Jakob Lorber: 'Das große Evangelium Johannes', Band 4, Kapitel 158

Das Gift in Minerialien, Pflanzen, Tieren und Menschen.

01] Sagte Ich: »Ist diese Historie euch allen gleich unklar?«
02] Alle bejahten diese Frage und baten um die Enthüllung.
03] Und Ich sagte zu allen: »Habt ihr doch gelesen von den Kindern der Schlange und tut bei dieser Geschichte gar so lichtlos seiend! Seht, auf dieser Erde gibt es giftige Mineralien, giftige Pflanzen und ebenso auch bekannte giftige Tiere! Die giftigen Minerale sind ganz giftig, die giftigen Pflanzen zum größten Teile und die giftigen Tiere in bezug auf ihr ganzes Wesen zum mindesten Teile. Ihr habt aber auch gehört, wie die Seelen der Menschen rein von dieser Erde ein Konglomerat (Zusammengeballtes) aus den Mineral-, Pflanzen- und Tierseelen sind. Das ist eine Sache, die Ich vor euch schon zu öfteren Malen erklärt habe, nur habe Ich da mehr allgemein als speziell geredet und hatte auch bis nun keine besonderen Ausnahmen gezeigt; das aber ist ein solch besonderer Ausnahmefall, und Ich will euch alle mit ihm näher vertraut machen.
04] Ihr kennet die gerechte und wahre Ordnung Gottes, kennet aber auch die Exzentrizitäten (Abweichungen) derselben; ihr könnet sie denken, fühlen und empfinden! Was aber ihr könnet, das gleiche kann auch Gott; Er kennt Seine ewige Ordnung sicher am besten und hellsten, kennt aber dahinzu auch alle die möglichen und verschiedenartigsten Aus- und Übertretungen dieser Ordnung, muß sie also auch denken und tiefst zu fühlen imstande sein.
05] Ja, Gott muß in die frei und selbständig werden sollenden und frei wollenden Geschöpfe, besonders in die Engel und dieser Erde Menschen, wie ihr wisset, sogar den Reiz zur Widerordnung legen, auf daß sich daraus für die Benannten eine wahre, freitätige Sichselbstbestimmung vollkommen bewahrheite. Aus dem aber geht doch etwa klar hervor, daß Gott die möglichste Widerordnung ebenso bekannt sein muß wie die gute, wahre und lebendige Ordnung.
06] Die Gedanken und die Gefühle der Widerordnung in Gott sowohl als im Menschen unter den ordnungsmäßigen Gedanken und Gefühlen sind entsprechend den Giftmineralien, Giftpflanzen und Gifttieren. Weil sie aber auch Gottesgedanken und Gottesgefühle sind, so können sie nicht vergehen, sondern bleiben auch in der feuerzüngigen Intelligenzurgestaltung, können als verwandt sich in der negativen Sphäre ergreifen und eine eigene Wesenreihe bilden.
07] Aus diesem Urborne entstand eigentlich zumeist die ganze materielle und gerichtete Schöpfung. Da aber diese berufen ist, den Geistgeschöpfen nicht nur als ein prüfend Lebensgift zu dienen, sondern bei gerechtem Gebrauch auch als ein heilsamer Lebensbalsam, so ist auch eine Ordnung dahin getroffen, daß die gar zu ordnungswidrigen Ursubstantialgedanken sich von den viel weniger ordnungswidrigen scheiden und eine schon bemerkte giftige Wesenreihe in allen drei Reichen der sichtbaren, äußeren, materiellsten Natur der Dinge ausmachen.
08] Zuerst stehen die Gifte in der gröbsten Materie der Minerale, dann kommen sie, schon etwas gemildert, im dafür geeigneten Pflanzenreiche vor, und schon bis auf eine Kleinigkeit gemildert machen sie sich in gewissen Tieren unterster Gattung dem bessern, also positiven äußern Leben gefährlich und können sogar unter gewissen Umständen auch das innere, ganz positive, wahre Leben, wenn auch nicht verderben, so doch sehr verletzen.
09] Nun, dieser Giftwesen Seelenspezifikalpotenzen samt ihrer Intelligenzfähigkeit ergreifen sich am Ende, und es wird aus ihnen am Ende auch eine Gestalt, aber stets nur eine weibliche, gebildet, die aber dann ganz natürlich auch nicht ohne eine noch ganz besonders giftige Beigabe dasteht. Diese Seelen kommen endlich auch auf den Weg des Fleisches durch den irgendwo verübten Akt der bekannten Zeugung durch den Beischlaf.«


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