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'Sexuelle (Un)Freiheit'

Schamhaftigkeit - Begriffserklärung Jesu

Offenbarungen Jesu aus Bibel und durch Prophet Jakob Lorber (1800-64)

aus eBook "Sexuelle (Un)Freiheit - Ist erlaubt, was gefällt?"


Inhaltsübersicht:


Weibl. Pseudo-Schamhaftigkeit

Zwischen wirklicher Scham über einen Fehler und scheinbarerer weiblicher Scham in sittlichen Dingen muß unterschieden werden. Scheinbare weibliche Schamhaftigkeit kann Bestandteil von Koketterie und Verführung sein. Die Folgen von Koketterie und enttäuschter Liebe wirken bis ins Jenseits nach.
  • Eitelkeit und Herrschsucht sind bei vielen Frauen vorzufinden. Aus der Eitelkeit erwächst meist auch Hochmut und Eifersucht: (a JL.GSo2.114,01) a »Es braucht einen geringen Grad psychologischer Kenntnis, um im allgemeinen herauszufinden, daß im weiblichen Geschlecht die Herrschsucht der vorherrschendste Charakterzug ist; denn Herrschlust und Eitelkeit sind Zwillingsgeschwister und haben somit eine und dieselbe Stammwurzel. Wo aber ist das Weib, das nicht irgendeinen Grad von Eitelkeit besäße, sei es in ihrem Kleidungwesen oder in ihrer Zimmereinrichtung oder in noch so manchem anderen?«
    a »Prüfet den Zug dieser Eitelkeit und ihr werdet hinter ihm nichts finden als das lebendige Samenkörnchen des Hochmutes und der nachfolgenden Eifersucht.« (a JL.GSo2.114,02)

