Jakob Lorber: 'Das große Evangelium Johannes', Band 1, Kapitel 99


Rachsucht der Templer gegen Jesus. Jesus entzieht Sich ihnen und begibt Sich in das Haus des Petrus bei Bethabara. Heilung der Schwiegertochter des Petrus.

01] Als die Priester und Schriftgelehrten solche Sprache von ihren Glaubensgenossen vernehmen, da ziehen sie sich schnell zurück. Denn es waren derer, die zu ihnen kamen, bei hundert an der Zahl, und aus ihren Augen sprühte der vollste Ernst; denn diese merkten es schon lange, wer da hinter den jüdischen Priestern und Schriftgelehrten stäke und haßten sie schon lange mehr als alle Pestilenz!
02] Aber da die Priester, Pharisäer und Schriftgelehrten eben das merkten, wie die Juden sie nur auf eine feine Probe stellten, um eine Sache wider sie zu überkommen, auf daß sie dann desto mehr Grund hätten, Mir nachzufolgen (denn es war damals noch schwerer, aus der jüdischen in eine andere Kirche zu treten als in dieser gegenwärtigen Zeit aus der römisch-katholischen in eine reformierte), so warfen sie nun ein scharfes Auge auf Mich und fingen unter sich schon so ganz heimlich an zu beraten, wie sie Mich verderben könnten.
03] Der Oberste aber, in dessen Hause Ich nun zu Kapernaum ein paar Tage hindurch verweilte, steckte es Mir im geheimen, was da vorging, wie nun die jüdische Priesterschaft über Mich aufgebracht sei und Mir heimlich sogar nach dem Leben strebe!
04] Da sagte Ich: »Sie werden an Mir ihr arges Ziel wohl noch erreichen, aber jetzt ist es noch nicht an der Zeit. Auf daß sie aber nun nicht gar zu viel Gelegenheit zur Ausübung ihrer Rache haben sollen, so werde Ich Mich auf eine kurze Zeit aus dieser Stadt in eine andere begeben und werde dann später, so diese Gottesleugner in ihrer Wut sich mehr werden abgekühlt haben, wieder hierher kommen.«
05] Der Oberste, obwohl er Mich unendlich gerne bei sich behalten hätte, billigte Mein Vorhaben, da auch er selbst vor diesen Priestern, Schriftgelehrten und Pharisäern eine nicht unbedeutende Furcht hatte, indem er nur zu gut wußte, wie sich diese Natternbrut aufs geheime Denunzieren nach Rom verstand.

Matthäus.08,14-15*] Erkrankung der 'Schwieger' des Petrus (jl: Schwiegertochter!) (= Markus.01,29-34; = Lukas.04,38-41; jl.ev01.099,06-08)

• Matthäus.08,14] Und Jesus kam in das Haus des Petrus und sah, daß dessen a Schwieger darnieder lag und Fieber hatte. (a 1.Kor.09,05; = Mk.01,29-30; = Lk.04,38

06] Ich verließ dann am kommenden Morgen sehr früh mit der ganzen Mir folgenden Gesellschaft das überaus gastfreundliche Haus des Obersten und a begab Mich in das Haus des Simon Petrus, das da in der Nähe von Bethabara gelegen war, wo früher Johannes sein Wesen hatte. Als Ich aber in das schlichte, aber eben nicht ungeräumige Haus Petri trat, b da lag dessen Schwieger, ein gutes und sonst sehr arbeitsames und züchtiges Mädchen von etlichen zwanzig Jahren, an einem starken Fieber danieder im Bette und litt große Angst und Schmerzen. Da trat Petrus zu Mir und bat Mich, daß Ich ihr hülfe! (a Matthäus.08,14; = Mk.01,29-30; = Lk.04,38 b Matthäus.08,14; = Mk.01,31; = Lk.04,39)

• Matthäus.08,15] a Da ergriff er ihre Hand, und das Fieber verließ sie. Und sie stand auf und diente ihnen. (a Mk.01,31; = Lk.04,39)

07] Ich aber trat sogleich an ihr Bett hin, a nahm sie bei der Hand und sagte zu ihr: »Töchterchen, stehe auf und bereite uns lieber ein Mittagsmahl, anstatt daß du hier leiden sollst im Bette!« (a Matthäus.08,15; = Mk.01,31; = Lk.04,39)
08] b Augenblicklich verließ sie das Fieber, und das Mädchen stand sogleich auf und diente uns mit großem Fleiße und großer Aufmerksamkeit. (b Matthäus.08,15; = Mk.01,31; = Lk.04,39)


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