Jakob Lorber: 'Das große Evangelium Johannes', Band 4, Kapitel 251

Das Schwert als Züchtigungsmittel bei ungläubigen Völkern.

01] (Der Herr:) »Es werden Zeiten kommen, wo die Weisen aus Meinem Worte rufen werden: "Herr, nun ist es wahrhaftig schwer, Mensch zu sein; die Wahrheit darf man bei angedrohter Strafe nicht reden, sondern höchstens ganz geheim! Das aber, was die falschen Propheten wollen, ist offenbare Lüge und somit Gotteslästerung! Herr, so rüste Dich doch einmal und ziehe aus gegen Deine Feinde, bevor sie ganz verderben Deinen Lebensacker!"
02] Ich aber werde noch und noch verziehen und sagen zu jedermann, der Mich also fragend anrufen wird: "Geduldet euch noch eine kurze Weile, bis voll wird das gegebene Maß! Verharret bis ans Ende, und ihr werdet selig sein; denn der Zwang der Welt wird euch Reinen von keinem Schaden sein an euren Seelen, und ihr als Meine jüngsten Kinder, die ihr a in allerlei Drangsal, Not und Elend den Weg des Fleisches durchgemacht habt, werdet desto näher ruhen an Meinem Herzen in Meinem Reiche, und euch werde Ich zu Richtern machen der Welt und derer, die euch mit Not und Drangsalen aller Art gepeinigt haben ohne Grund und Recht von Mir aus!" (Matthäus.10,22; Matthäus.24,13)
03] Kurz, daran werden allzeit Meine wahren Jünger zu erkennen sein, daß sie sich untereinander lieben werden also, wie Ich euch alle liebe, und daß sie Meinen Namen und Mein Wort niemals mit dem Schwerte verkünden!
04] Ja, wenn einmal ein Volk ganz in Meinem Lichte stünde, und es wäre bedroht durch hartnäckige, blinde, äußere heidnische Völker, die den Glauben an Mich durchaus nicht annehmen wollten, wohl aber verfolgen mit aller Hast und Wut Meine Lämmer, dann ist es Zeit, das Schwert zu ergreifen und die Wölfe von den frommen Herden für immer zu verscheuchen. Wird aber einmal gegen die Wölfe in Meinem Namen das Schwert ergriffen, dann soll es aber auch mit allem Ernste ergriffen sein, auf daß die Wölfe des Schwertes gedenken, das sie in Meinem Namen ergriffen hat. Denn wo einmal ein Gericht in Meinem Namen auftritt, soll es nicht das Aussehen eines nur kaum halben Ernstes haben!
05] Gegen blinde Heiden, deren Seelen zu weit noch von Meiner Ordnung entfernt sind und Mein Wort unmöglich verstehen können, aber ihrem Glauben sonst mit einem besonderen Eifer obliegen, soll das Schwert bloß als ein Hüter der Grenzen auf so lange aufgestellt sein, bis die nachbarlichen Heiden sich nach und nach in Meine Ordnung zu fügen angefangen haben; ist dieses erfolgt, dann vertrete des Schwertes Stelle das Zeichen der brüderlichen Eintracht und Liebe.
06] Aber ganz was anderes ist es, wenn fürder Menschen, die vom Anbeginne das 'Volk Gottes' genannt und belehrt und beschützt wurden, - ah, wenn die anhaltend sich dieser Meiner Lehre widersetzen werden und werden sie verfolgen mit ihrem allerbösesten und selbstsüchtigsten Eifer, ja, gegen die wird es wohl kein anderes Mittel mehr geben denn das allerschärfste und unnachsichtigste Schwert! Wehe ihnen, wenn es losgelassen wird; dann wird es keinen Stein auf dem andern lassen, und die Kinder im Mutterleibe werden nicht verschont werden! Und wer da fliehen wird wollen, den werden die Pfeile des Bogens ereilen und ihn töten, darum er aus Selbstsucht wider seine innere Überzeugung ein Mörder Meines Wortes und Meiner hatte werden wollen; denn gegen die Ich mit den Meinen ins Feld ziehen werde, die werden einen schweren Kampf zu bestehen haben, aus dem sie ewig nimmer als Sieger hervorgehen werden!
07] Nun habt ihr auch die Regel, wie und wann ihr in Meinem Namen das Schwert zu gebrauchen habt! Habt ihr das alles ganz wohl und richtig aufgefaßt?«
08] Sagt Mathael: »Herr, Du meine einzige Liebe, nach allem dem, was bisher von Dir allergnädigst gesagt und erklärt ward, finde ich nichts Dunkles mehr in mir, und ich sage Dir nun aus dem tiefsten Grunde meines Herzens den allerlebenswärmsten Dank dafür und auch schon zum voraus den Dank aller jener Menschen und Völker, die ich durch meinen Eifer für Dein Wort und für Dein Reich gewinnen werde!«
09] Sagt Cyrenius: »Herr, den ganz gleichen Dank bringe auch ich Dir dar und wage vor Dir, o Herr, nun einen schwachen Propheten zu machen aus dem, was Du eben der Erklärung des Schwertgebrauches beigefügt hast, über das bekannte Volk Gottes: dieses dürfte sehr in Jerusalem vertreten sein! Über dieses Volk möchte ich schon jetzt mit dem allerschärfsten Schwerte ein unmenschlich großes Kreuz schlagen; denn das scheint mir fürs Schwert schon überreif zu sein!«
10] Sage Ich: »Noch nicht ganz; es fehlen ihm noch drei Meisterstücke der allerunmenschlichsten Bosheit! Wenn es auch diese trotz aller Lehren und Warnungen verübt hat, dann erst, Freund, soll über diese Stadt und alle ihre Bewohner dein unmenschlich großes Kreuz mit dem schärfsten Schwerte geschlagen werden! Wir wollen aber mit dem Volke noch eine Geduld von vierundvierzig Jahren und noch etwas darüber haben und wollen es vor dem Untergange noch sieben Jahre lang durch allerlei Boten, durch Erscheinung der Toten und durch viele und große Zeichen am Firmamente warnen lassen! Und, Freund, sollte auch das alles vergebens sein, dann erst wird dein unmenschliches Zeichen im größten Maße und mit dem schärfsten Schwerte über sie geschlagen werden! Ich wollte, daß es zu verhindern wäre!
11] Aber was da noch geschehen wird, das weiß der Vater allein und sonst kein Wesen in der ganzen Unendlichkeit! Wem es aber Der noch zur rechten Zeit offenbaren wird, der wird es auch wissen!«
12] Da sagt Cyrenius: »Aber Du, o Herr, wirst wohl ganz genau darum wissen; denn in Deinem Geiste bist Du ja der Vater Selbst!«


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