Jakob Lorber: 'Kindheit und Jugend Jesu'

156. Kapitel: Der Dank des Maronius, der drei Priester und der Tullia. Das Schweigegebot Josephs. Joseph mit den Seinen wieder zu Hause (02.03.1844)

01] Darauf kam Maronius Pilla mit den drei Priestern zu Joseph und dankte ihm für alle die Wunderwohltaten.
02] Und Joseph ermahnte ihn, zu schweigen von alledem, was er hier gesehen hatte;
03] Und Maronius gelobte solches mit den drei Priestern auf das feierlichste.
04] Darauf kam Tullia, fiel vor der Maria nieder und zerfloß in Tränen des Dankes.
05] Maria aber beugte sich samt dem Kindlein nieder, erhob die Tullia und sprach zu ihr:
06] »Sei mir gesegnet im Namen Dessen, der auf meinen Armen ruht! Sei stets dankbar in deinem Herzen, eingedenk dieses Kindes, so wirst du in Ihm dein Heil finden!
07] Deiner Zunge aber lege eine Fessel an und verrate uns gegen niemanden!
08] Denn wenn es an der Zeit sein wird, da wird der Herr schon Selbst Sich vor der Welt offenbaren!«
09] Darauf entließ Maria die noch schluchzende Tullia.
10] Joseph aber sprach zu Cyrenius: »Freund, siehe, viele aus deinem Gefolge waren Zeuge von so manchen Wundertaten; diesen gebiete du ihres Heiles willen, daß auch sie schweigen möchten von diesem allem!
11] Denn jeden Verräter dieser rein göttlichen Sache wird der Tod treffen, wenn er nicht schweigen will!«
12] Cyrenius gelobte solches dem Joseph und versicherte ihm, daß da nie jemand auch nur eine Silbe erfahren solle.
13] Joseph aber belobte den Cyrenius und erinnerte ihn schließlich an die verheißenen acht Kinder, die da in fünf Mädchen und drei Knaben beständen.
14] Und Cyrenius sprach: »O Freund, das wird wohl mein erstes Geschäft sein!
15] Aber nun nur eine Frage noch: Siehe, ich werde in diesem Jahre noch wegen der Tullia nach Rom müssen!
16] Mein Bruder Augustus Cäsar da er schon einiges von mir, wie du es weißt, erfahren hat, wird mich sicher um mehreres fragen.
17] Was soll ich ihm sagen? Inwieweit darf ich diesen edlen Menschen in dies Geheimnis einweihen?«
18] Und Joseph sprach: Du kannst ihm, aber nur unter vier Augen, so manches sagen.
19] Aber erinnere ihn, daß er, so er schweigt, in seiner Kaiserwürde ungestört verbleiben wird, also auch seine Nachkommen;
20] so er aber auch nur eine Silbe irgendwo wird fallen lassen, da wird ihn Gott sogleich strafen!
21] Und wird er sich aber auflehnen gegen den Allmächtigen, da wird er mit ganz Rom im Augenblicke untergehen!«
22] Cyrenius dankte inbrünstigst dem Joseph für diese Belehrung; und Joseph segnete ihn und begab sich dann mit all den Seinen nach der Villa.


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