Jakob Lorber: 'Das große Evangelium Johannes', Index Band 10

Kapitelinhalt 167. Kapitel: Vorhersage Jesu für Barnabas.

   01] Nach dieser ziemlich langen Entschuldigungsrede des Pharisäers, der Barnabas hieß, sagte Ich: »Deine Entschuldigung und dein gegenwärtiges Bekenntnis nehme Ich für gültig an und vergebe dir alle deine Sünden; wem Ich aber die Sünden vergebe, dem sind sie wahrhaft vergeben im Himmel wie auf Erden.
   02] Du wirst Mir noch einmal ein guter Arbeiter in Meinem Weinberge werden und wirst um Meines Namens willen viel auszustehen bekommen. Wenn aber dieses über dich kommen wird, das Ich dir jetzt zum voraus verkündigt habe, da wirst du dessen wohl gedenken; aber bleibe ohne Furcht, denn Ich werde dich nicht allein lassen!
   03] In diesen Tagen aber leidet das Himmelreich große Gewalt; die es nicht mit Gewalt an sich reißen, werden es auch nicht einnehmen.
   04] Die Zeit ist nur noch eine kurze, in der Ich unter den Menschen in dieser Welt Mich also wie jetzt befinden und wirken werde; dann werde Ich auf eine für diese Welt höchst unangenehme und traurige Weise verklärt werden und werde dann erst für alle, die an Mich glauben, ein ewiges Lebensreich gründen, darin Ich wohnen werde, und alle die Meinen werden sein, da Ich bin.
   05] Glaube Mir, daß wer an Mich glaubt, nach Meiner Lehre lebt und handelt und Mich liebt über alles und seinen Nebenmenschen wie sich selbst, schon diesseits das ewige Leben überkommen und nimmerdar sterben wird, auch dann nicht, so es möglich wäre, daß er dem Leibe nach stürbe hundertmal; denn seine Seele wird mit Meinem Geiste in ihr - wie auch Ich aus eigener Macht und Kraft gleichfort leben werde, so auch dieser irdische Leib von Mir genommen wird - gleichfort leben und überselig sein und herrschen mit Mir in Ewigkeit!«
   06] Mit dieser Meiner Verheißung waren alle zufrieden und glaubten darauf.
   07] Da es aber schon Abend geworden war, so fragte Mich der Wirt, ob es nicht schon Zeit wäre, ein ordentliches Abendmahl zu bereiten.
   08] Sagte Ich: »Das liebste Abendmahl ist Mir dieses, daß Ich alle diese aus Meinem Stamme, die verloren waren, wiedergefunden und gewonnen habe; frage aber die andern, was sie essen mögen!«
   09] Barnabas aber erhob sich und sagte: »O Herr und Meister, auch für uns besteht das beste Abendmahl in dem, daß Du zu uns gekommen bist und wir Dich als Den erkannt haben, der Du bist! Übrigens haben wir des Brotes und des Weines zur Genüge. Was bedarf es da noch einer andern Leibesspeise?«
   10] Ich aber sagte dennoch zum Wirte: »So gehe denn hinaus in deine Speisekammer und sieh nach, was du für uns Juden genießbar findest! Laß es wohl zubereiten, und setze es dann für uns auf den Tisch!«
   11] Und der Wirt ging hinaus und fand auf einem für Speisen hingerichteten großen Tische eine gerechte Menge schon aufgemachter und wohlgereinigter Fische, worüber er, sein Weib und seine Kinder vor lauter Staunen die Hände über dem Kopfe zusammenschlugen.
   12] Der Wirt kam voll Freuden alsbald wieder zu uns zurück und sagte: »Meine lieben Herren Gäste, ein drittes Wunder! Ihr wißt, wie schwer in unserer Gegend Fische zu haben sind, und sehet, mein großer Speisenzubereitungstisch in der Speisekammer ist derart voll von ganz frischen, aber schon gereinigten edelsten Fischen, daß wir alle damit über drei Tage zur Übergenüge haben; sie dürfen nur zubereitet werden - was ich bereits schon angeordnet habe -, und wir werden mit einer allerseltensten Speise gesättigt werden.«
   13] Da sagte Barnabas und auch Dismas: »Bei Gott sind alle Dinge möglich, und uns nimmt es nun dessen gar nicht mehr wunder, indem wir Den unter uns haben, dem kein Ding unmöglich ist. Denn Dem es möglich war, alle die Meere, Seen und Flüsse mit allerlei Fischen und anderem Getier zu bevölkern, dem ist es auch möglich, aus Sich allenthalben so viele Fische hervorzurufen, als Er nur immer will; und wir bekennen nun, daß in diesem Menschen Jesus aus Nazareth in Galiläa die Fülle der Gottheit körperlich wohnt! Und wer da anders glaubt, der ist noch ferne von der Wahrheit.«
   14] Sagte Ich: »Bleibet bei dem Glauben, und lasset euch in eurem Innern von niemand betören; denn durch solch einen Glauben an Mich werdet ihr vor Mir gerechtfertigt stehen, und Ich werde euch geben das ewige Leben und euch erwecken am Jüngsten Tage!«
   15] Mit diesen Meinen Worten waren sie zufrieden.


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