Jakob Lorber: 'Die Haushaltung Gottes', Band 3

Kapitelinhalt 356. Kapitel: Gottes heilsame Rede an den frierenden und angstbeklommenen Mahal. Mahals Gesundung in der neuentfachten Liebe zum hl. Vater. Mahals Erlösung und Verklärung als Engel des Lichts. (28.08.1844)

   01] Bei der Arche angelangt, bat der Mahal den Herrn um den Tod des Leibes, da er es nimmer ertragen möge, den so mächtigen Regen über seinen schwachen Leib sich ergießen zu fühlen und durch die große Kälte in allen seinen Fasern gefiebert zu werden.
   02] Der Herr aber sprach: »Mahal, wie magst du über den Regen und über die Kälte dich beklagen in solcher Meiner außerordentlichen Nähe?! Bin es nicht Ich, der dem Cherub seine Glut, dem Seraph seinen Glanz, und allen Sonnen Feuer, Licht und Wärme gab aus Mir?!
   03] Meinst du, dieser Regen würde dich nässen und gefrieren machen deine Glieder, wenn du völlig bei Mir wärest in deinem Herzen?!
   04] Oh, mitnichten! Ich sage dir: Jeder Tropfen, der da auf dein Haupt fällt, würde dir also eine Labung sein, wie er es der müden und nun halb getöteten Erde ist, über die eben diese Flut kommen mußte, auf daß sie ja nicht sterbe und vergehe unter dem Frevel der Menschen!
   05] Diese Fluten werden die Wunden der Erde wieder heilen und vernarben, und sie wird sich wieder erholen und wird genesen und wird wieder den Menschen und Tieren zur Wohnstätte dienen!
   06] Also aber soll es auch mit dir der Fall sein! Auch über dich muß vorher durch die große Tätigkeit deiner Liebe und daraus hervorgehenden Reue eine Flut kommen; diese wird dich heilen und erwärmen zum ewigen Leben aus Mir in deinem Geiste!
   07] Wie deine Liebe, so dein Geist! Ist deine Liebe lebendig in Mir, so wird auch dein Geist lebendig sein aus Mir; und das ist diejenige wahre Wärme, die nimmer erkältet werden kann durch alle Kälte, die der Tod in der ganzen Unendlichkeit ausgestreut hat durch die Macht der Lüge in ihm!«
   08] Hier erbrannte Mahal und sprach aus der neu angefachten Glut seines Herzens: »O Du überheiliger, der allerhöchsten Liebe vollster Vater! Wie endlos gut mußt Du doch sein in Deinem Wesen, daß Du mit mir, einem nichtigsten Sünder, also liebevollst Dich abgeben kannst, als hättest Du sonst kein Wesen mehr in der ganzen Unendlichkeit!
   09] O wie unbegreiflich reut es mich nun, daß ich Dich je also sehr habe verkennen können und habe allerundankbarst mit Dir, Du heilige, ewige Liebe, hadern mögen, wie ein loser Bube mit seinesgleichen! - O Vater, Du heilige, ewige Liebe, ist es wohl möglich noch, daß Du mir vergäbest solchen Frevel?«
   10] Hier rührte der Herr den Mahal mit einem Finger an, und im Augenblicke sank der sterbliche Leib in Staub und Asche zusammen; aber der verklärte Geist Mahals stand als ein leuchtender Seraph neben dem Herrn und lobte und pries mit unsterblichen Lippen die ewige Liebe des Vaters, die noch im Gerichte von gleicher endlosester Fülle ist, wie im Frieden der ewigen Ordnung.


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