Zunehmende Krankheiten als Folge der Umweltgifte und anderer Einwirkungen


Die Folgen der Umweltschäden sind heute schon bedenklicher, als allgemein angenommen wird. Die vollen Auswirkungen werden sich erst im Laufe der Jahre zeigen. Viele Krankheiten sind bereits latent verbreitet und werden erst später bei auftretenden Beschwerden erkennbar werden. Die jetzigen Verhältnisse sind aber bereits alarmierend. "Die Statistik sagt uns, daß jeder vierte Einwohner Deutschlands an Krebs sterben wird."84 Nach Angaben von Professor Grundmann, München, gibt es 700 Kanzerogene (krebsmachende Stoffe) in unserer Umwelt. Auf dem internationalen Symposium der Krebsforscher wurde eine noch höhere Zahl angegeben.85 In zahlreichen Fällen mehren sich bei Kindem Krankheiten (u. a. Krebs), die früher nur bei Erwachsenen auftraten. Vor fünfzig Jahren hielt man Kinderkrebs für eine medizinische Seltenheit. Heute ist bei Kindem der Krebs nach den Verkehrsunfällen die häufigste Todesursache.86
Nach den neuesten Forschungsergebnissen werden die Nitrosamine als die gefährlichsten unter den Krebsgiften angesehen. Sie sind überall in der Umwelt anzutreffen, wo Nitrosäuren mit Aminen eine chemische Verbindung eingehen. Nitrosäuren bilden sich aus Nitraten (u. a. aus künstlichen Düngemitteln) und aus Stickstoffoxyd und Stickstoffdioxyd (z. B. Abgase der Autos und Kraftwerke). Nitrosamine sind feststellbar in Grundstoffen der Industriebetriebe, in Pflanzenschutzmitteln, in Arzneien, in Lebensmitteln usw. Bei allen Tierversuchen riefen die Nitrosamine Krebs hervor, "und das so heftig, wie kein anderer Stoff". Die Konzentrationen sind nach Angaben von D. Shapley in der Zeitschrift Science vom 23. Januar 1976 besonders in den Städten zum Teil gefährlich hoch.87
Die chilenischen Wissenschaftler R. Armijo und A. H. Coulson verweisen in ihrem Buch 'Epidemiology of stomac cancer in Chile. The role of nitrogenfertilizerz' auf statistisch gesicherte Zusammenhänge von Nitratdünger-Anwendung und Magenkrebs.88
Auf dem Deutschen Krebskongreß im Februar 1976 in Hamburg erklärte Prof. Carl Gottfried Schmidt, daß 80 Prozent aller Krebskrankheiten, an denen Menschen in der Bundesrepublik Deutschland leiden, durch Umwelteinflüsse verursacht worden sind. Zum gleichen Ergebnis kamen amerikanische Wissenschaftler in ihrem Land. Professor Schmidt sagt voraus, daß in zwei bis drei Jahrzehnten jeder dritte ein Opfer der "Geißel der Menschheit" sein werde.89 Rund 430 Substanzen mit krebserzeugender Wirkung kommen nach Angaben von Prof. D. J. Tilgner in Konzentrationen von 0,0002 bis 0,05 ppm ständig in unserer Nahrung vor, wo sie..."ihre allmählich summierende Wirkung entfalten".90
Am meisten sind die Kinder und die Ungeborenen im Mutterleib bedroht. Sie sind enorm anfällig für die Schädigungen sowohl chemischer Giftstoffe als auch radioaktiver Strahlung. Die Nitrosamine dringen im Mutterleib durch die Placenta zum Embryo vor.91 Heute leben in der Bundesrepublik bereits 360000 körperlich oder seelisch behinderte Kinder, und ihre Zahl erhöht sich Jahr für Jahr um 40000.92 Es ist kaum zu ermessen, was hieraus in Zukunft an menschlichen Problemen, Kosten und Leid auf die Menschen zukommen wird. Der Humangenetiker Prof. Gerhard Wendt, Marburg, rechnet für die Lebensdauer der zur Zeit vorhandenen erbkranken Kinder mit Kosten in Höhe von 38 Milliarden DM.93 Hier muß die kaum bekannte Tatsache angemerkt werden, daß die Grenzwerte der von den Kernkraftwerken ausgehenden radioaktiven Strahlen durch die Strahlenschutzverordnung auf "Einzelpersonen über 18 Jahre" bezogen werden. Kleinkinder und Embryonen sind aber nach einhelliger Meinung von Befürwortern und Gegnem von Atomkraftwerken 100- bis 600 mal empfindlicher als Erwachsene. Auf diese Tatsache weist die erste Strahlenschutzverordnung zwar hin, nimmt aber dessenungeachtet auf die Risiken für die Embryonen und Säuglinge keine Rücksicht! Damit erscheinen die ständigen Behauptungen von der außerordentlich geringen Strahlenbelastung durch Kernkraftwerke in einem völlig anderen Licht.
