Ist gottähnliche Vollkommenheit die oberste Bestimmung des Menschen?

Wichtige Fragen - direkte Antworten aus den Neuoffenbarungen Jesu durch Prophet Jakob Lorber (1800-64)


Inhaltsübersicht:


Kann bzw. soll man Gott in allem ähnlich werden?

Die Menschen der Erde sind ein Ebenbild Gottes und die Endform aller Wesen. Sie haben das Potential, eine kaum vorstellbare Vollkommenheit in allem erreichen zu können. Sie können in allem Gott ähnlich werden, sofern sie das Richtige tun: (jl.ev01.039,05 "Gott ist höchst gut, höchst weise, höchst gerecht und braucht niemands Rat und Lehre, so Er etwas tun will; aber Ich sage es euch: a Der Mensch dieser Erde ist nicht minder berufen, vollkommen zu werden, wie der Vater im Himmel vollkommen ist!" (a lev.11,44; lev.19,02; lk.06,36; jl.ev01.155,15; jl.ev01.039,08; jl.ev01.050,13; jl.ev01.071,13; jl.ev02.159,14; jl.ev03.180,06; jl.ev04.001,04; jl.ev04.039,01; jl.ev04.110,11; jl.ev04.245,04; jl.ev05.271,06; jl.ev06.226,10; jl.ev07.054,12-13; jl.ev07.139,06; jl.ev08.027,11; jl.ev09.022,05*; jl.ev09.024,05; jl.ev09.102,07)

Damit der Mensch ein so hohes Ziel auch erreichen kann, bekam er auch die nötigen Voraussetzungen mit auf den Weg: (jl.ev02.029,08) "Gott, der dem Menschen einen Ihm ähnlichen Geist gab, eben den Menschen nicht zum Tier-werden, sondern zum völlig freiesten Gottähnlichwerden erschaffen hat."

Unterschiedslos jeder Mensch kann das Ziel der Gottähnlichkeit selbständig erreichen. Gesetze dürfen auf diesem Wege nur wegweisenden 'Soll-Charakter' haben, ohne Zwang auszuüben: (jl.ev02.030,01) "Wenn aber der Mensch, ohne Unterschied des Geschlechtes, der Hautfarbe und des irdischen Standes, für solch allerhöchsten Beruf von Gott erschaffen worden ist - was du nun sicher mit den Händen greifen kannst -, so kann seinem geistigen Teile ewig kein Mußgesetz gegeben werden, so aus ihm endlich das werden soll, wozu ihn Gott bestimmt hat; sondern da solle ein jedes Gesetz mit 'Soll' gegeben sein, und nur für offenbar böswillige Gegner des freien Gesetzes solle eine taugliche, stets auf die freie Besserung des Menschen berechnete Züchtigung gesetzt sein, die aber allzeit so gestellt sein solle, daß sie nicht als eine willkürliche, sondern nur als eine notwendige Folge des unterlassenen Ordnungsgesetzes erscheint. So wird der menschliche Geist dadurch zuerst zum selbständigen Denken gelangen und wird das gegebene Gesetz ehest zu dem seinigen machen und danach handeln, während eine ganz willkürlich bemessene Strafe auf ein Vergehen das menschliche Gemüt allzeit verhärtet und erbittert und aus dem Menschen einen Teufel zieht, dessen Rachgier nicht eher erlöschen wird, als bis er sich, entweder noch in dieser, ganz sicher aber in der andern Welt, auf das unerhörteste rächen wird, - was ihm zugelassen werden muß, weil er sonst in der Hölle seines eigenen Herzens ewig nie zu bessern wäre!

Soll und kann man ein vertrauensvolles Verhältnis zu Gott herstellen und mit ihm kommunizieren?

