl.gso1.051,24jl.gso1.084,21;  V. Mt.12,31-32: ⇒ Mt.12,32 = jl.ev01.185,15 .17 .18;  jl.ev06.229,06jl.gso1.051,24jl.rbl1.029,07jl.him2.335,09jl.him3.267,04-07;  jl.him3.498,11)

Auch diese Verse scheinen auf den ersten Blick für die Existenz einer weiteren göttlichen Person namens 'Hl. Geist' zu sprechen.

Wer gegen den 'Hl. Geist' sündigt, vergeht sich gegen die Liebe als Urgrundeigenschaft Gottes (jl.ev01.150,06), oder gegen die aus ihr hervorgehende Weisheit oder auch gegen die aus Liebe, Weisheit und Willen resultierende Kraft und Macht Gottes oder gegen Offenbarungen Gottes.

Gegen Gottes Kraft und Macht anzukämpfen ist aussichtslos (jl.gso1.051,14 f.)

Wenn Jesus einst als Mensch - nicht als Gott! - angegriffen oder geschmäht wurde, ist dies natürlich weniger schwerwiegend, als wenn jemand bewusst sich gegen die göttliche Liebe, Weisheit oder Macht versündigt. Wer meint, sich gegen die göttliche Liebe, Weisheit oder Macht auflehnen zu können, hat als schwacher, unwissender und von Gottes Kraft abhängiger Mensch logischerweise keine Chancen. (jl.gso1.051,24) Daher wies Jesus darauf hin, dass eine Auflehnung gegen ihn als Mensch verzeihlich war, nicht jedoch eine Auflehnung gegen ihn als Gott.
Wer z.B. göttliche Offenbarungen als Machwerke von Dämonen abqualifiziert und diskriminiert, der versündigt sich z.B. gegen den 'Hl. Geist' und wird daran schwer zu tragen bekommen!
Auch aus o.a. Bibelstellen kann also keinesfalls geschlossen werden, dass der Hl. Geist eine andere oder gar höherwertige Person als Jesus sei.


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