  • Eitelkeit ist die Wurzel des weibl. Schamgefühls. Es ist meist mit Ehrgeiz verbunden. Das weibl. Schamgefühl dient eher der Koketterie, Verführung und Unzucht als dem wirklichen Schutz vor Unzucht. Es erweist sich meist schon bei geringen sex. Versuchungen als hinfällig: (a JL.GSo2.114,03) a »Es ist auf der Welt leider so weit gekommen, daß man das Gefühl der Scham für eine Tugend hält und mit der Ehre die Menschheit krönt, und das ist die beste Ernte für die Höllen, denn auf diesem Wege müssen die Menschen fallen, wo sie auf einem anderen höchstens fallen könnten.«
    a »Wann hat Jesus je die Scham und das Ehrgefühl als eine Tugend des Menschen gepriesen? Im Gegenteil untersagte Er es Seinen Jüngern und Aposteln, nach irgendwelcher Ehre zu streben, indem Er zu ihnen sagte, daß sie sich nicht sollen grüßen und ehren lassen, wie es die Pharisäer verlangten und gerne sehen und haben, daß man sie auf den Gassen grüßt und Rabbi nennt.« (a JL.GSo2.114,06)
    a »Es gibt... kein besseres Reizmittel für das weibliche Geschlecht als das Schamgefühl. Es braucht nichts als ein bißchen Gelegenheit dazu und ein jedes weibliche Wesen ist vermöge dieses Gefühles zur Unzucht reif; denn nichts ist leichter über den Daumen gedreht als eben ein solches Gefühl, das nichts anderes als seine eigene Eitelkeit zum Grunde hat. Das bißchen Ehre, das dem Schamgefühl gegenübersteht, ist eine so schwache Stütze für die Tugend, daß man über sie auch nicht den leisesten Wind kommen lassen darf, um sie nicht augenblicklich zu verwehen.« (a JL.GSo2.114,08)
    a »Aus dem aber geht doch klar hervor, daß es mit dieser Art weiblicher Tugend einen außerordentlich verhängnisvollen Haken hat. Um aber dieses in ein recht scharfes Licht zu stellen, will ich euch aus eurem Leben gegriffene Beispiele vorführen.« (a JL.GSo2.114,09)
    a »Ich setze den Fall, einer von euch gerät zufällig an einem Morgen in ein weibliches Ankleidekabinett, in welchem einige Jungfrauen noch im Neglige versammelt sind. Ein Zetergeschrei wird sich erheben, und die Jungfern werden nach allen Winkeln und hinter alle Vorhänge die Flucht ergreifen; natürlich aus lauter 'Schamgefühl'. Was aber habt ihr bei dieser Gelegenheit von all ihren weiblichen Reizen gesehen? Höchstens einen zerzausten Kopf, ein ungewaschenes, schläfriges Gesicht, einen kaum bis über den Ellenbogen bloßen Arm und allenfalls noch eine halbe Brust. Nun aber ziehen sich diese Jungfern an. Der Arm wird nicht selten bis unter die Achseln entblößt, Nacken und Busen, soviel es eine gewisse Dezenz gestattet, unbekleidet gelassen oder höchstens mit einem durchsichtigen Spitzenzeug bedeckt, um damit die Reize der nackten Teile zu erhöhen. Damit hat es mit dem Morgen-Schamgefühl ein Ende.« (a JL.GSo2.114,10)
    a »Frage: Liegt hier das Schamgefühl in der Jungfrau oder im Negligekleide? Aber nur weiter! Dieselbe schamhafte Jungfrau, die beim Morgenbesuch aus lauter Scham beinahe vom Schlage getroffen wurde, und die sich in dieser Stunde um keinen Preis der Welt von einem Manne hätte anrühren lassen, - eben diese super-schamhafte Jungfrau wird abends in beinahe halbnacktem Zustande auf einen Ball geführt und läßt sich nun von ihrem Tänzer ungeniert angreifen und nicht selten, wie ihr sagt, kreuz und quer abdrücken. Frage: Wo bleibt hier das morgendliche Schamgefühl? Sicher auch zu Hause im unvorteilhaften Negligegewande. Aber nur weiter!« (a JL.GSo2.114,11)
    a »Dasselbe schamhafte Mädchen hat entweder auf dem Balle oder bei einer anderen Gelegenheit, etwa bei einer ehrsamen Visite oder bei einem noch ehrbareren, unschuldigen Spaziergange eine ihr zusagende jungmännliche Augenbekanntschaft gemacht. Für diesen Gegenstand wird soviel als möglich bei jeder Gelegenheit dem Schamgefühle Lebewohl gesagt. Gar bald wird unsere Schamhafte den Blicken ihres erwählten Gegenstandes ablauschen, wohin diese am meisten gerichtet werden, und unsere schamhafte Jungfrau wird sobald alle Sorgfalt darauf verwenden, um diejenigen Teile so vorteilhaft als möglich öffentlich zu präsentieren.« (a JL.GSo2.114,12)
    a »Wenn ihr Auserwählter unsere schamhafte Jungfrau aber in einer Gesellschaft treffen wird, in der sie sich gewisserart von der ehrbarsten Seite zeigen will, da wird er sich begnügen müssen, so sie ihm bei günstiger Gelegenheit ein paar verstohlene Blicke zuwirft, aber noch mehr wird sie bemüht sein, ihm ihre Königschaft in der Gesellschaft an den Tag zu legen. Wehe ihm, wenn er sich da vergäße und sich ihr zuviel nähern wollte. Wenn es aber eine Zusammenkunft gibt, besonders an einem Orte, wo die Strahlen der Sonne nicht direkt einfallen, auch die Schallwellen des Weltgetümmels nur gebrochen oder gar nicht hingelangen, da wird das Schamhaftigkeitsgefühl völlig besiegt, und unsere am Morgen so schamhafte Jungfrau gibt sich ihrem geliebten Gegenstande, ich möchte sagen, von Angesicht zu Angesicht oder vom Scheitel bis zur Ferse zur Beschauung preis. Und ein freies Betasten wird bei solcher Gelegenheit durchaus nicht als ein Verstoß gegen das jungfräuliche Schamgefühl betrachtet.« (a JL.GSo2.114,13)
    a »Auf diese Weise geht dieses gepriesene Tugendgefühl völlig unter; und ich frage: Wo ist nun die Wirkung dieses so hoch gepriesenen Gefühles? Es ist verflogen und hat seine wahre Gestalt bei Abnahme der Maske gezeigt. Und jeder Nüchterne kann so erschauen, wie es nichts anderes ist als eine Schlange in der weiblichen Brust, oder der untersten Hölle erstes Samenkorn, von welchem hernach, wenn es sich entfaltet hat, alle möglichen weiblichen Laster wie aus einem Füllhorne hervorsprudeln. - Wie aber dieses vor sich geht, wollen wir in der Folge so handgreiflich wie bis jetzt vor jedermanns Augen stellen.« (a JL.GSo2.114,14)