In der Bundesrepublik Deutschland ist nach dem im Oktober 1972 veröffentlichten Bericht des Statistischen Bundesamtes in Wiesbaden heute schon etwa jeder siebente Einwohner chronisch krank.94
Die Belastung durch umweltgeschädigte Lebensmittel, zuviel Kalorien, davon zuviel Fleisch, Fett, Weißmehl und Zucker, und zuwenig Vitamine und Mineralstoffe fördern bei gleichzeitigem Streß, Lärm und Mangel an Bewegung die Krankheitsanfälligkeit stetig. Wie das Max-Planck-Institut für Ernährungsphysiologie in Dortmund festgestellt hat, leiden 50 bis 60 Prozent der bundesdeutschen Bevölkerung an einem verborgenen Vitaminmangel. Als eine Folge dieses Mangels wird Verringerung der körperlichen Abwehrkräfte angegeben. Dasselbe gilt für den Mangel an Mineralstoffen. Professor Schlierf vom Klinischen Institut für Herzinfarktforschung (Universität Heidelberg) berichtet, daß heute bereits zehn bis 20 Prozent der Bevölkerung von Ernährungskrankheiten erfaßt sind, was jährlich der Bundesrepublik etwa 17 Milliarden DM Kosten verursacht!95 Schädlich sind vor allem - und zwar in verschiedener Hinsicht - die vielen aus Weißmehl, Zucker und Schokolade hergestellten Süßigkeiten. Jährlich geben die Bundesbürger allein für zahnzerstörende zuckerhaltige Genußmittel 15 Milliarden DM aus96 , was maßgeblichen Einfluß auf die Kosten für Zahnbehandlung und Zahnersatz in Höhe von acht Milliarden DM hat.97 . Im Hinblick auf die lawinenartig anwachsende Kostenentwicklung forderte im Juli 1976 der Freie Verband deutscher Zahnärzte die Belegung der Süßigkeiten aller Art mit einer Sondersteuer.98
Die ständige Zunahme der Zivilisationskrankheiten kann nach Auffassung medizinischer Autoritäten nur durch eine Änderung in der Ernährungsweise und durch Konsumverzicht aufgehalten werden.99 Das entspricht ganz dem, was der Herr den heutigen Menschen der Industrienationen in der Neuoffenbarung anrät: "Ihr sollt im Essen und Trinken mäßig sein und nach keinen verkünstelten Leckerbissen gieren, so werdet ihr des Leibes Gesundheit lange erhalten." (jl.ev08.082,11)"Es ist allerdings für den, dessen Herz voll von allerlei weltlichen Dingen ist, schwer, sich von ihnen zu reinigen." (jl.ev10.098,09)
Weil dem so ist, ist die Fettsucht infolge Überernährung neben Krebs und hochgradigen Infektionen ein beängstigendes Gesundheitsproblem geworden. Der dritte Ernährungsbericht der Bundesregierung (1976) stellt fest, daß 56 Prozent der Bundesbürger Übergewicht haben. Im ersten Ernährungsbericht (1969) wurde der hohe Zuckerverbrauch von 90 g pro Kopf und Tag gerügt und eine Beschränkung auf 60 g am Tag gefordert. Im Jahr 1975 ist der Verbrauch laut Ernährungsbericht auf 100 g angestiegen! Wörtlich heißt es dort weiter:
"Allein bei den rund fünf Millionen Schulkindern entstehen infolge des steigenden Zuckermißbrauchs im Jahr rund 15 Millionen Kavitäten in den Zähnen."
