Jakob Lorber: 'Das große Evangelium Johannes', Band 5, Kapitel 90

Die Hauptaufgabe des Menschen: ein vollkommenes Ebenbild Gottes zu werden.

01] (Der Herr:) »Lasset darum diese Dinge in ihren für die Erde nützenden Bezirken unangefochten; trachtet vor allem, vollkommene Menschen zu werden, - ja, werdet so vollkommen, wie da euer Vater vollkommen ist, so wird euch alles Gift der Pflanzen und der Tiere nichts anhaben können!
02] Werdet, wozu ihr berufen seid, doch einmal wieder das, was die Erzväter waren, denen alle Kreatur gehorchte; werdet durch die Beachtung Meiner Lehre Herren der Schöpfungen eures Vaters in Seiner Ordnung, in welcher Hinsicht euch die Neger einen kleinen Beweis lieferten, und es wird bei so bewandten Umständen keine Feindschaft mehr bestehen, weder unter euch noch zwischen euch und den euch untergeordneten Kreaturen! Aber so ihr aus solcher Ordnung tretet, so werdet ihr euch den alten Fluch und Unfrieden wieder müssen gefallen lassen.
03] In dieser Zeit wird zwar Mein Reich auf dieser Erde viel Gewalt bedürfen, und die es sich nicht mit Gewalt aneignen, werden es nicht in ihren Besitz bekommen. Später wird es jedoch leichter gehen; aber ohne einen gewissen Kampf, wenigstens mit sich selbst, wird sich Mein Reich schon auf dieser Erde nicht gewinnen lassen. Denn so schon das diesirdische Leben nur ein Kampf ist, um wieviel mehr das wahre, geistige Leben aus dem Jenseits, besonders wenn es als ein erwünschter Bürger schon in dieser Welt sich äußern soll. Aber der Kampf wird dennoch für jeden, der Gott wahrhaft liebt, durchwegs ein leichter sein! Denn dies sei einem jeden Meiner wahren Freunde gesagt, daß Mein Joch sanft und Meine Bürde leicht ist!
04] Daß du und ihr alle das alles ganz wohl werdet verstanden haben, das sehe Ich und sage zu euch darum denn nun auch, daß ihr bereits mit allem wohl versehen seid, was ihr zur Weiterverbreitung Meines Wortes und Meines Willens benötiget. Nach der Weissagung des Propheten Jesajas ist hier nun alles erfüllet worden in den etlichen Tagen, und so wäre nun hier ein Tagewerk vollendet.
05] Wer dies alles (Gottes Gebote) erkennt und es treu beachtet, der wird unfehlbar des Lebens Vollendung erreichen und wird den Tod nimmer fühlen, noch irgend auf was immer für eine Art wahrnehmen; denn wer schon im Leibe sich das ewige Leben des Geistes erweckt hat, der wird im Abfalle des Fleisches nichts als eine ihn über alles beseligende Befreiung im höchst klaren Bewußtsein seines vollkommensten Seins vollwahr und allerrichtigst wahrnehmen, und sein Sehkreis wird erweitert werden ins Unendliche hin.
06] Aber den Unvollendeten wird es im Scheidungsmomente wohl etwas anders ergehen! Sie werden fürs erste in ihrem Fleische große Schmerzen zu ertragen bekommen, die sich natürlich zumeist bis zu jenem Momente steigern, den man den Trennungsmoment nennt. Nebst diesen unvermeidlichen Schmerzen des Fleisches aber werden auch in der Seele Furcht, Angst und am Ende sogar eine Art Verzweiflung sich kundgeben und die Seele noch mehr peinigen denn die noch so brennenden Schmerzen des Fleisches. Und wird die Seele frei von ihrem Fleische, so wird sie jenseits nicht selten viele Jahre nach der Zeitrechnung dieser Welt zu tun haben, um nur zu einem einigermaßen menschlichen Bewußtsein zu gelangen; von einer völligen Vergeistigung aber wird vielleicht in Äonen von dieser Erde Jahren keine Rede sein.
07] Daher werdet ihr an euren Brüdern Groß-Gutes tun, so ihr euch mit ihnen auch dieselbe Mühe und Geduld nehmet, die Ich Mir Selbst nun mit euch genommen habe.
08] Wohl euch und euren Brüdern, so auch ihr am Ende der Mühe werdet zum Bruder sagen können: "Bruder, ich habe an dir mein Tagewerk vollendet, handle nun danach, und vollende dich selbst nach der dir gezeigten Ordnung Gottes, des Herrn alles Lebens und Seins von Ewigkeit!"«


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