  • Frauen, die in Gegenwart ihres Verehrers kräftig mit ihren Reizen spielen und mit anderen Männern flirten, wollen ihm meist zeigen, wie begehrt sie sind und sich ihm als wertvoll präsentieren. Meist betrübt dies Spiel aber den Verehrer und macht ihn eifersüchtig: (a JL.GSo2.115,01) a »Gehen wir auf unsere 'züchtige' Jungfrau zurück und folgen ihr abermals in eine Gesellschaft, wo sie zufolge ihrer weiblichen Reize die Königin spielt. Ihr Geliebter findet sich auch in dieser Gesellschaft ein. Was tut aber nun seine Favoritin? Gibt sie sich etwa mit ihm ab? O nein, dagegen mit einer Menge anderer Gesellschaftsbesucher, von denen sie sich über Hals und Kopf, wie ihr sagt, den Hof machen läßt. Aus welchem Grunde eigentlich?«
    a »Ich sage, weil ich die Welt sehr genau kenne: Sie tut das nicht etwa deshalb, um ihrem erwählten Liebhaber untreu zu werden, sondern nur, um ihm zu zeigen, welchen enormen Wert sie hat. Sie sagt ihm dadurch gewisserart indirekt: Erkenne aus dieser Erscheinung, welch einen Millionenschatz du an mir hast!« (a JL.GSo2.115,02)
    a »Der Liebhaber aber, weil er nicht im Besitze der Allwissenheit ist, faßt die Sache von einem andern Gesichtspunkte auf, er wird bald düster und wendet seine Augen ab von der Stelle, wo sich seine Geliebte den Hof machen läßt. Wirft er auch noch verstohlene Blicke auf den verhängnisvollen Punkt, so sind diese schon voll brennender Eifersucht.« (a JL.GSo2.115,03)

  • Weil die flirtende Frau dadurch ihren Wert verkannt sieht, flirtet sie aus Rache noch mehr, vertreibt dadurch den Mann und weckt in ihm Rachegefühle. Vorwürfe, Streit und Trennung sind oft die Folge. Wiedervereinigungen dienen meist der versteckten Rache und gegenseitigen Verachtung: (a JL.GSo2.115,04) a »Unsere Jungfrau merkt dieses, bessert sich aber dadurch nicht im geringsten. Wohl aber fängt sie an, ihr Spiel noch ärger zu treiben, um sich an ihrem Liebhaber zu rächen, der gerade da ihren hohen Wert zu verkennen anfing, wo sie ihn am meisten vor ihm entfalten wollte. Bei dieser Gelegenheit sucht der Liebhaber so früh als möglich sich von der Gesellschaft zurückzuziehen, mit dem Vorsatz im Herzen: Warte Kanaille! Wenn wir nur einmal noch unter vier Augen zusammenkommen, da werde ich dir meine Meinung auf eine Art bekanntgeben, an die du denken sollst! Denn nun verlange ich nichts mehr, als mich nach Gebühr für deine Untreue an dir zu rächen.«
    a »Sie kommen zusammen, und die Frucht dieser Zusammenkunft sind die brennendsten Vorwürfe. Eine Liebescheidung ist meist die Folge, nur selten eine Wiedervereinigung, welche aber ebensowenig mehr Stand hält wie die erste Liebe. Nicht-Wiedervereinigung und Vereinigung gehen hier immer auf dasselbe hinaus; denn vereinigen sie sich wieder, so dient diese Wiedervereinigung gewöhnlich dazu, sich beiderseitig den Wert möglichst noch fühlbarer zu machen, und so ist eine solche Wiederliebe meistens nichts anderes als eine verkappte Rache. Und vereinigen sie sich nicht, so werden sie gegenseitig auch jede Gelegenheit suchen, wo eins das andere darin zu übertreffen sucht, seine Verachtung auf das Unbarmherzigste fühlen zu lassen.« (a JL.GSo2.115,05)

