Jakob Lorber: 'Das große Evangelium Johannes', Band 4, Kapitel 250

Schwierigkeiten bei der Verbreitung der reinen Lehre.

01] (Der Herr:) »Du wirst aber besonders in den nördlichsten Teilen deines Reiches, daß dereinst wohl der Erde größtes werden wird, gar überaus finstere Heiden antreffen, bei denen es sehr schwer sein wird, das Licht der Wahrheit unter sie zu bringen; tue ihnen aber von deiner verliehenen Macht keine irgend zu harte Gewalt an! Du kannst sie schon, wo es nötig ist, irgend mit einem rechten Ernste angehen, aber ja nicht mit dem Schwerte oder mit zu auffallenden Zeichen; denn das Schwert würde ihnen nur äußerlich den alten, tief eingewurzelten Aberglauben nehmen, ihn innerlich aber noch um so bitterer befestigen. Mit gar zu grellen Zeichen aber würdest du bloß einen Umtausch eines Fanatismus für den andern bewirken! Denn jene Völker, die deine Zeichen sähen, würden bald die größten Feinde ihrer noch ungläubigen Nachbarn verbleiben und sie verfolgen mit Feuer und Schwert, und die Altgläuber würden den Neugläubern dasselbe tun. Was wäre dann damit gewonnen?
02] Da aber Meine Lehre eine wahre Friedensbotschaft aus den Himmeln ist, so soll sie nicht Zwietracht, Unfrieden und Krieg stiften unter den Menschen und Völkern der Erde! Das soll soviel als nur immer möglich vermieden werden. Um von Mir aus das zu vermeiden, brauchte Ich euch bloß fest unter die Macht Meines allmächtigen Willens zu nehmen, wonach ihr freilich unfähig würdet, anders zu denken und zu handeln, als es gerade Mein gemessener Wille wäre; aber wie sähe es da mit eurer eigenen Willensfreiheit aus?! Und hätte Ich das gewollt, so hätte Ich Selbst nie notwendig gehabt, ins Fleisch dieser Welt zu treten; denn Meine ewige Allmacht hätte euch auch ohne dies Fleisch ergreifen können und nötigen, dies und jenes zu reden und zu handeln, gleichwie sie dereinst die Propheten dazu anzutreiben verstand. Wäre das aber für euch ein Nutzen? Ihr würdet dadurch wohl gleich diesen Schwarzen zu vollkommenen Naturseelenmenschen geworden sein, aber schwerlich je vollkommene Kinder Gottes.
03] Darum aber, daß ihr selbst vollkommen freie Verkünder Meines Wortes würdet für alle Zeiten der Zeiten, kam Ich ja ins Fleisch zu euch auf diese Erde, allwo Ich die Pflanzschule Meiner Kinder für die ganze Unendlichkeit aufgerichtet habe, auf daß ihr als Meine freien Kinder auch frei aus Meinem Munde die Lehre vernehmet, sie beurteilen und dann auch weiter ausbreiten könnet unter den Völkern der Erde; und wer sie in ihrer Reinheit auch frei annehmen wird, der wird damit auch frei überkommen die Anwartschaft auf die allerbeseligendste Kindschaft Gottes.
04] Wer aber diese Meine nun an euch ergangene Lehre nicht frei, sondern mit was immer für Gewalt aufgedrungen überkommt, wird so lange keinen Anteil an der Anwaltschaft zur wahren Kindschaft Gottes haben können, bis er sich frei aus höchst eigenem Antriebe entweder hier oder auch jenseits um Mich und Mein reines Wort allerlebendigst zu bekümmern anfangen und es freiwillig zu seiner Lebensrichtschnur machen wird.
05] Ich sehe es leider, wie es auch mit dieser Meiner Lehre in wenigen Jahren, nachdem Ich wieder heimgegangen sein werde, gar recht sehr traurig im allgemeinen aussehen wird. Aber Ich sehe auch, wie sie sich in kleinen Gemeinden sonnenrein bis ans Ende der Zeiten dieser Erde erhalten wird! Und das ist eine große Erquickung Meinem wahrhaftigsten Vaterherzen. Aber das Allgemeine kümmere euch Reine wenig oder auch gar nicht; denn aus den vielen Schweinen werdet ihr nie Philosophen bilden. Für diese Geschöpfe ist dann auch bald ein Futter gut genug. Wohl rufe Ich: a "Kommet alle zu Mir, die ihr mühselig und beladen seid, denn Ich will euch alle erquicken!"; aber dieser Mein Lebensruf wird von gar vielen unerhört und unbefolgt bleiben!« (a Matthäus.11,28Matthäus.12,20Matthäus.23,04Jeremia.31,25;  ⇒ jl.ev01.149,09*;  jl.ev04.250,05jl.ev05.169,04jl.ev06.161,04-05;  jl.ev06.202,09jl.ev09.057,08jl.ev09.087,03jl.ev10.088,06jl.gso1.091,06jl.him1.300,07jl.him1.385,46jl.him2.159jl.him3.016,23 .26;  jl.him3.311,03jl.him3.335,11jl.him3.368,05gm.lgeh.083gm.pred.002; LebW.089; Vaterbriefe.496) )


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