Krankheitsursachen aus geistiger Sicht

Offenbarungen Jesu durch Jakob Lorber (1800-64) und Gottfried Mayerhofer


Inhaltsübersicht:


Haben organische Erkrankungen ihre Ursache im Seelischen?

Jakob Lorber wies in seiner durchs 'innere Wort' erhaltenen Schrift 'Die Heilkraft des Sonnenlichtes' schon 1851 auf psychosomatische Zusammenhänge hin. Nach seinen Angaben kann die menschl. Seele nur kräftig und gesund sein, wenn sich die Gefühle, Einstellungen, Haltungen, Eigenschaften und Verhaltensweisen eines Menschen in der natürlichen Ordnung = Gottes Ordnung befinden. Übertritt ein Mensch diese Ordnung (= Sünde) - mag sie ihm bekannt sein oder nicht, mag er sie akzeptieren oder nicht -, dann wird die Seele in jenem Bereich geschwächt, der mit einer Eigenschaft, einem Charakterzug oder eine Emotion zusammenhängt. Jene körperlichen Bereiche, die damit in entsprechender Verbindung zusammenhängen, werden ebenfalls geschwächt, in ihrer Funktion gestört und können dann auch organisch erkranken.

Lt. Bibel und Neuoffenbarungen Jesu durch Lorber stellen Übertretungen der göttl. Ordnung die Hauptursachen von Krankheiten dar.

(s. Krankheitsursachen)

Worin bestehen die eigentlichen Verursacher von Krankheiten?

Nach Jesu Offenbarungen durch Jakob Lorber oder Gottfried Mayerhofer sind Sünden gegen Gottes Ordnung und die Naturgesetze die zentralen und wichtigsten Hauptursachen von Krankheit u. frühem Tod. (jl.ev06.055; jl.ev06.056; jl.ev08.181,13; jl.ev09.035,06-07; jl.ev04.080 jl.ev04.080,18 f; jl.ev03.010; jl.Erde.059)

s. spez. Linksammlung über seel. u. geistige Ursachen von Krankheiten

Da Krankheiten immer eine Störung der Ordnung im materiellen oder feinstofflich-seelischen Körper bzw. des Geistes darstellen, muß vor allem erforscht und erkannt werden, was die Unordnung bzw. Schwäche in der Seele oder im Geist herbeigeführt hat. Durch G. Mayerhofer wird als hauptsächliche Ursache genannt:
"Alles Sündigen gegen Meine (göttl.) Urgesetze ist eben auch nichts anderes als ein Krankwerden, d.h. ein Stören der gerechten Ordnung. Dieses Stören kann herbeigeführt werden durch eigenes oder fremdes Verschulden, durch notwendig bedingte oder auch freiwillige Veränderungen des organischen Baues eines jeden Dinges; - denn 'krank' heißt in diesem Sinne beim Steine ebenfalls, wenn er seiner primitiven Unordnung entgegen andere Verhältnisse eingehen muß, die zwar seine Veränderungen anbahnen, aber durch die inneren geistigen und äußeren materiellen Einflüsse bedingt, seine Auflösung, seine andere Bestimmung, seine Verwandlungen bestimmen und bezwecken müssen; denn so wie er geschaffen, konnte er nicht bleiben, da wie in jeder Kreatur beim ersten Atemzuge Tod und Leben miteinander kämpft, auch in ihm bei der ersten Minute seines Bestehens schon die Veränderungsgesetze auf ihn einwirken. gm.NT48.014,03)
Deswegen könnte man die Krankheiten oder Störungen des natürlichen Prozesses bei allem Geschaffenen in nötige, bedingte oder freie und unfreiwillige einteilen; wie ja auch beim Menschen und bei jeder lebenden Kreatur der Tod oder Übergang von einen Stadium ins andere der Abschluß ist des seit der Geburt angebahnten Störungs-Prozesses des Bestehenden, welcher ebenfalls im Anblick des Bestehens oder der Gesundheit, das ewige Verändern oder Krankheit bis zur Auflösung genannt werden kann." (gm.NT48.014,04)

Welche Folgen hat die Beachtung der allg. Naturgesetze, welche Folgen haben Fehler dagegen?

