Sündentilgung durch Opfer, Geld, Stiftungen?

Jesu Christi Mitteilungen durch Prophet Jakob Lorber (1800-64)


Kurzfassung der Aussagen in Lorbers Werken

Vielfach meinen Menschen, sie könnten durch äußere Werke, z.B. durch Lippengebete, Opfer und religiöse Stiftungen oder für wohltätige Zwecke ihre Sünden sühnen, ohne sonst noch etwas tun zu müssen. Zwar können Opfer in der Tat Sünden sühnen, aber immer nur im Gesamtzusammenhang mit den anderen Voraussetzungen zur Sündenvergebung. Zu den äußeren Opferpraktiken offenbart Jesus:

1) Schon die jüdischen Pharisäer nutzten die Sünder materiell aus, indem sie von ihnen zur Lossprechung von Sünden Geld oder Opfer forderten. Spätere falsche Propheten und Priester taten und tun noch immer dasselbe. (jl.ev06.151,10)

2) Bloß rituelle Formen, z.B. eine Beichte vor einem Priester, äußere Bußwerke, Kommunion etc., bringen keine Sündenvergebung. (jl.gso1.084,22)

3) Äußerlich-mechanische Lippengebete und äußere Opfer sind ein Greuel vor Gott. (jl.ev03.112,08-10)

4) Verheißung von Sündenvergebung durch Gnadenbildverehrung und Wallfahrten gilt vor Gott als Abgötterei-Frevel. (jl.erde.072,10-16)

5) Weil bezahlte Messen, Hochämter, Stiftungen, Bau von Kathedralen, Kapellen, Orgeln, Glocken, reiche Begräbnisfeierlichkeiten, Geldopfer, Wallfahrten oder Mitgliedschaft in Bruderschaften und Logen Abgöttereisünden sind, d.h. solche Mittel Gott wie einen bestechlichen Götzen behandeln, sind sie auch zur Vergebung von Sündenschuld absolut unbrauchbar. Durch solche Praktiken begeht man im Gegenteil neue Sünden. (jl.erde.066,11)

6) Wahre, vollkommene Buße (Umkehr), ein fester Besserungswille, Liebe zu Gott und zum Nächsten, Glaube an Gott und seine Menschwerdung in Jesus heiligen allein und stärken die Seele und den Geistfunken im Menschen. (jl.ev08.042,04; jl.ev01.222,06 f.; Mk.01.15)

7) Nächstenliebe ist wichtiger als Bewunderung, Jubel und Lob Gottes oder Opfer. Opfer ersetzen nicht die tätige Nächstenliebe (jl.ev04.001,10; jl.ev05.238,08)

8) Dank und Opfer im rechten Sinn bestehen aus Gottesliebe und Nächstenliebe. (jl.ev03.112,03-06)


Originaltexte: Sühne durch Opfer, Geld, Stiftungen

zu 1) Schon die jüdischen Pharisäer nutzten die Sünder aus, indem sie von ihnen zur Lossprechung von Sünden Geld oder Opfer forderten. Jesus sagte voraus, daß auch weiterhin falsche Propheten und Priester dasselbe tun werden: a »Was tun die Pharisäer mit den Sündern aller Art und Gattung? Sehet, sie nehmen eine Sündenlöse, entweder in Geld oder auch in anderen reichlichen Opfern, und geben darauf den Sündern einen Freibrief für die schon begangenen Sünden und auch schon für die, welche ein Mensch, wie es deren nun genug gibt, besonders in der reichen Welt, in Zukunft zu begehen gedenkt und sagen den Menschen: "Es ist euch dienlicher, so ihr opfert, wenn ihr nicht das schwere Gesetz halten möget!" Und so heben die Templer das Gebot Gottes auf und stellen an dessen Stelle ihre selbstsüchtigsten Weltsatzungen, da ihr Sinn nur das Wohlleben der Welt auf Kosten der armen, blinden Menschheit ist. Sehet, geradeso wird es auch der Widerchrist tun und alle seine Jünger, und ihr werdet ihn daran um so leichter erkennen! Und so dann seine Jünger in aller Welt mit weit geöffneten Mäulern schreien werden: b "Sehet, hier ist der wahre Christus!" oder "Dort ist er!", so glaube ihnen solches niemand von den Meinen! Der Drachen und sein Anhang ... wird sich auf eine Zeitlang eine große Macht aneignen und wird seine Feinde gar übel behandeln! Aber eben damit wird er sich selbst sein Gericht und seinen Untergang bereiten.« (a jl.ev06.151,11; b Mt.24,23; Mk.13,21)

