Jakob Lorber: 'Die Haushaltung Gottes', Band 3

Kapitelinhalt 357. Kapitel: Mahal als Schutzgeist der Arche. Extrem rasches Ansteigen der Flut. Mittelasien als Hauptort der Flut. Aralsee und das Kaspische Meer als Überbleibsel der Flut und als Grab der Riesenstadt Hanoch. (29.08.1844)

   01] Als aber der Herr den Mahal erlöst hatte von seinem Leibe, da hatte die Sündflut schon sieben Tage gedauert, und das Wasser stieg mit solcher Raschheit, daß es in der Zeit von sieben Tagen nämlich schon die Stelle erreicht hatte, wo Mahal mit dem Herrn bei der Arche stand; und so war auch die Voraussage des Herrn am Mahal erfüllt, nach der er nicht eher seines Leibes ledig werden solle, als bis das Wasser seine Füße werde erreicht haben.
   02] Als aber der erlöste Mahal dem Herrn die Ehre gegeben hatte, da sprach der Herr zu ihm: »Da du nun erlöst bist, so bestehe nun dein erster Engelsdienst darin, daß du diese kleine Welt leitest über die Fluten und sie nicht verlässest eher, als bis sich alle Flut wieder legen wird und Ich kommen und über die neue Erde spannen werde den Bogen des Friedens! - Von da an erst wird dir ein anderer Dienst werden! Mein Wille sei ewig deine Kraft!«
   03] Darauf verschwand der Herr in Seiner außerordentlichen Persönlichkeit, und Mahal sah gleich den anderen Engelsgeistern dann nur die Sonne der Himmel, in der der Herr im unzugänglichen Lichte wohnt von Ewigkeit zu Ewigkeit.
   04] Und also leitete der Mahal die Arche nach dem Willen des Herrn getreu.
   05] a Das Wasser aber stieg auf der Erde so sehr, daß es am siebenten Tage von der Erlösezeit Mahals an schon den Kasten hob und ihn zu tragen anfing. Da leitete dann Mahal den Kasten, auf daß er nicht wankte nach dem Schwunge der Wogen, sondern also b ruhig dahinschwamm, wie da schwimmt ein Schwan auf dem ruhigsten wellenlosen Spiegel eines Sees. (a 1. Mose.07,17; b 1. Mose.07,18 )
   06] Um sieben Tage später a überflutete das Wasser schon die höchsten Berge dieses Erdkreises bis zum allerhöchsten Himalajagebirge, das da das Land der Sihiniten (Chinesen, d. Hg.) von dem ganzen andern Asien trennte. (a 1. Mose.07,19)
   07] Und dieses Gebirge allein ragte a fünfzehn Ellen aus dem höchsten Wasserstande empor; alle anderen höchsten Berge aber waren wenigstens so tief unter dem Wasser.
Natürlich waren nach dem verschiedenen Höhenverhältnisse manche niedere Berge wohl auch mehrere Hunderte von Klaftern unter dem Wasser. (a 1. Mose.07,20)
   08] Wie aber und wohin ergoß sich das Gewässer der Sündflut? - Der Hauptteil war das Mittelasien, allwo noch heute der Aralsee und das Kaspische Meer die Überbleibsel von der denkwürdigsten Art sind; denn wo nun das Kaspische Meer ist, da stand einst das übergroße und stolze Hanoch, und es ließen sich noch heutzutage Überreste von dieser Stadt finden, - aber freilich in einer Tiefe von mehr als tausend Klaftern.
   09] Und an der Stelle des Aralsees stand einst jener See mit seinen Umgebungen und mit seiner Wassergottsinsel, den wir auch sehr wohl kennen; ebenso sind auch der Baikal- oder nun Balkaschsee und Tsanysee ähnliche, die sündigen Reste der Vorsündflutzeit in sich bergende Denkmäler.
   10] Von diesen Hauptpunkten ergoß sich das Gewässer reichlichst nach Siberien (Sibirien), wie auch nach Europa, das aber damals noch nicht bewohnt war. Ein Teil brach gegen Süden nach dem heutigen Ostindien und am stärksten über Arabien; auch das nördliche Afrika wurde stark mitgenommen bis zum Hochlande, von wo ab dies Land dann nur kleine Überströmungen erlitt. Amerika ward nur von Siberien aus im Norden etwas mitgenommen; der Süden aber blieb ganz frei also, wie die meisten Inseln des großen Meeres.
   11] Nächstens mehreres darüber.


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