Nach Angaben, die Professor Reifferscheid im Juni 1975 auf dem Fachkongreß der Chirurgen in Aachen machte, wird in Westeuropa jeder vierte an den Folgen der Fettsucht wie Herz-Kreislauf-Krankheiten oder Diabetes frühzeitig sterben.100
Eine weitere bedenkliche Belastung der Gesundheit stellen heute die im Fleisch, in der Wurst und in der Milch enthaltenen Antibiotika, Hormone und dergleichen dar. Die Verhältnisse sind in dieser Hinsicht so untragbar geworden, daß die Tierärzte im Hinblick auf die Zunahme der geschädigten Lebensmittel im Juni 1975 auf dem Badisch-Württembergischen Landestierärztetag in Konstanz vom Gesetzgeber endlich energische Schritte zur Unterbindung des "grauen Arzneimittelmarktes" forderten. Die Tierärzte - so wurde ausgeführt - könnten nicht mehr länger zusehen, "wie große Mengen verschreibungspflichtiger Arzneimittel unkontrolliert den landwirtschaftlichen Nutztieren verabreicht würden und über den Rückstand in Fleisch und Milch die menschliche Gesundheit gefährden."101
Mit einer Eindämmung der illegalen Anwendung von Hormonen, Antibiotika usw. war bis in die siebziger Jahre nicht zu rechnen, weil durch die Verordnung vom Juli 1975 nach Aussagen von Sachverständigen gesetzwidrige Handlungen künftig noch weniger verfolgt und belangt werden konnten als früher. "Die Tierärzte werden durch diese Verordnung zum schrankenlosen Arzneimittelhandel geradezu stimuliert."102 Im Ernährungsbericht der Bundesregierung 1976 flüchten sich die Autoren, wie es in einem Kommentar dazu heißt, in diesem Fall "in Andeutungen und Abschwächungen"103 .
Selbst als im Jahr 1979 das Bundeskriminalamt in Ansehung der für die Volksgesundheit bestehenden Gefahren strengere Kontrollen forderte, wurden immer noch keine Maßnahmen ergriffen. Im Oktober 1980 wurde dann von einigen Kontrolleuren das rücksichtslose Verhalten der am illegalen Tierarzneimarkt Beteiligten aufgedeckt. Die festgestellten Vorfälle stellten aber nur die Spitze eines Eisberges dar. Der Fahndungsdienst war sowohl personell als auch ausstattungsmäßig ungenügend ausgerüstet. Zudem waren die von den Gerichten verhängten Geldstrafen, gemessen an den erzielten Gewinnen lächerlich gering gewesen. Zu gleicher Zeit wurden auch in Italien und Frankreich ähnliche Verhältnisse nachgewiesen.104 Nach Angaben der bayerischen Tierärztekammer wurden auch im Jahr 1983 nach wie vor in der Bundesrepublik Deutschland ca. 70 Prozent der Tierarzneimittel illegal oder über den grauen Markt an den Mann gebracht!104
Zu den angeführten Belastungen der Volksgesundheit, die der einzelne nicht abzuwehren vermag, kommen die Folgen der Schäden durch Alkohol, Rauchen und Drogen. Jährlich gibt es ca. 100000 Frührentner, was auf Nikotinmißbrauch zurückzufahren ist.105 Hinzu kommen jedes Jahr 20000 Raucherbeinamputierte und 25000 Lungenkrebskranke.106
Mit der Drucksache 7/2070 gab die Bundesregierung bekannt, daß jährlich 140000 Raucher vorzeitig sterben. Das Bundesgesundheitsministerium ergänzte diese Angabe dahingehend, daß 40 Prozent aller Krebserkrankungen bei Männern durch Nichtrauchen vermeidbar wären.