zu 2) Jesus wies darauf hin, daß Schuldverhältnisse nicht durch eine Beichte vor einem Priester, sondern durch gegenseitige barmherzige Vergebung aufgelöst werden, denn es heißt: a »"Vergib uns unsere Schuld, so wie wir vergeben unseren Schuldigern." Und es heißt nicht etwa: Vergib uns unsere Schuld nach dem Grade unserer Bußwerke, also wie wir gebeichtet, genug getan, dann kommuniziert haben, und wie uns der Beichtvater von unseren Sünden losgesprochen hat. Noch an einer andern Stelle wird dadurch von einer allgemeinen Sündenvergebung gesprochen, daß es heißt: "Seid barmherzig, so werdet ihr Barmherzigkeit erlangen." - Was wieder nicht heißt: Beichtet, so werden euch die Sünden erlassen.« (a jl.gso1.084,22)

zu 3) Gott hält von äußerlichen Opfern nichts, sofern keine Gottes- und Nächstenliebe vorhanden ist: a »Alle die (bloß äußerlichen) Brand- und sonstigen Opfer sind ein Ekelgeruch vor den Nüstern Gottes, und b alles Lippengebet ist ein Greuel vor Gott, wenn die Herzen ferne sind von der wahren Liebe zu Gott und den nächsten armen Brüdern!« (a jl.ev03.112,08; b Mt.06,07; Jes.01,15; Jes.29,13; 1 Kön.18,26; Sir.07,15; jl.ev01.195,04; jl.ev02.111,04-07; jl.ev03.036,05; jl.ev03.112,08-10; jl.ev03.209,03-04; jl.ev04.001,13-15; jl.ev10.032,04-05)