  • Aus Rache wird eine verlassene Frau evtl. zur Kokette. Führt auch dies nicht zum erwünschten Erfolg, wird sie aus Rache zur Hure. Dies vertreibt den Verehrer völlig. Wird die Hure unglücklich, schiebt sie auf den ehemaligen Verehrer, der ihre Absicht und Tugend verkannt habe, alle Schuld: (a JL.GSo2.115,06) a »Die Jungfrau setzt sich bald aus lauter Rache über alle Schranken des Schamgefühls hinweg und wird eine Kokette. Kriecht da der alte Liebhaber nicht zu Kreuze, was sie wünscht, so wird sie aus demselben Rachegefühl eine Hure, worauf der Liebhaber den letzten Rest seines alten Gefühls aus seinem Herzen verbannt. Und hat unsere ehedem schamhafte Jungfrau den süßen Stachel der Wollust verkostet, so bringt sie, wie ihr zu sagen pflegt, kein Gott mehr auf die Bahn der Tugend zurück. Wird sie dadurch unglücklich, so wälzt sie im vollen Grimme ihres Herzens zumeist alle Schuld auf jenen ersten Liebhaber, der ihre Absicht und ihre erste Tugend schändlich verkannt habe.«

  • Solche verkannten und verlassenen Frauen versuchen, ihre Wut mit allen Mitteln zu rächen: (a JL.GSo2.115,07) a »Was ist aber das hernach? Es ist nichts anderes als die schon völlig entwickelte Frucht des erst so hoch gepriesenen weiblichen Schamgefühls. Der Name der Frucht lautet: Unterste vollkommene Hölle! oder auch: Vollkommen reife Hölle, wenn die äußere Schale abfällt! Denn was würde eine solche unglückliche Jungfrau demjenigen alles antun, den sie, wenn auch irrig, als den Grund ihres Unglückes ansieht?«
    a »Wenn es ihr möglich wäre, im Augenblicke ihrer freien Wut ihn von tausend glühenden Schlangen zerstückt zu sehen, so würde diese Rache kaum ein kühlender Tautropfen auf ihr wutentflammtes Herz sein.« (a JL.GSo2.115,08)
    a »Wer das nicht glauben möchte, der besuche eine solche unglückliche Jungfrau und lasse sich mit ihr in ein Gespräch über den bewußten Gegenstand ihres Unglückes ein. Er wird im besten Falle aus dem weiblichen Munde sobald gleichsam alle Vulkane der Erde sprühen sehen; im schlimmeren Falle aber wird es heißen: Ich bitte, mich damit zu verschonen! Wenn ihr solches vernommen habt, so könnt ihr schon denken, um welche Zeit es ist.« (a JL.GSo2.115,09)

  • Nicht selten heiratet eine so gekränkte Frau aus Rache einen anderen Mann, den sie nicht liebt, um den alten Verehrer zu strafen bzw. tödlich zu kränken. Heiratet er aber eine womöglich bessere Frau, dann wird die gekränkte Frau mürrisch und verschlossen. Der Gram wird verdrängt: (a JL.GSo2.116,01) a »Nicht selten geschieht es, daß eine solche gekränkte Jungfrau aus bloßer Rache gegen ihren früheren Liebhaber einen andern heiratet, für den sie keinen Funken Liebe in ihrem Herzen trägt. Mit dieser Tat wollte sie ihren früheren, sie verkennenden Liebhaber aufs empfindlichste strafen, ja womöglich ihn durch diese Kränkung sogar aus der Welt schaffen. Was geschieht aber?«
    a »Der alte Liebhaber kränkt sich nicht, sondern sucht sich guten Mutes eine andere Geliebte. Nicht selten eine bessere, als die erste war. Welche Wirkung aber hat das bei der verheirateten ersten Geliebten? Sie wird mürrisch und verschlossen. Ihr Mann fragt sie um die Ursache, aber umsonst! Was sie bedrückt, ist vor ihren Augen zu groß und schwer und zu verdächtig gegen ihren neuen Gemahl, als daß sie es ihm anvertrauen wollte. Sie unternimmt zwar keine weiteren Schritte mehr, um ihrem alten Geliebten Steine unter die Füße zu legen und ihn über Abgründe zu locken, aber desto tiefer begräbt sie die Ursache ihres Grams in ihr Herz.« (a JL.GSo2.116,02a)

