Bedeutung der Fehlererkenntnis und Einsicht

Jesu Christi Mitteilungen durch Prophet Jakob Lorber (1800-64)


Kurzfassung der Aussagen in Lorbers Werken

Um negativen Folgen zu vermeiden bzw. wieder zu überwinden ist die Erkenntnis bzw. das Eingeständnis seiner Fehler und Schwächen bzw. Sünden eine grundlegende Voraussetzung zur Änderung. Wege zur Erkenntnis der Irrtümer, Schwächen, Fehler oder Untaten gibt es verschiedene, z.B. durch Erkenntnis aus sich selbst heraus, durch Hinweise anderer Menschen oder durch Offenbarungen Gottes.

1) Da viele Sünden auf Irrtümern beruhen, liegt bei Sündern immer auch ein Mangel an Wahrheit und damit zusammenhängend Freiheitsverlust vor. Daher ist die Erkenntnis der Wahrheit bzw. die Einsicht in die eigenen Fehler sehr wichtig. Es sollte immer ernsthaft nach Wahrheit gesucht werden, denn nur Wahrheit und ein konsequentes Leben nach ihr machen wirklich frei. (jl.ev06.206,07; Joh.08,32)

2) Selbsterkenntnis ist leichter und sicherer durch die Annahme von göttlichen Offenbarungen zu erreichen als über eigenes Forschen oder über magische Einweihungswege. Gott kam in Jesus Christus selbst auf die Erde, damit Menschen es bei der Selbstfindung leichter haben.

3) Häufige und ehrliche Erforschung seines Gewissens ist empfehlenswert, weil dadurch die ganze Größe der Sünden und Laster erst erkennbar wird. Dann sollte man vor ihnen Abscheu bekommen, sie ernsthaft bereuen und den Vorsatz fassen, keine weitere Sünde mehr zu begehen. (jl.ev07.163,17 f.)

4) Ohne ehrliche und schonungslose Auseinandersetzung mit den Fehlern und Vergehen der eigenen Vergangenheit, d.h. der Wahrheit und der Bereinigung der Schuld mit Jesu Hilfe wird niemand frei. Andererseits soll man aber auch nicht dauernd an seine Fehler denken, sondern einfach Gott lieben und seine Gebote halten. (jl.hag2.196,16-18; jl.kjug.172,13)

5) Bei Uneinsichtigkeit und Verharren in Bosheit bleibt eine Sündenlast bis zur Selbstbewältigung durch Erkenntnis, Abscheu davor und grundlegender Änderung bestehen; Liebe und Geduld mit einem uneinsichtigen Schuldner wird dem Gläubiger im Himmel angerechnet. (jl.ev08.194,05)

6) Ein bloßes Fehler- oder Schuldbekenntnis allein hat keine schuldauflösende Wirkung. Man muß gute Ratschläge anhören, sie genau befolgen und alles in der Zukunft meiden, was zum Leiden bzw. Fehler geführt hat. (jl.ev08.043,04)


Originaltexte: Bedeutung der Fehlererkenntnis und Einsicht

zu 1) Wer sündigt, wird von entsprechenden Dämonen besetzt, die ihn dann so beeinflussen, daß die Sünde zum Zwang durch Besessenheit wird: a »Wer Sünde tut, der ist Knecht der Sünde, und die Wahrheit ist nicht in ihm; wo aber die Wahrheit nicht im Menschen ist, da ist auch keine Freiheit... Nur die b Wahrheit wird euch frei machen.« (a jl.ev06.206,07; Joh.08,32)

zu 2) Zwar gibt es verschiedene Wege, sich und seine Fehler kennenzulernen. Gott gab aber den Menschen besondere Hilfen: a »Um... den Menschen... die Mühe der Sichselbsterkennung leichter zu machen, hat der Schöpfer zu allen Zeiten Offenbarungen, Gesetze und Lehren aus den Himmeln herab den Menschen gegeben und ist nun sogar im Fleische selbst zur Erde gekommen, um den Menschen bei der Arbeit der Sichselbsterkennung zu helfen und ihnen für die Folge mehr Licht zu geben, auf daß ihre Mühe eine leichtere würde, als sie bis jetzt war.« (a jl.ev02.040,16)

zu 3) Um seine Fehler zu erkennen und sie loszuwerden, empfahl Jesus: a »Es ist für euch gut, daß ihr euer Gewissen genau durchforscht und so die ganze Größe all eurer Sünden und Laster, die ihr begangen habt, durchschaut. Habt ihr das getan, dann habt ihr euch fürs erste der Sünden entäußert, werdet auch einen rechten Abscheu vor ihnen überkommen und sie wahrhaft im Herzen bereuen; dazu werdet ihr dann auch leicht und wirksam den festen Vorsatz fassen, ja keine Sünde mehr zu begehen.« (a jl.ev07.163,17 f.)

zu 4) Die Auseinandersetzung mit den eigenen Fehlern und Vergehen der eigenen Vergangenheit muß offen und ehrlich sein, um zur Wahrheit zu gelangen: a »Kannst du das Geschehene ungeschehen machen? Kannst du dich je frei machen von deinen Taten? - Ich sage dir, solches ist dir ewig unmöglich, solange du die Erinnerung deines Gefühls an dieselben fliehst! (a jl.hag2.196,16)
   Nur eines kann dein Herz und sodann auch deinen Geist frei machen, und dieses Eine ist die Wahrheit! (a jl.hag2.196,17)
   Diese mußt du suchen in allem, so wird ihr Feuer den Unflat in dir verzehren, und du wirst dann freien Geistes einhergehen und in diesem freien Geiste erst dann völlig erkennen, was eigentlich die Sünde ist, und wie es dem Herrn ein leichtes ist, dich endlich deiner Sünden zu entheben, und wäre ihre Zahl größer denn die des Grases auf der Erde und des Sandes im Meere!« (a jl.hag2.196,18)
   Andererseits sollte man auch nicht dauernd seine Gedanken auf die Fehler, sondern auf Gott lenken, ihn lieben und deshalb seine Gebote einhalten: a »Liebe den Herrn aus allen deinen Kräften, und gedenke nicht beständig deiner Sünden, so wirst du dem Herrn sicher angenehmer sein als durch beständige Ausrufungen!« (a jl.kjug.172,13)

zu 5) Bei Uneinsichtigkeit und Starrsinn bleibt die Schuld erhalten, bis die Bedingungen zur Selbstbereinigung von Sünden erfüllt sind: a »Sieht der Bruder sein an dir begangenes Unrecht aber nicht ein und verharrt in seiner Bosheit, da wird wohl deine Liebe und Geduld dir im Himmel hoch angerechnet werden, aber dem Bruder werden seine Sünden bleiben, solange er sie sich selbst nicht gänzlich vergibt, was dadurch geschehen kann, daß er sie völlig als Sünden erkennt, sie an sich verabscheut und vollends ablegt und nicht mehr begeht.« (a jl.ev08.194,05)

zu 6) Fehler-Bekenntnisse ohne Verhaltensänderungen sind nutzlos: a »Das Bekenntnis allein aber reinigt einen Menschen ebensowenig von seinen Sünden, wie das einen leiblich Kranken schon gesund macht, so er einem Arzte seine Leiden, und wie er dazu gekommen ist, noch so treu bekennt, sondern er muß darauf auf den Rat des weisen und kenntnisreichen Arztes hören und ihn dann auch getreu befolgen und alles in der Folge meiden, was ihn zum Leiden gebracht hat.« (a jl.ev08.043,04)


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