zu 4) Wer zu äußeren Bußwerken, Kasteiung, Spenden und Wallfahrten zur Sündenvergebung auffordert, ist nach Jesu Lehre a »gleich jenen Pharisäern, Schriftgelehrten und Priestern der Juden, die dem Volke die größten und schwersten Lasten aufbürdeten, durch deren unmögliche Tragung das arme Volk einzig und allein den Himmel gewinnen könnte; sie selbst aber rührten solche Lasten nicht mit einem Finger an. Diese sind es, die die Pforten des Reiches Gottes versperren, jeden, der hinein möchte, mit höllischem Zornfeuer hintantreiben und selbst auch nicht hinein wollen; dafür aber werden sie auch, wie es geschrieben steht, dereinst desto mehr Verdammnis empfangen. (a jl.erde.072,10)
Zu dieser Klasse gehören aber auch jene falschen Propheten, die den armen, einfältigen Menschen predigen mit großem Ernste und Eifer: "Gehet dahin oder dorthin und verrichtet zu diesem oder jenem Gnadenbilde eine sogenannte Wallfahrt und vergesset ein nach Kräften reichliches Opfer nicht zu Hause, so werdet ihr bei jenem Bilde - gewöhnlich eine Maria vorstellend - die Vergebung eurer Sünden und noch andere unbeschreibliche Gnaden für euren Haushalt in großer Menge erlangen!" (jl.erde.072,11)
Wenn dann das arme, blinde Volk einem solchen Eselsgeplärre von einem falschen Propheten, wie die Erfahrung lehrt, wirklich scharenweise folgt und am Orte, wo die Gnaden ausgeteilt werden, noch gewöhnlich ein größeres Eselsgeplärre von Mirakeln und zahllosen Gnadenausspendungen vernimmt und auf diese Weise in seinem Geiste nicht selten ganz totgemacht wird, da sage Ich: Solch falsche Propheten sollen einst ihren gehörigen Lohn finden; denn diese wissen nichts und wollen nichts wissen, wie man Gott im Geiste und in der Wahrheit anbeten soll. Sie sind nichts als von der Welt privilegierte Diener des Mammons. Ihr Gnadenbild, von Menschenhand gewöhnlich schlecht und unästhetisch verfertigt, ist ihnen bei weitem mehr als Gott; denn das Bild trägt ihnen Geld ein, - Gott aber nicht, weil Er ohnehin überall der Gleiche sei. (jl.erde.072,12)
Diese werden einst sehr viel Lohn der Pharisäer bekommen! Alle, die dergleichen lehren und das Volk zu den Bildern kehren, sind die vollkommensten Antichristen und falsche Propheten, vor denen sich jedermann wie vor der Pest hüten solle, weil sie die Kunst verstehen, durch allerlei Prunkwerk das Volk zu berücken und durch falsche Wunderwerke im Geiste zu töten. (jl.erde.072,13)
Daher sollt ihr dergleichen Orte nicht besuchen; denn sie sind voll von ansteckender Geistespest. (jl.erde.072,14)
Glaubt es nicht, daß da irgend jemand Hilfe finden kann; denn helfen kann ja doch nur Ich allein, der Ich ein ewiger Feind alles Götzentums bin. Wie möchte Ich da wohl einem hölzernen Bilde, von Menschenhand verfertigt, Wunderkraft verleihen? So Ich schon jemandem eine verleihen möchte, so wäre es einem rechten Menschen, nicht aber einem Schnitzwerke, das viel niedriger ist als das allergeringste Tier, welches doch Leben und Bewegung hat; ja es ist viel weniger als ein Grashalm und weniger als ein Stein. Dieser ist, was er ist, somit in seiner Ordnung; aber ein Bild ist das nicht, was es vorstellt. Denn das Bild ist Holz, stellt aber einen Menschen dar und wird darum verehrt und angebetet, weil derjenige, den es darstellt, ein Tugendheld war. (jl.erde.072,15)
So ist der Bilderdienst eine noch abscheulichere Abgötterei als jene der alten Heiden. Diese machten sich wohl Götter aus Metall, Stein- und Holz, weil sie den wahren Gott nicht kannten - ein inneres Bedürfnis für einen wahren Gott zwang sie also zu diesem Machwerke -; die gegenwärtige Menschheit aber hat und kennt Gott und weiß, daß Er der alleinige Herr ist, verehrt aber dennoch Schnitzwerk. Was soll man zu solchen Menschen sagen? Nichts als: Sie sind dem Erzfeinde Gottes (Satan) gleich, der Gott auch gar wohl kennt; aber statt Ihn zu lieben und allein anzubeten, verachtet er Ihn und feindet Ihn allwegs an.« (jl.erde.072,16)

zu 5) Im Christentum finden sich zahlreiche heidnisch-abgöttische Bräuche, mit denen u.a. Sünden getilgt werden sollen. Jesus meint dazu: a »Dieses Götzentum wird auf alle mögliche Weise unterstützt, indem Messen und Ämter gezahlt, Stiftungen gemacht, Bethäuser und andere Kapellchen gebaut, die Opferstöcke gesättigt, Orgeln gebaut, Glocken angeschafft, reiche Begräbnisfeierlichkeiten begangen werden, sowie sehr teure, sogenannte Parimente hergestellt, auch kostspielige Wallfahrten verrichtet werden und man sich in geldmäkelnde Brüderschaften einlässt... Diese Praktiken sind ... wie eine Schaumblase... Wer dumm und blind sein will und wer an diesen rangsüchtigen Zeremonien von großem Gold- und Edelsteingeprunke ein großes Wohlgefallen hat, der bleibe dumm, blind und ein Narr!« (a jl.erde.066,11)