Folgende Aussagen eines engen Freundes Jesu zeigen, welches Verhätnis Menschen lt. ihrer Lebensbestimmung zu Gott haben dürfen bzw. sollen: (jl.ev02.058,01 ff.) (Cyrenius zu Engeln:) "Freunde und Diener des Herrn, jetzt weiß ich erst, wer der Herr (= Jesus) ist, und wer ich bin! Ich bin total nichts, und Er ist endlos alles! Nur begreife ich unsere menschliche Keckheit nicht, die da mit Ihm so mir und dir nichts reden kann, als hätte sie ihresgleichen vor sich!"
02] Sagen die beiden Engel: "Er Selbst will es also; denn die Kinder haben von Ewigkeit her das Recht, mit dem Vater zu reden nach ihrer Herzenslust! Frage daher nicht um alberne Dinge und Verhältnisse; denn an dir liegt es nicht, daß du ein Mensch bist, sondern an Dem allein, der dich also, wie du bist, erschaffen hat aus Sich Selbst heraus und hat Sich dabei an niemandes Rat gebunden denn an Seinen höchst eigenen. Wie aber hätte Er auch jemand anders fragen können als nur Sich Selbst allein, da vor Ihm in der ganzen Unendlichkeit kein Wesen da war?!
03] Wenn du demnach mit Ihm sprichst wie mit deinesgleichen, so tust du ganz wohl daran; denn Gott hat niemanden außer Sich, mit dem Er reden könnte. Aber Seine Geschöpfe, die aus ihm sind, sind also frei gestellt, daß sie nun mit Gott und Gott mit ihnen wie ein Mensch mit dem andern reden können, und es ist sonach ganz in der Ordnung, daß du mit Ihm sprichst wie mit deinesgleichen; denn das Geschöpf ist seines Schöpfers wert und der Schöpfer Seines Geschöpfes.
04] Jedes Geschöpf ist ja ein Zeuge von der Allmacht, Weisheit und Liebe Gottes, und es ist ohne Seine Macht kein noch so mächtiger Geist fähig, aus sich selbst etwas zu erschaffen, sondern das kann nur Gott allein! Da aber jedes Geschöpf ein Zeuge ist der göttlichen Allmacht, Weisheit und Liebe, wie sollte es dann nicht seines Schöpfers wert sein? - Verstehst du dieses?"
05] Sagt Cyrenius: "O ihr überweisen Diener des allmächtigen Gottes, wie höchst klar und verständig ist doch eure überaus weise Lehre! Ja, also ist es! Der Mensch hat sich wahrlich nicht zu schämen dessen, was er ist; denn er ist ja das wahrste Meisterwerk des Schöpfers, so er lebt nach dem frei erkannten Willen Gottes. Aber wenn ein Mensch dem Willen Gottes zuwiderhandelt, so meine ich, verpfuscht er sich selbst und kann dem nicht mehr entsprechen, was er uranfänglich war und ewig sein und bleiben soll.
06] Und so denn muß die Sünde eine Handlung wider die ursprüngliche Ordnung Gottes sein, durch welche Handlung sich der Mensch als im sich ausbildenden Teile selbst Schöpfer seiner Gott ähnlich werden sollenden Natur verpfuscht und dadurch sich selbst unwürdig macht, ein Geschöpf des ewigen, allmächtigen Meisters zu sein!"
07] Sagen die Engel: "Da hast du ganz recht! Insoweit bleibt wohl ein jeder Mensch ein Gottes würdiges Meisterwerk, als er seiner Form, Tauglichkeit, Fähigkeit und lebendigen Freiheit nach gewisserart eine pure Maschine ist, in der sich der Geist frei und lebendig äußern kann.
08] Aber was die ihm selbst notwendig anheimgestellte moralische Ausbildung seines Herzens und seiner Seele betrifft, so kann er sich selbst zu einem Scheusale der Hölle herabwürdigen und begeht eben dadurch die größte Sünde, weil er in sich selbst durch sich selbst das höchste Meisterwerk Gottes zu einem erbärmlichen, Gottes unwürdigsten Pfuschwerke umgestaltet, worauf es dann Gott Selbst eine große Mühe kostet und eine nie berechenbare Geduld, bis aus dem verpfuschten Werke wieder ein Meisterwerk wird.
09] Wegen gar unnennbar vieler durch sich selbst verpfuschter Werke ist eben diesmal der Meister Selbst in diese Welt gekommen, um diese vielen Werke, die sich selbst verdorben haben, für alle Zeiten der Zeiten zurechtzubringen! Aber es werden sich auch fortan die Werke verderben; darum aber wird Er auf dieser Welt eine neue Anstalt gründen, in der sich alle verdorbenen Werke von sich selbst aus werden zurechtbringen können. Aber wer von dieser Anstalt frei aus sich selbst keinen Gebrauch wird machen wollen, der wird verdorben bleiben ewig, so sein Wille sich nimmer ändern wird! Verstehst du solches?"
10] Sagt Cyrenius: "Auch das verstehe ich ganz und bin eben darum der Meinung, daß man die Menschen durch gewählte, aber strenge Gesetze wird anhalten müssen, von der Anstalt vollsten Gebrauch zu machen!"
11] Sagen die Engel: "Es wird zwar solches wohl geschehen, aber der Menschheit wenig nützen; denn nur allein das nützet dem Menschen, was er frei aus sich selbst tut. Alles andere ist ihm zum größten Schaden.
12] Denn könnte der Mensch durch irgendeinen Zwang entweder von außen oder von innen vollendet werden, so hätten wir Macht zur Übergenüge, alle Menschen so zu binden und zu zwingen, daß sie unmöglich je wider irgendein Gesetz zu handeln imstande wären! Aber dadurch würden wir aus dem in aller Freiheit Gott völlig ähnlich werden sollenden Menschen nur eine stummbelebte Maschine erzeugen, die sich selbst ebensowenig je zur zweckdienlichen, freien Tätigkeit bestimmen könnte - wie das noch so scharfe Schwert der Gerechtigkeit, ohne von einer geübten Hand geführt zu sein!
13] Aus dem aber kannst du schon ganz klar ersehen, daß es sich mit was immer für einem Zwange für ewig nicht tut, sondern allein mit der wahren Belehrung und dann darauf mit der freien Selbstbestimmung nach der vernommenen Lehre, durch die jedem der wohlerleuchtete Weg der göttlichen Ordnung nach allen Seiten hin kundgemacht wird, zu handeln und zu wandeln.