  • Manchmal entsteht aus der Feindschaft eine (scheinbare) Freundschaft. Bei entsprechender Gelegenheit platzen die emotionalen Wunden wieder auf. Wenn irdische Feinde im Jenseits wieder zusammenkommen und die Nachteile ihrer mißglückten Verbindung erkennen und die versäumten Vorteile eines ordnungsgemäßen Lebens erkennen, sind meist größte Verachtung und Verwünschungen die Folge. Weil jenseits alles offenbar wird, und man damit wieder konfrontiert wird, was hier anstößig war, sollten alle freundlichen und feindlichen Verhältnisse daraufhin überprüft werden, wie sie noch aufs Gemüt wirken würden, wenn man in sie wieder zurückversetzt würde: (a JL.GSo2.116,02b) a »Es vergehen Jahre, und wie gewöhnlich die Zeit das beste Pflaster ist zur Heilung mancher Wunden, freilich nur ein palliatives (umhüllendes), so heilt sie auch diese. Solche Menschen werden dann nicht selten noch recht gute Freunde.«
    a »Man wird hier sagen: Nun, wenn das der Fall ist, da wird wohl auch die Hölle ihren letzten Rest empfangen haben; denn wo Freundschaft an die Stelle ehemaliger Feindschaft tritt, da tritt doch sicher entsprechendermaßen auch der Himmel an die Stelle der Hölle. So scheint es wohl dem außen nach. Aber da sehen wir eben vor uns einen Krieger, der viele Wunden auf seinem Leibe trug. Diese Wunden haben ein palliatives Pflaster und die Zeit hat geheilt. Wenn das Wetter schön ist, geht unser Krieger munter einher und weiß kaum, daß sein Leib voll vernarbter Wunden ist. Aber nun kommt ein böses Wetter. Seine Wunden fangen an, sich zu rühren, und je böser das Wetter wird, desto unausstehlicher brennen ihn seine Wunden. Wie ein Verzweifelter wälzt er sich auf seinem Lager. Er flucht über das Kriegswesen, über alle Feldherrn, über den Kaiser, ja über Gott, über seine Eltern und über den Tag, an dem er geboren wurde.« (a JL.GSo2.116,03)
    a »Seht, in dem haben wir ein treues Bild für dergleichen moralische Palliativfreundschaften, welche eine Folge der irdischen vergeßlichen Zeit sind. Lassen wir aber ein böses Wetter kommen, das heißt, lassen wir solcher Freunde absolute Geister jenseits in dem Momente zusammentreten, in dem sie auf der Erde gegeneinander gesündigt haben, dann im Momente, wo sie mittels des hellen Schauens ihres Geistes die aus ihrer gegenseitigen Versündigung hervorgegangenen Nachteile erschauen, daneben aber auch die Vorteile, welche sie auf dem Wege der Nicht-Versündigung hätten erlangen können, und wir werden sie einander mit größter Verachtung und entsetzlichen Verwünschungen begegnen sehen. Und das ist doch sicher kein Himmel im entsprechenden Maße, wie es sich nach außen zu erschauen gab, sondern die barste Hölle in unterster Potenz.« (a JL.GSo2.1 16,04)

  • Kränkungen der Liebe werden auch im Jenseits kaum je vergessen, weil sie das ganze Wesen durchdringen. Rache aus diesem Grund ist am hartnäckigsten; daher sollten Liebesschulden möglichst schon auf Erden getilgt werden: (a JL.GSo2.116,07) a »Wenn jemand auf dieser Welt nicht den letzten Heller zurückbezahlt hat, wird er nicht vermögen, in das Himmelreich einzugehen. Darum heißt es hier fleißig alle diese alten Schuldbücher durchgehen und besonders diejenigen, welche das Wort Liebe als Aufschrift führen. Liebeschulden sind fürs Jenseits die hartnäckigsten. Ein Millionenraub wird leichter aus der geistigen Gedächtniskammer vertilgt als eine Liebesschuld. Warum? Weil ein Millionenraub nur eine äußere, den Geist nichts angehende, große Verschuldung ist; aber die Liebeschuld betrifft zumeist den ganzen Geist, weil alles, was Liebe ist, das eigentliche Wesen des Geistes ausmacht.«

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