zu 6 6) Darin besteht wahre Umkehr und Heiligung: a »Herbei mit einem festen und unbeugsamen Willen zur wahren inneren Lebensbesserung! Herbei mit der lebendigen Liebe zu Gott und zum Nächsten, und herbei mit dem vollen Glauben an Gott und Dessen Menschwerdung in Mir; denn nur das heiligt den Menschen und macht stark und volllebend die Seele in Meinem in ihr waltenden Geiste!« (a jl.ev08.042,04)
Die zentralen Gebote Jesu dienen letzlich der wahren Buße, d.h. der Umkehr vom falschen zum wahren Leben: a »Tut Buße um eurer vielen Sünden willen, so werdet ihr gewahr werden, daß das Reich Gottes nahe zu euch gekommen ist.« (a jl.ev01.222,06; Mk.01,15)
a »Liebt Gott aus allen Kräften und betet Ihn an im Geiste und in der Wahrheit; liebt aber auch eure nächsten armen Brüder und Schwestern; b verfolgt eure Feinde nicht; c flucht denen nicht wieder, die euch fluchen und d tut euren Übeltätern Gutes, so werdet ihr glühende Kohlen über ihren Häuptern sammeln, und Gott wird solche eure Werke ansehen und wird sie euch vergelten hundertfältig.« (a jl.ev01.222,07; 5. Mose.06,05; Mt.22,37; b 3. Mose.19,18; Mt.05,43-44; Mt.22,39; Lk.10,27; Joh.13,34; c Mt.05,44 Lk.06,27 .28; d Spr.25,21-22; Röm.12,20)

zu 7) Opfer ohne tätige Nächstenliebe sind wertlos: a »Was nützete es euch vor Mir, so ihr euch nahe auflösen möchtet vor Verwunderung über Meine Macht, Größe und nie ergründbare Herrlichkeit, außerhalb eures Hauses aber weineten arme Brüder und Schwestern vor Hunger, Durst und Kälte? Wie elend und zu gar nichts nütze wäre ein lautes Jubel- und Lobgeschrei zur Ehre und zum Ruhme Gottes, über dem man das Elend des armen Bruders überhörete! Was nützen all die reichen und prunkvollsten Opfer im Tempel, wenn vor dessen Tür ein armer Bruder vor Hunger verschmachtet?« (a jl.ev04.001,10)

zu 8) Dank und Opfer im rechten Sinn bestehen aus wahrer Gottesliebe und Nächstenliebe. a »Siehe, die Liebe tut alles! Wer Mich über alles liebt, der bringt Mir auch das größte Opfer und den Mir allerwohlgefälligsten Dank; denn der opfert Mir gleich die ganze Welt. (a jl.ev03.112,03)
Nebst der Liebe zu Mir aber gibt es noch eine andere Liebe, die Nächstenliebe nämlich. Die Armen am Geiste und an den zeitweilig nötigen irdischen Gütern sind die wahren Nächsten; was jemand in Meinem Namen denen tut, das tut er Mir. (jl.ev03.112,04)
Wer einen Armen aufnimmt in Meinem Namen, der nimmt Mich auf, und es wird ihm vergolten werden am jüngsten Tage; und wer einen Weisen aufnimmt um der Weisheit willen, der wird auch eines Weisen Lohn ernten; und wer einem Durstigen auch nur einen Becher frischen Wassers reicht, der wird ihm mit Wein vergolten werden in Meinem Reich. (jl.ev03.112,05)
Wenn du aber Wohltaten an den Armen übst, da tue solches im verborgenen mit aller Freundlichkeit und zeige es nicht der Welt; denn der Vater im Himmel sieht es, und des freundlichen Gebers Gabe wird ihm angenehm sein, und Er wird sie dem Geber ersetzen hundertfach. (jl.ev03.112,06)
Wer aber mit seinem Wohltun nur vor der Welt prunken will, der hat seinen Weltlohn sich auch schon genommen und hat fürder keinen mehr zu erwarten.« (jl.ev03.112,07)


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