"Das Beschleunigen dieses Prozesses durch künstliche Fehler gegen das angestammte Naturgesetz bedingt daher die uns sichtbare, näher tretende eigentliche Kranheit, oder die sichtbare Strafe gegen das Mißachten allgemeiner Naturgesetze." (gm.NT48.015,02)
"Je mehr Menschen in den ältesten Zeiten dem großen Schöpfungsplane gemäß lebten, desto weniger wurden sie krank, desto weniger störten sie den von der Natur angewiesenen Verlauf, der ihnen angewiesen war, um ihre Mission als irdische Menschen zu vollführen und die geistige leichter antreten zu können. Sie lebten im Einverständnisse mit der Natur, und ihr eigener Organismus unterlag keiner anderen Störung, als der gesetzmäßigen, welche durch Unbrauchbarkeit der Organe endlich den Tod herbeiführen mußte, da alle anderen Einflüsse durch tägliche Ersetzung von Lebenskraft wieder ausgeglichen wurden. (gm.NT48.015,05)

Was sind die hauptsächlichen Ursachen von Krankheiten?

Seelisch-charakterliche Fehlentwicklungen als Abweichungen von der göttlichen Ordnung sind die häufigsten Ursachen für viele Krankheiten.
Eine knappe Aufzählung von seelischen (Verfehlungen, Fehlentwicklungen (Sünden) zeigt dies unschwer.
Neg. Eigenschaften und Emotionen haben nicht nur energetische und physische Auswirkungen auf den Körper, sondern auch noch viel schwerwiegenderen Wirkungen auf geistiger Ebene durch sie ausgelöst werden. Weil neg. Denken, Reden und Handeln immer auch eine Übertretung der göttl. Ordnung (= Sünde) darstellen, öffnen sie nämlich widergöttlichen Geistwesen (niedere Geister bzw. Dämonen unter Satans Führung) den Zugang zum Denken, Fühlen und Wollen des Menschen. Sie erzeugen vielfach Umsessenheit und Besessenheit.

Spirituell-geistige Ursachen für Störungen und Krankheiten

Daß Verfehlungen gegen Gott, die in biblischer Sprache 'Abgöttereisünden' genannt werden, zählen zu den häufigsten, schwerwiegendsten und hartnäckigsten Krankheitsursachen. Nur die wenigsten Menschen wissen heute noch, was alles zu diesen äußerst schwerwiegenden geistigen Verfehlungen zählt. Eine knappe Aufzählung solcher geistigen Krankheitsursachen mit Fallbeispielen gibt hierüber aus christlicher Seelsorge einen Einblick.

Okkulte Praktiken, die Zugehörigkeit zu okkulten Gemeinschaften, falsche Gottesbegriffe, Hinwendung zu falschen Göttern und auch die Verbreitung irriger Ideologien führen die Menschen von Gott und seiner Ordnung weg und hin zu Satan und seiner Gegenordnung. Diese meist unwissentlich erfolgenden Verfehlungen auf geistig-spiritueller Ebene übertreffen die Verfehlungen auf seelischer Ebene hinsichtlich der Bedeutung und negativen Auswirkungen bei weitem!!
Diese geistigen Ursachen stellen daher auch Krankheitsursachen dar, die häufiger, und schwerwiegender und daher schwieriger zu heilen sind als jene Ursachen auf seelischer Ebene.

Übertretungen der göttl. Ordnung als Krankheitsursachen

Jesus weist klar auf die direkten Zusammenhänge zwischen Sünden gegen seine göttl. Ordnung und Krankheit, Not und Elend hin. Zugleich zeigt er ihren positiven Sinn auf:

