Jakob Lorber: 'Die Haushaltung Gottes', Band 2

Kapitelinhalt 233. Kapitel: Lamechs gute Rede an sein Volk über das wahre Herzensopfer und seine Bitte an den Herrn um Auskunft über seine beiden verschollenen Söhne Jubal und Jabal. Tröstende Worte des Herrn.

   01] Nach dieser Belehrung fiel der Lamech vor dem Herrn auf seine Knie nieder und dankte im Namen aller laut dem Herrn für solche große Gnade, darum Er ihnen nun gar klärlichst gezeigt hatte, wie man Ihn lieben solle.
   02] Als der Lamech seinen Dank also in und aus seinem Herzen dem Herrn dargebracht hatte, da behieß ihn der Herr alsbald, daß er sich erheben solle vom Boden.
   03] Der Lamech erhob sich und richtete dann folgende Worte an die, denen er früher ein König war:
   04] »Nun lauter Brüder und Schwestern! Samt mir habet ihr nun in euer Herz empfangen, habt es gehört mit den eigenen Ohren und gesehen mit den eigenen Augen, daß der Herr, der allein einig wahre, allmächtige Gott, der Schöpfer aller Dinge, uns allen sein will ein wahrer, heiliger, liebevollster Vater und hat uns nun Selbst gezeigt, daß wir Ihn lieben dürfen, wie da lieben wohlgeratene Kinder mit aller Herzensglut ihre Eltern.
   05] Welche noch endlos größere Gnade hätte uns da wohl widerfahren können?!
   06] Daher fassen wir unsere Herzen und bringen sie allzeit liebebrennend Ihm zum Opfer dar, und sie werden Ihm, wie Er uns nun Selbst gelehrt hat, das wohlgefälligste Opfer sein!
   07] Aber mit unlauteren Herzen wollen wir Ihm auch kein Opfer bereiten; denn Er ist ja heilig, überheilig!
   08] Ich meine aber, so wir stets in Seiner Liebe lebendig wachsam verbleiben werden, da werden wir ja auch gar leicht uns stets eines solchen Gemütszustandes zu erfreuen haben, der dem allerheiligsten, liebevollsten Vater wohlgefällig sein wird!
   09] Nun aber bereitet euch alle wohl vor in euren Herzen, damit wir alle würdig sein möchten, an Seiner Seite zu wandeln, so es Ihm, dem heiligen, liebevollsten Vater wohlgefällig sein wird, Seinen allerheiligsten, lebendigsten Namen in den neuerbauten Tempel übertragen zu lassen!
   10] Er ist unserer sündigen Schwachheit hier wohl als ein wahrer, liebevollster, allerbarmender Vater entgegengekommen; aber wir dürfen bei solch Seiner unendlichen Liebe nie vergessen, daß Er auch ein überheiliger, unendlicher Gott ist und uns durch endlose Gnade Sein Heiligtum in dem Tempel will aufstellen lassen also, wie Er uns durch Seine mächtigen Boten hat anzeigen lassen!
   11] Also müssen wir alle in unseren Herzen durch die reine, mächtige Liebe zu Ihm gar wohl vorbereitet sein, um sicher zu betreten Sein Heiligtum!«
   12] Hier wandte sich der Lamech zum Herrn und sprach: »O Du heiliger Vater! Nimm Du diese meine mangelhaften Worte also auf, als wären sie Deiner würdig, und segne sie in unseren Herzen, damit diese allzeit Dir, o heiliger Vater, wohlgefällige Früchte der reinen Liebe tragen möchten!
   13] O heiliger Vater, ich habe noch zwei Söhne, den Jubal und den Jabal! Sie haben sich vor einer kurzen Zeit erst aus meinen Augen verloren; Du weißt es, es war bald nach der Zeit, da ich meine Tochter vergab und dann mir auch meine zwei Weiber, die Ada und die Zilla, entführt wurden.
   14] Siehe, ich weiß nun wohl, daß meine Tochter und meine Weiber gar wohl versorgt sind, - daher kümmert mich derselben wenig; aber die zwei Söhne kümmern mich, denn ich weiß nicht, wohin sie sind.
   15] Wenn es Dein heiliger Wille wäre, so möchte ich diese wohl noch einmal sehen und sie dann auch führen zu Dir hin!«
   16] Hier sprach der Herr zum Lamech: »Höre, mein lieber Lamech Was da betrifft deine frühere Rede an dein Volk, so soll sie in aller Herzen völlig gesegnet sein, jedoch ohne Zwang und ohne die geringste Beschränkung der Freiheit des Geistes; denn deine Rede war in Meinem Namen völlig wahr und gut.
   17] Was aber da betrifft deine beiden Söhne, so können sie jetzt nicht hierher gelangen; denn sie haben sich mit dem Horadal begeben auf die Höhe und sind nun bei ihm.
   18] Zur rechten Zeit aber will Ich sie schon vor dein Angesicht führen, wie deine beiden Weiber und deine Tochter; doch jetzt ist es noch nicht an der Zeit!
   19] Nun aber laß uns gehen und die Tafel setzen in den Tempel!
   20] Gehe daher hin und bringe die Tafel hierher; Ich werde sie anhauchen, und du wirst sie dann vor Mir und dem Henoch tragen in den Tempel!
   21] Alle andern aber sollen uns folgen; denn vor dir soll niemand einhergehen! Amen.«


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