Jakob Lorber: 'Das große Evangelium Johannes', Band 2, Kapitel 123

Wahre statt zermemonielle Reinigung, wirkliche Elternehrung statt Freikauf durch Opfer aufgrund von Priestersatzungen.

  • Matthäus.15,01] a Da kamen zu Jesus Pharisäer und Schriftgelehrte aus Jerusalem und sprachen: (a = Markus.07,01; jl.ev02.123,01*)
    01] a Darauf erst tritt der Oberste vor Mich hin und fragt Mich: »Meister, wer sind die, so mit dir zu Tische sind?« (a  Matthäus.15,01*; Markus.07,01)
    02] Sage Ich: »Es sind Meine Jünger!«

  • Matthäus.15,02] »Warum übertreten deine Jünger der Ältesten Aufsätze? a Sie waschen ihre Hände nicht, wenn sie Brot essen.« (a = Markus.07,05; Lukas.11,38; jl.ev02.123,03*)
    03] Sagt weiter der Oberste: a »Warum übertreten diese deine Jünger der Ältesten Aufsätze? Sie waschen ihre Hände nicht, wenn sie Brot essen!« (a  Matthäus.15,02*; =Markus.07,05; Lukas.11,38)

  • Matthäus.15,03] a Er antwortete und sprach zu ihnen: »Warum übertretet denn ihr Gottes Gebot um eurer Aufsätze willen? (a = Markus.07,08; jl.ev02.123,04a*)
    04a] Hier erst stand Ich auf, stellte Mich dem Obersten schroff gegenüber a und fragte ihn mit einer ernsten Stimme: »Warum übertretet denn ihr Gottes Gebote eurer Aufsätze willen? (a Matthäus.15,03* = Markus.07,08)

  • Matthäus.15,04] Gott hat geboten: a 'Du sollst Vater und Mutter ehren; wer aber Vater und Mutter flucht, der soll des Todes sterben.' (a = Markus.07,102. Mose.20,122. Mose.21,175. Mose.05,16jl.ev01.015,14;  ⇒ jl.ev02.123,04b* V. 04-06: jl.ev03.086,03jl.ev09.067,29)

    04b] a Gott hat geboten: b 'Du sollst Vater und Mutter ehren! Wer aber Vater und Mutter flucht, der soll des Todes sterben!' (a  Matthäus.15,04 = Markus.07,102. Mose.20,122. Mose.21,175. Mose.05,16jl.ev01.015,14jl.ev01.015,14)

  • Matthäus.15,05] a Aber ihr lehrt: "Wer zu Vater oder Mutter sagt: 'Wenn ich dafür opfere, so ist es dir viel nützlicher', der tut wohl" (a = Markus.07,11Matthäus.15,05-06: Sprüche.28,241. Timotheus.05,08;  ⇒ jl.ev02.123,04c*)
    04c] a Ihr aber lehret den Sohn und die Tochter, daß sie zu ihren Alten sagen sollen: 'So ich für dich, du Vater oder du Mutter, im Tempel opfere, so ist es dir nützlicher, als so ich dich ehre in einem fort nach altem Gebrauche.' Und ihr saget zu solch einem Sohne und zu solch einer Tochter: 'Also hast du wohlgetan!' - (a = Matthäus.15,05-06*; Markus.07,11; Sprüche.28,241. Timotheus.05,08)

  • Matthäus.15,06] a damit geschieht es, daß niemand hinfort seinen Vater oder seine Mutter ehrt; und b habt also Gottes Gebot aufgehoben um eurer Aufsätze willen. (a = Markus.07,12; b = Markus.07,13; jl.ev02.123,04d*)
    04d] Was aber ist die Folge davon? Sehet! a Dadurch geschieht es, daß nun fast niemand mehr seinen Vater und seine Mutter ehrt! b Ihr habt also Gottes Gebot aufgehoben um eurer Aufsätze willen! Wer gab euch dazu das Recht? Weil ihr an Gott noch nie geglaubt habt, so möget ihr solches wohl tun; denn der geistig tot ist, hat kein Gewissen mehr!« (a Matthäus.15,06*; =Markus.07,12; b = Markus.07,13)
    05] Hier tritt wieder der Hauptmann auf und sagt: »Ah, um die Zeit also ist es? Oh, das muß ich mir ganz besonders notieren! Solche Gottesdiener seid ihr? Darum also könnet ihr das sicher rein Göttliche unseres Meisters und Heilandes nicht anerkennen?! Euer Gott ist also bloß zuerst euer Bauch, und dessentwegen eure Gold- und Silbersäcke! Nun, nun, ich kenne euch nun ganz genau. Verhandelt nun nur weiter miteinander!«
    06] Sagt der Oberste: »Wir sind Gottes Diener nach der Ordnung Aarons!«