   "Mangel, Not und allerlei Elend lasse Ich nur dann unter die Menschen kommen, wenn sie von Mir ganz abgefallen und zum Teil finstere und dumme Götzendiener und zum Teil pur selbstsüchtige und gottlose Weltlinge geworden sind. Denn Not und Mangel nötigen die Menschen zum Denken über die Ursachen ihres Elends, machen sie erfinderisch und scharfsichtig, und es werden auf diese Art bald ganz kluge und weise Männer aus einem Volke aufstehen, die ihren Mitmenschen die Augen öffnen und ihnen die Quellen des allgemeinen Elends zeigen, und viele treten dann bald aus den Schranken ihrer Trägheit und rüsten sich zum Kampfe gegen jene mächtig gewordenen Müßiggänger, die über die durch sie mit Blindheit geschlagenen Völker tyrannisch herrschen und die eigentlichen Gründer des allgemeinen Elends auf dieser Erde sind. Diese werden unter oft schweren Kämpfen entweder gänzlich besiegt und vertrieben oder zum wenigsten dahin genötigt, den Völkern solche Gesetze zu geben, unter denen sie bestehen können. Und so kehrt dann allzeit nach dem Maße Glück und Wohlstand unter den Menschen ein, in welchem Maße die Menschen wieder zu dem einen allein wahren Gott zurückzukehren angefangen haben. (jl.ev09.035,04)
   Würden die Menschen sich nie von Gott abwenden, so würden sie auch nie in eine Not und in ein Elend verfallen. (jl.ev09.035,05])
   Wenn ihr sonach auch in euren Nachkommen stets in und bei Mir im Glauben und in der Tat nach Meiner Lehre verbleiben werdet, so werdet ihr auch nie ein Elend zu bestehen haben. Auch des Leibes Krankheiten werden eure Seelen nicht ängstlich und kleinmütig machen; denn des Leibes Krankheiten sind allzeit nur die bitteren Folgen der Nichtbefolgung der von Mir den Menschen allzeit klar ausgesprochen gegebenen Gebote. (jl.ev09.035,06)
   Wer diese schon von seiner Jugend an treu zu halten anfängt, der wird bis in sein hohes Alter keines Arztes bedürfen, und seine Nachkommen werden nicht an den Sünden ihrer Eltern zu leiden haben, wie das bei den alten, Gott getreuen Völkern oft durch Jahrhunderte der Fall war. Aber wenn die Menschen auszuarten angefangen haben, dann sind auch bald schwere Körperleiden über sie gekommen und haben sie die Folgen der Gering- oder Garnichtachtung der Gebote Gottes kennen gelehrt. (jl.ev09.035,07)

Wodurch entstanden die ersten Krankheiten bei den Urmenschen?

Erst als die Urmenschen die ihnen bekannte göttl. Ordnung übertraten, entstanden die ersten Krankheiten, die sich auch auf die Kinder übertrugen und zur frühen Kindersterblichkeit beitrugen.
   "Liesest du in einer Chronika von schweren Krankheiten unter jenen Menschen, die Gott ergeben waren und nach Seinen Geboten lebten?! Sie erreichten alle ein hohes Alter, und ihr Sterben war ein sanftes, schmerzloses Einschlafen. Da starb auch kein Kind; denn es ward von ganz gesunden Eltern gezeugt und der gesunden, einfachen Natur gemäß genährt und auferzogen. jl.ev06.055,02)
   Als aber später bei den Menschen allerlei Hoffart und mit ihr ein ganzes Heer von tollsten Sünden wider die Gebote Gottes und wider die Gesetze der Natur Eingang fand, da erst kamen aus eigenem Verschulden allerlei böse Krankheiten unter die Menschen. Die also geschwächten Menschen konnten dann auch keine gesunden Kinder mehr erzeugen. Solche schon vom Mutterleibe an verkümmerten Kinder mußten nach und nach auch stets mehr und mehr von allerlei Krankheiten befallen werden und zu sterben anfangen in allen Stadien ihres Alters. (jl.ev06.055,03)
   Daß nun solches also geschieht, müßt ihr euch nicht denken, als hätte solches Gott aus irgendeiner unerforschlich geheimen Absicht unter die Menschen verordnet; aber zugelassen hat Er es, damit die Menschen fürs erste durch die Krankheiten vom zu vielen Sündigen abgehalten werden, und fürs zweite, daß sie durch die bitter-schmerzlichen Krankheiten mehr von der Welt abgezogen werden, in sich gehen, ihre Sünden erkennen, sie verabscheuen und so in Geduld und Ergebung in den göttlichen Willen selig werden können." (jl.ev06.055,04)

Ist die göttl. Ordnung den Menschen mitgeteilt worden?