Alkoholmißbrauch und Drogensucht sind mit sehr hohen Hundertsätzen bei Trunkenheit am Steuer, Arbeitsunfällen, Gewalttaten und Einlieferung in Gefängnisse und Heilanstalten ursächlich. Die vom Bundesgesundheitsministerium berechneten Folgekosten durch übermäßigen Genuß von Alkohol und Nikotin sowie durch Überernährung belaufen sich jährlich auf die ungeheuere Summe von 54 Milliarden DM.107
Auch andere Volkskrankheiten steigen rapid an. So beträgt die Zahl der Rheumakranken in der Bundesrepublik 25 Millionen, wovon die Hälfte auf Personen unter 25 Jahren entfällt.108 Die Rheuma-Frühinvaliden sind auf 200000 angewachsen und jährlich kommen 20000 arbeitsunfähige Rheumakranke hinzu.109 Rheumatologen schätzen den volkswirtschaftlichen Verlust allein durch Arbeitsausfälle in der Bundesrepublik Deutschland pro Jahr auf 14 Milliarden DM.110

Die Zuckerkrankheit entwickelt sich in den Industrieländern ebenfalls immer mehr zu einer Volkskrankheit. Seit Ende des letzten Weltkrieges ist sie um das Zehnfache auf 2,3 Millionen angestiegen. Ebenso ist die Stoffwechselkrankheit Gicht zu einer Volkskrankheit geworden.111
Diese Krankheiten sind eine Folge der Ernährungsgewohnheiten der Industrievölker. Dasselbe gilt für die sich stark veränderten Trinkgewohnheiten. Im April 1976 legte das Gesundheitsministerium Nordrhein-Westfalen eine diesbezügliche Bilanz vor. Danach gibt es in der Bundesrepublik zur Zeit über zwei Millionen Alkoholkranke. Die Zahl der durch Alkoholismus Gefährdeten wird, wie das Ärzte-Magazin 'Selecta' berichtet, auf drei bis vier Millionen geschätzt. Der Anstieg wird von ministerieller Seite als "bedrohlich" bezeichnet.112 Nach Ansicht von Prof. Volker Faust, Freiburg i. B., ist künftig fast jeder zweite Jugendliche in Gefahr, durch übermäßiges Alkoholtrinken einen Leberschaden zu erleiden.113 Schon heute entfallen 37 Prozent aller Frühinvalidität auf Leberschäden. 114
Zwanzig Prozent der Bevölkerung sind von Mykosen (Pilzerkrankungen) befallen, so daß man bereits von einer "seuchenhaften" Ausbreitung sprechen kann.115 Dasselbe kann bezüglich der weltweit zunehmenden Allergieerkrankungen gesagt werden, die eine Folgeerscheinung der "Chemisierung" unserer Welt sind. Die Möglichkeiten, an Allergie zu erkranken, sind unbegrenzt, weil die Zahl der allergieerregenden Stoffe in der Luft in den Nahrungsmitteln, den Waschmitteln, den Medikamenten, den Kunststoffen usw. unübersehbar ist. Auf dem Kongreß der Deutschen Dermatologischen Gesellschaft erklärte der Vorsitzende, Prof. G. Stuttgen, daß unsere Industriegesellschaft mit ihren Umweltveränderungen häufig bis an die Grenze der Toleranz gehe und daß ein Einschreiten erforderlich werden würde, wenn die Aggressivität ein "Ausmaß annimmt, das mit der Erhaltung des Lebens nicht mehr vereinbar" sei. 116
Nicht weniger bedenklich sind die Arzneinebenwirkungen. Wie Prof. Klaus Dietrich Bock in der Fachzeitschrift 'Diagnostik' berichtet, hat das Problem der Arzneimittelnebenwirkungen inzwischen die Größenordnung der Infektionskrankheiten angenommen. Nur die Spitze eines Eisberges sei hier sichtbar. 117 In besorgniserregender Weise nimmt auch die Zahl der Lebensmittelinfektionen zu. Das gilt vor allem für die in die Tausende gehenden Fälle von Salmonelleninfektionen. Eine wirksame Kontrolle der Einfuhrflut - so stellt das Institut für Hygiene und Mikrobiologie der Universität Würzburg fest -lasse sich gar nicht mehr ermöglichen.118
Außer den eben genannten Krankheiten nehmen die Herz- und Gefäßkrankheiten, Bluthochdruck, Arteriosklerose, Neuralgien, Stoffwechselstörungen, Bandscheibenschäden lawinenartig zu. Sie runden das Bild des Elends der Industriegesellschaft ab. Nahezu 80 Prozent aller Erkrankungen müssen als Zivilisationskrankheiten bezeichnet werden.119 Sie haben einen noch nie gekannten Umfang angenommen und steuern weiter einem Höhepunkt zu. Die sich daraus ergebenden Degenerationserscheinungen werden erst in der nächsten Generation voll sichtbar werden.
