Beichte und Bußpraxis als Machtinstrument

Jesu Christi Mitteilungen durch Prophet Jakob Lorber (1800-64)


Kurzfassung der Aussagen in Lorbers Werken

In nicht wenigen Religionen, vor allem in der kath. Kirche, mißbrauchen Priester ihre angebliche Mittlerrolle zwischen Mensch und Gott und bezeichnen sich als Stellvertreter Gottes. Sie behaupten, sie hätten das Recht, den Sündern Bußwerke auferlegen zu dürfen, wodurch die Schuld getilgt würde. Dieses angemasste Recht verschafft ihnen enorme Macht über das Gewissen und das Verhalten ihrer Gläubigen. Jesus Christus offenbarte hierüber:

1) Als das Heidentum das Christentum wieder durchsetzte, wollten die Priester erneut Profit aus ihrer Tätigkeit machen. Dazu dienten vor allem die 'Sündenregister', die sündenvergebende Beichte vor dem Priester und die Erfindung von Bußwerken für Gläubige. (jl.gso1.085,06 f.)

2) Die Ohrenbeichte erhöhte die Macht der Priester und machte sie unabhängiger von den weltlichen Herrschern. Die Beichte hatte die Funktion, über das Gewissen der Untertanen die Gesinnung und Pläne der Mächtigen oder Gegner auszuspionieren und sie zu beherrschen. (jl.gso1.085,08)


Originaltexte: Bußpraxis als Machtinstrument

zu 1) Aus dem Heidentum stammt die Unsitte, aus der Sündenvergebung finanzielle Vorteile zu erzielen: a »Das alte Heidentum war den Priestern überaus einträglich, das reine Christentum aber war solcher Gewinnsucht gerade entgegen, nachdem es ausdrücklich heißt: "Umsonst habt ihr's empfangen, umsonst sollt ihr's auch wieder weitergeben." Solches konnte das Heidentum nicht brauchen, daher machte es lieber ein 'Sündenregister'. Und weil nach dem Mosaischen Gesetze zu wenig gesündigt ward, so gab es noch eigenmächtige, schwer zu haltende Gesetze hinzu, konstruierte dann zu dem Sündenregister und dem sehr zahlreichen Gesetzbuche die sündenvergebende 'Beichte' und leitete durch diese Beichte die Menschheit auf allerlei einträgliche Bußwerke hin. Durch diese hat sich dann das alleinseligmachende Pontifikat mit Hilfe noch anderer einträglicher gottesdienstlicher Zeremonien zu einem Weltglanze emporgearbeitet, vor welchem alle Könige bebten!« (a jl.gso1.085,06 f.)

zu 2) Beichte war eines neben mehreren Mitteln des kirchlichen Machterwerbs: a »Damit dieses alleinseligmachende Pontifikat sich noch unabhängiger und also auch unumschränkter wirkend aufstellen konnte, wußte es durch ein vortreffliches Mittel sich ein mächtiges stehendes Heer, über eine Million stark, zu bilden, welches allerorts die Burgen, Festungen, Städte und Länder der Kaiser, Könige und Fürsten unüberwindlich besetzte und somit alle Reiche sich botmäßig und zinspflichtig machte. Das Heer sind die Priester und Mönche, und das Mittel ist der Zölibat. Auf diese Weise war die (neu) heidnische Kirchenmacht unüberwindbar begründet. Da aber jeder Herrscher, so er wissen will, wie es mit seinen Untertanen stehe, geheime Kundschafter haben muß, so waren solche geheime Kundschafter auch dem Pontifikate überaus notwendig. Wer sind aber diese Kundschafter? Siehe, das gesamte Priestertum. (a jl.gso1.085,08)
Und wie heißt das Mittel, durch welches die geheimen Gesinnungen ausgekundschaftet wurden und noch werden? Es ist kein anderes als die 'Beichte'.« (jl.gso1.085,09)


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