Kann jeder Mensch Gottes Kind, Freund und Bruder werden?

Jesus erläutert, in welches Verhältnis alle Menschen zu Gott (= zu Ihm) treten sollen und können: (jl.Ev07.141,08) "Ich allein bin der Herr von Ewigkeit, - wie bin Ich denn nun unter euch? Sehet, Ich nenne euch Kinder, Freunde und Brüder, und was ihr zu Mir seid, das ist der Bestimmung nach ein jeder Mensch, und es gibt da kein Minder und kein Mehr! Denn jeder Mensch ist Mein vollendetes Werk, das sich als das auch erkennen und gerecht achten, aber nicht gänzlich verkennen und unter alle Scheusale hinab verachten soll; denn wer sich, als doch erkennbar Mein Werk, verachtet, der verachtet notwendig ja auch Mich, den Meister. Und wozu sollte denn das hernach gut sein?"

Soll man Gott mehr als alles andere lieben?

Lt. Bibel soll man Gott mehr als alles sonst - wie einen Vater - lieben. Schon den Urvätern wurde geoffenbart: (jl.hag2.219,26) "Liebet den Vater; denn Liebe ist Sein Wesen und Liebe Sein unendliches Bedürfnis. So habet ihr Ihm alles gegeben und geopfert, alles, was Er euch gegeben hat! Denn mehr als Sein eigenes Leben konnte Er euch nicht geben; die Liebe aber ist euer Leben und das Leben Gottes in euch.
27] Wenn ihr sonach Gott, den Vater, liebt, so tuet ihr das, was Er ansieht, und was Ihm allein angenehm ist!
28] Solches aber ist der Wille Gottes, daß wir Ihn über alles lieben sollen; also tun wir das, so werden wir das Leben haben ewig!"

Können bzw. sollen alle Menschen, gottähnlich reine Geister werden?

Die Menschenbestimmung besteht darin, ein reiner Geist wie Gott zu werden. Dazu braucht man den materiellen Leib aber nicht mehr. (jl.Ev06.054,08) "Gott Selbst ist ein reinster Geist... am Ende haben die Menschen auch ausschließlich nur die Bestimmung, zu gottähnlichen reinen Geistern für ewig zu werden. Wozu sollen ihnen dann die Leiber dienen?!
09] Ja, sie werden auch dort mit Leibern angetan sein, aber nicht mit diesen irdischen, grobmateriellen, sondern mit ganz neuen, geistigen, die da hervorgehen werden aus ihren diesirdischen guten Werken nach Meiner euch nun gegebenen Lehre."

Ist freudvolle ewige Seligkeit das Endziel des Menschen?

Jesus weist darauf hin, dass die Unsterblichkeit der Seele und Seligkeit das eigentliche Ziel Gottes mit allen Menschen ist, das hier auf der Erde erreicht werden sollte: (jl.Ev06.130,01) "... Die Zeit des alten, leeren Götzentums und des blindesten Aberglaubens einerseits und des gänzlichen Nichtsglaubens anderseits ist vorüber; von jetzt an werden die Menschen an den einigen, allein wahren, lebendigen und für jedermann findbaren und begreifbaren Gott der vollsten und überzeugendsten Wahrheit nach zu glauben anfangen und werden sich selbst finden in solchem Glauben und erkennen die Unsterblichkeit ihrer Seele und deren ewige seligkeitsvollste Bestimmung."

Schon den Urvätern wurde mitgeteilt, dass nicht Leid, sondern Seligkeit Gottes Ziel mit den Menschen ist: (JL.HaG2.237,21 f.) "Ich habe euch für die Seligkeit nur, aber nicht für die Traurigkeit geschaffen!"

Haben auch Menschen auf anderen Gestirnen die Bestimmung, ewig selig zu werden?

Menschen gibt es lt. Offenbarungen Jesu auch auf anderen Planeten. Auch diese Menschen sollen letztlich selig werden. (JL.HaG3.026,22) "Ich werde ... die jetzt Geschaffenen ewig nimmer vernichten, sondern setze sie... in die Gestirne! Siehe, sie ziehen schon, Mich lobend, ihrer ewigen, seligen Bestimmung entgegen!"

Ist Unvergänglichkeit die Bestimmung von Mensch und Materie?

Menschen, die glauben, dass nach ihrem Leibestod alles aus sei, unterliegen einem fatalen Irrtum: (jl.Ev05.211,06) "Wer da meint, daß er nur eine sehr begrenzte Zeit hindurch lebe, der irrt sich allergewaltigst. Nichts am Menschen ist vergänglich, wennschon notwendigerweise dem bloß materiellen Leibe nach veränderlich, wie das auch alle Materie der Erde ist und sein muß, weil es ihre einstige Bestimmung aus der Macht des reinen Lebens ist, selbst ins reine Leben und ins für fürderhin unveränderbare Leben überzugehen.


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