Die Wohlstandsbürger sind in zunehmendem Maße der Gefahr ausgesetzt, in verschiedener Hinsicht süchtig zu werden und als Folge der enthemmten zivilisatorischen Lebensforin dem Siechtum zu verfallen. Zu den Süchtigen sind nicht nur die von Drogen Abhängigen zu zahlen, auch der Alkoholismus, zu hoher Verbrauch an Zigaretten, Medikamentenmißbrauch und schließlich die Überernahrung zählen zu den Suchtproblemen. Der enorme Kostenanstieg bei den gesetzlichen Krankenkassen von 23,8 Milliarden DM im Jahr 1970 auf 85,7 Milliarden DM im Jahre 1980, also um 260 Prozent innerhalb eines Jahrzehnts, muß im Zusammenhang mit den obengetroffenen Feststellungen gesehen werden.120
Das ist die Kehrseite des vielgepriesenen Fortschritts und des von allen politischen Parteien versprochenen endlos steigenden Wohlstandes. Zur Zeit sind aber erst die Anfänge der unabsehbaren Folgen der bestürzenden Entwicklung und des Beschreitens eines schillernden Irrweges sichtbar.
In der Neuoffenbarung ist aber nicht nur die Rede von "vielen bösen Krankheiten", sondern auch von "Seuchen und Pestilenz". Unüberhörbar wird hinzugefügt, daß "Naturereignisse und Epidemien die Menschen in Massen hinwegraffen werden" (gm.pred.319). Auch diese Risiken zeichnen sich bereits u. a. durch die zunehmende Gefahr der resistent gewordenen Bakterien und Viren ab.121
Die Malaria tropica, die gefährlichste Form des heimtückischen Wechselfiebers, ist wieder weltweit aufgeflammt, weil sowohl die Überträger-Mücken, als auch die Malariaerreger gegen die klassischen Malariamittel resistent geworden sind. In Sri Lanka (Ceylon), wo vor zehn Jahren nur noch 25 Malariafalle registriert worden waren, sind zur Zeit wieder zwei Millionen Menschen erkrankt. Insgesamt gibt es heute wieder 200 Millionen Malariakranke.122 A]Iein in Afrika sterben heute wieder jährlich eine Million Kinder an Malaria.123
In neuester Zeit sind zudem die resistent gewordenen Bakterien und Viren der Schrecken jeder Klinik. Heute erkranken rund sechs Prozent aller deutschen Krankenhauspatienten an diesen Hospitalkeimen. Acht Prozent der Krankenhaustodesfälle sollen auf sie zurückzuführen sein. Ebenso alarmierend ist die gleichzeitig feststellbare Abnahme der natürlichen Abwehrkräfte der Menschen.124 Die ständige Zunahme der resistenten Bakterien und Viren in den Krankenhäusern hat das Bundesgesundheitsamt veranlaßt, Maßnahmen für die Kontrolle vorzubereiten.125
Die derzeitige Lage des Gesundheitszustandes der Bevölkerung in der Bundesrepublik wird deutlich aus der Aussage des damaligen Präsidenten des Bundesgesundheitsamtes Berlin, Prof. Georg Folgraff, daß die Krankheitshäufigkeit steige, statt abzunehmen. Falgraff ließ keinen Zweifel offen, daß "der Aufwand der hochtechnisierten Medizin in einem krassen Mißverhältnis zu den damit erzielten Erfolgen steht"126 .
Heute besteht bei den Experten die herrschende Meinung, daß wir einer gesundheitlichen und damit auch einer volkswirtschaftlichen Katastrophe entgegengehen. Es werden eines Tages nicht nur die Krankheitskosten eine nicht mehr aufzubringende Höhe erreichen, sondern auch die Arbeitsausfälle eine ungeahnte Minderung der volkswirtschaftlichen Leistung und damit einen entsprechenden Rückgang des Sozialproduktes und des Wohlstandes zur Folge haben. Die Folgen der enthemmten zivilisatorischen Lebensform der Industrievölker werden vielleicht in absehbarer Zeit zu einem existentiellen Problem werden, an dem Staaten zerbrechen können.