Durch Lorber wurde mehrfach mitgeteilt, daß die Menschen zu allen Zeiten und überall immer wieder durch Propheten und Lehrer genau über die göttliche Ordnung unterrichtet worden sind. Hätten sie sich an die darin enthaltenen einfachen Lebensregeln gehalten, wären sie gesund geblieben bzw. würden Kranke auch wieder gesund werden. Darin heißt es u.a.:

    "Die meisten Leibeskrankheiten sind Folgen von allerlei Sünden, die der Mensch schon von seiner Jugend an bis zu seinen alten Tagen hin gleichfort und am Ende schon aus einer Art Gewohnheit begangen hat. Manche Krankheiten der Menschen sind ein Erbe von Eltern und Voreltern an ihre Kinder und Kindeskinder, weil da schon die Eltern und Voreltern gesündigt haben. Da kann man Gott dann keine Schuld geben, wenn die Menschen sich selbst allerlei Krankheiten, Schmerzen und Leiden bereiten. Man könnte Mir wohl sagen und einwenden: »Wenn der Mensch sogleich von Gott aus belehrt worden ist, was er zu tun hat, um in der gerechten Ordnung in der Welt zu leben und zu bestehen, und er handelte und tat nicht danach, so ist er offenbar selbst schuld daran, daß er in allerlei Leiden verfallen ist; hat aber der Mensch alles von der Natur ablernen und aus allerlei widrigen und oft sehr bösen Erfahrungen klug werden müssen, dann ist der Mensch an seinem Leiden nicht schuld und ist das bedauernswürdigste Geschöpf auf Erden!« jl.ev06.162,02)
   03] Ja, sage Ich Selbst, das wäre der Mensch auch fürwahr, wenn es also wäre! Daß es aber nicht also ist, beweist die Erschaffung des ersten Menschenpaares im Paradiese, das beinahe ununterbrochen von Gott aus in allem möglichen mehr denn hundert Jahre hindurch unterrichtet wurde. Und dazu erweckte Gott in jener ersten Menschenzeit auf dieser Erde noch fort und fort Seher und Propheten, die die mehr und mehr weltlich gewordenen Menschen lehrten und ihnen den Willen Gottes offenbarten. (jl.ev06.162,03)
   Bei so bewandten Umständen konnte kein Mensch sagen, daß er von niemandem erfahren habe, wie er nach dem Willen Gottes zu leben habe. Aber die Menschen kultivierten sich nur zu bald ihre irdische Wohnwelt gar sehr, erbauten Städte und errichteten ein Prachtwerk ums andere, wurden so in ihre Welt verliebt und vergaßen vor lauter Welt Gott und wurden sogar Gottesleugner. Kam dann auch ein Seher, von Gott erweckt, zu solchen Menschen, so wurde er nur ausgelacht, und niemand achtete auf den Sinn seiner Rede. (jl.ev06.162,04)
   Nun, derlei Menschen mußten dann ihre Klugheit freilich nur aus allerlei bitteren Erfahrungen erlernen und sich daraus mühsam eine Lebensregel selbst bestimmen. Diese Lebensregeln, wie zum Beispiel nun die unter den vielen Heiden, waren aber schon zum größten Teil Sünden wider die wahre, göttliche Ordnung, und es mußten aus ihnen notwendig allerlei leibliche und seelische Übel unter den Menschen gang und gäbe werden. (jl.ev06.162,05)
   Wenn nun Gott eines solchen Menschen (Seele fürs ewige Leben erhalten will, so muß Er ihr durch allerlei körperliche Leiden dazu verhelfen, und zwar dadurch, daß eine solche zu sehr an der Welt hängende (Seele eben durch so manche Leiden und Schmerzen mehr und mehr von der Welt abgezogen wird, ohne die sie ganz von der Materie der Welt und somit von ihrem Tode und Gerichte an sich gezogen und verschlungen würde. Und seht nun, das ist der Grund, warum nun auf der Erde die Menschen so manches und vieles zu erleiden haben!" (jl.ev06.162,06)

Krankheiten solle daher vor allem den nötigen Leidensdruck schaffen, daß nach den wahren Ursachen geforscht und entsprechende Änderungen an den Ursachen vorgenommen werden. Insofern haben Krankheiten einen positiven Sinn. Zentrales Ziel jeder Behandlung sollte es daher sein, dem Kranken die Ordnung Gottes zur Kenntnis zu bringen und ihm dabei zu helfen, freiwillig und ernsthaft wieder zu ihr zurückzukehren!


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