  • Matthäus.15,07] a Ihr Heuchler, wie richtig hat Jesajas von euch geweissagt und gesprochen: (a = Markus.07,06Jesaja.29,13;  ⇒ jl.ev02.123,07*)
  • Matthäus.15,08] a 'Dies Volk naht sich zu mir mit seinem Munde, ehrt mich mit seinen Lippen, aber ihr Herz ist fern von mir; (a = Markus.07,06Jesaja.29,13;  ⇒ jl.ev02.123,07*;  jl.ev02.018,08-10;  jl.ev03.209,03jl.ev04.001,14jl.ev06.180,05jl.ev06.206,14jl.ev06.223,03jl.ev09.086,11jl.ev09.209,04jl.ev10.063,08jl.ev10.120,10jl.ev10.197,01)
  • Matthäus.15,09] a aber vergeblich dienen sie mir, weil sie lehren solche Lehren, die nichts als Menschengebote sind.' (a = Markus.07,07Jesaja.29,13;  ⇒ jl.ev02.123,07*)

    07] a Sage Ich: »Oh, ihr elenden Heuchler! Es hat wohl Jesajas von euch geschrieben und geweissagt: b 'Dies Volk naht sich zu Mir mit seinem Munde und ehrt Mich mit seinen Lippen, aber sein Herz ist ferne von Mir! c Aber vergeblich dienen sie Mir, dieweil sie dem Volke geben solche Lehren, die nichts denn Menschengebote sind!'« (a Matthäus.15,07; Markus.07,06Jesaja.29,13; b Matthäus.15,08*; = Markus.07,06Jesaja.29,13jl.ev02.018,08-10;  jl.ev03.209,03jl.ev04.001,14jl.ev06.180,05jl.ev06.206,14jl.ev06.223,03jl.ev09.086,11jl.ev09.209,04jl.ev10.063,08jl.ev10.120,10jl.ev10.197,01) c Matthäus.15,09*; = Markus.07,07
    08] Sagt der Oberste: »Wegen unserer Satzungen, die den Menschen auch heilsam sind, heben wir die Gebote Gottes nicht auf!«
    09] Sage Ich: »Ich habe es euch schon gezeigt bei dem einen Gebote Gottes; wollt ihr auch hören, wie ihr all die andern Gebote Gottes in den Staub tretet und über sie eure Satzungen bis in den Himmel hineinragend stellet?«
    1O] Sagt der Oberste: »Solches laß des Volkes wegen; denn es ist viel Volk hier!«
    11] Sagt der Hauptmann: »So gebet ihr dem Meister vor dem Volke das Zeugnis, daß Er als vollkommen recht nach dem Gesetze Gottes lebt und handelt!«
    12] Sagt der Oberste: »Das können wir nun nicht tun; das kann erst vom Tempel aus geschehen durch den gesalbten Hohenpriester!«
    13] Sagt darauf der Hauptmann: »Das heißt bei uns Römern: Ars longa, vita brevis! (Die Kunst ist lang, das Leben kurz!), oder man will die Sache aus gewissen Gründen auf die sogenannte lange Bank hinausschieben, um ja nichts zu tun; aber ich sage es euch vor dem Volke ganz geradeheraus, denn als Zeugnis für einen Meister, wie Jesus von Nazareth einer ist, wäre auch euer bestes Zeugnis noch viel zu elend und schlecht! So ihr es daheim im Tempel wagen solltet, nur irgendeinen schiefen Bericht über Jesus abzustatten euren heuchlerischen Kollegen, so werde ich im selben Augenblick einen Bericht an den Kaiser nach Rom abgehen lassen und ihm haarklein und mit hundert Zeugen versehen dartun, wie ihr und eure Kollegen auf euer Geheiß den berühmten Steuerraub verübt habt! Darauf rechnet denn ja auch kein Jahr, und euer Höllennest wird zerstört sein also, daß man es darauf schwer finden wird, wo es dereinst gestanden hat! Merket euch dieses wohl! Denn was ein Römer gesprochen, das hält er, und wenn darob auch Himmel und Erde zugrunde gingen 'Pereat mundus, fiat jus!' (Mag die Welt auch zugrunde gehen, das Recht soll vollzogen werden). - Habt ihr mich verstanden?«


    Home  |    Inhaltsverzeichnis Band 2   |   Werke Lorbers