Parallel zu den körperlichen Krankheiten steigt die Kurve der psychischen Erkrankungen in allen Industrieländern der Erde ebenfalls in bedenklicher Weise an. Dreißig Millionen US-Amerikaner suchen wegen seelischer Störungen den Arzt auf. Drei Millionen leiden an Neurosen.127 Der Chefpsychiater am Tokioter Aisei-Hospital, Dr. Masakatsu Shiozaki, erklärt: "Ich kann definitiv sagen, daß sich ein Drittel aller im Angestelltenverhältnis arbeitenden Japaner im Vorstadium aktiver Neurosen befindet."128
Die diesbezüglichen Verhältnisse in der Bundesrepublik Deutschland enthüllt in authentischer Weise der von der Bundesregierung im Jahr 1975 vorgelegte Bericht über die Lage der Psychiatrie. Sachverständige bezeichnen die Lage als katastrophal. 600000 Bundesbürger werden jährlich wegen psychischer Krisen von einem Nervenarzt behandelt. Dringend psychiatrisch oder psychotherapeutisch behandlungsbedürftig sind aber rund eine Million. Elf Millionen Menschen in der Bundesrepublik sind bereits mit einer seelischen Krankheit konfrontiert worden .129
Erschreckend hoch ist der Hundertsatz der kranken und verhaltensgestörten Kinder. Zwanzig Prozent der Kinder sind hyperaktiv, das heißt zappelig, ohne Konzentrationsvermögen und demzufolge lernunwillig.130 Für diese Hyperkinese werden mehrere Ursachen angenommen: Synthetische Zusätze in Nahrungsmitteln, Blei, Neonlicht in Schulräumen (was sich auf Grund von Versuchen als schädlich für Kinder erwiesen hat131 ) und oft auch die fehlende Mutter-Kind-Beziehung gerade in den ersten Lebensjahren.132 Zudem sind die Kinder übersättigt von der Reizflut in den Großstädten, und sie werden außerdem zuviel vom Fernsehen berieselt.
Die stark angestiegene Zahl der Selbstmorde von Kindern im Alter von 6 bis 15 Jahren beweist, daß die Kinder in unserer Zeit im Elternhaus und in der Schule immer mehr untragbaren Belastungen ausgesetzt werden. In den fünfziger Jahren kamen bei Kindern im Jahr 45 Selbstmorde vor, in den siebziger Jahren, einschließlich der Jahre 1980 und 1981 stieg diese Zahl auf 92 Falle an, und im Jahr 1981 wurde erstmals die Zahl hundert überschritten. Hinzu kommt die Dunkelziffer von Tausenden Selbstmordversuchen.133 Die Zunahme der Selbstmorde bei Kindern seit den fünfziger Jahren um hundert Prozent ist nach Aussagen von Experten als alarmierend anzusehen. Bei allen übrigen Altersgruppen der Selbstmörder liegt die Vergleichszahl bei 41 Prozent.
Die zunehmenden seelischen Erkrankungen der Jugend werden offenbar zu einer kollektiven Seuche, die die Existenz der Menschheit bedroht.134 Nach Untersuchungen der Deutschen Angestellten-Krankenkasse haben heute bereits 25 Prozent aller Jugendlichen Kreislaufstörungen.135 Die verhaltensgestörten Kinder neigen später zu Aggressionen, unsozialem Verhalten und teils zu Zerstörungswut.136 Bei dieser Entwicklung handelt es sich um ein weltweites bedrohliches Problem. Die Weltgesundheitsorganisation (HNO) zeigt in ihrer Zeitschrift 'Weltgesundheit' erschreckende Perspektiven für die Zukunft auf 137
Immer mehr werden in allen Ländern fehlgeleitete Energien von solcher Intensität freigesetzt, daß sich die Gesellschaft langsam als Ganzes bedroht fühlt. Nach Ansicht der Wissenschaftler kann eine zu große Zahl von Neurotikern eines Tages den Zustand einer anarchischen Gesellschaft herbeiführen.138 Das mag manchem als eine übertriebene Horrorvision erscheinen. Allein der folgende Bericht in der 'Deutschen Zeitung' über die Verhaltensweisen der Schuljugend in den USA belehrt eines anderen und läßt bange Fragen auch für die Völker in Europa aufwerfen.
Von den Grund- und Mittelschalem in den USA wurden im Jahr 1974 "12000 bewaffnete Raubüberfälle, 204000 bewaffnete tätliche Angriffe, 9000 Vergewaltigungen und 270000 Einbrüche innerhalb amerikanischer Schulen gemeldet. Diese Zahlen stehen aber nur für einen Bruchteil der tatsächlich begangenen Verbrechen". "Jahrlich werden etwa hundert Morde in amerikanischen Grund- und Mittelschulen verübt und mindestens 70000 tätliche Angriffe auf Lehrer vorgenommen."139 Die Aggressionen der Schüler haben solch untragbare Formen angenommen, daß die Lehrer und Lehrerinnen in Los Angeles mit Sprechfunkgeräten ausgestattet werden mußten, damit sie auf schnellstem Weg Polizeischutz anfordern können.
Die zerstörungswütigen Schüler haben in einem Jahr an Schulgebäuden Schäden in Höhe von mehr als einer Milliarde DM angerichtet. "Der Revolver, der für zehn Dollar im Umkreis des Schulhofes leicht erworben werden kann, ist zur Lieblingswaffe der Schulkinder avanciert."140
Die Verhältnisse in der Grundschule in der Bundesrepublik Deutschland werden in der Zeitschrift 'Die Zeit' vom 20. Mai 1983 wie folgt beleuchtet: "Nicht nur in den USA und in Großbritannien, auch hierzulande greifen die Aggressionen an den Schulen um sich; mehr und mehr sind auch die Lehrer betroffen. Werden deutsche Lehrer wie ihre englischen Kollegen auch bald besondere Risikoversicherungen abschließen müssen?" "Verhaltensstörungen und Aggressionen machen den Lehrern und Lehrerinnen immer mehr zu schaffen." Diese Darstellung wird in der Zeitschrift durch Vorkommnisse belegt, die in früherer Zeit nicht vorstellbar gewesen wären.
Mit der Saat des Hasses gegen das 'Establishment' und der Propagierung der antiautoritären Erziehung zur "Schaffung eines freien Volkes" 141 wurde Wind gesät und Sturm geerntet. Die Jugend, die in den letzten Jahrzehnten in einer über ihre Verhältnisse lebenden Überflußgesellschaft aufgewachsen ist und in ihrer Umwelt nur Wohlstandsanbeter sah, hat die Maßstäbe verloren, den Sinn des Lebens nicht erkannt und sich deshalb in nihilistisches Gebaren verloren.

Was sind die wesentlichen Ursachen der Verhaltensstörungen?

In der Neuoffenbarung hat der Herr es vorausgesagt, daß es so kommen wird, wenn die Jugend falsch erzogen wird und keine Leitbilder mehr hat. Es heißt dort: "Der Hauptgrund der Verderbnis der Menschenseelen liegt hauptsächlich in der anfänglichen, gewöhnlich affenliebigen Erziehung. Man laßt das Bäumchen wachsen, wie es wächst und trägt durch die unzeitigen Verzärtelungen alles mögliche dazu bei, um den Stamm ja recht krumm wachsen zu lassen." (Antiautoritäre Erziehung, d. Vf.) "Ist aber der Stamm einmal erhärtet, so nutzen dann gewöhnlich alle Geradebeugungsversuche wenig oder nichts mehr. Eine einmal krumm gewachsene Seele wird wohl selten mehr zu einem völlig geraden Stamm. Darum beuget eure Kinder in ihrer leicht lenksamen Jugend gerade." "Gebt ihr aber den Begierden eurer Kinder zu sehr nach, so werdet ihr mit ihnen auch allen Lastern ein neues und weites Tor öffnen, durch das sie heerscharenweise in diese Welt verderbensvoll eindringen werden. Und werden sie einmal da sein, werdet ihr vergeblich gegen sie mit allerlei Waffen zu Felde ziehen und nichts ausrichten gegen ihre Macht und Gewalt." (jl.ev04.124,02, 03 u. 08)


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