Jakob Lorber: 'Himmelsgaben', Band 3, Seite 146


Kapitelinhalt Die vier Evangelien über die Auferstehung des Herrn (Ostersonntag, 27. März 1842)

Anfrage des C L., dem Knechte J. L. übergeben von Ans. H.

   00] Wie kann man die nachfolgenden Abweichungen in den Erzählungen der vier Evangelisten von der Auferstehung des Herrn auf beruhigende Weise untereinander ausgleichen wie:
1. hinsichtlich der Frauen, welche das Grab besuchten; mt.28,01; mk.16,01; joh.20,01;
2. hinsichtlich der Anzahl der sichtbar gewordenen Engel und des Ortes, wo sie saßen; mt.28,02; mk.16,05; lk.24,04; joh.20,11-12;
3. hinsichtlich des Umstandes, ob die Frauen, wie bei Matthäus, Markus und Lukas, oder ob Petrus und Johannes, wie bei Johannes, zuerst in die Gruft traten,
4. hinsichtlich der weiteren Mitteilung der Nachricht,- mt.28,08; mk.16,08; lk.24,09; joh.20,10; joh.20,18.

Am Ostermontag, 28. März 1842, Vormittag.

   01] Schreibe nur, schreibe! Statt am Abende * soll es hier heißen: zu Ende des Sabbats; da bei den Juden, wie ihr doch sicher wissen werdet, jeder frühere Tag bis zum Aufgange der Sonne des nächsten Tages gedauert hatte. Das wäre sonach gleichlautend mit den anderen dreien. * (Hier ist ein Beispiel gegeben, wie auch aus solchen widersprüchlichen Teilen der Evangelien, die vor dem Forum der Verstandeskritik hinsichtlich der historischen und dogmatischen Wahrheit nicht überall stichhaltig sind, dennoch für das Gemüt, als dem eigentlich fruchtbaren Boden für Religiöses, Segensvolles herauszufinden ist, ohne ersteres ignorieren zu müssen. Und damit ist auch gezeigt, wie dennoch der Herr dafür sorgte, daß das dem inneren Lebensbedürfnis Nötige durch alle Stürme der Zeitströmungen in der Bibel erhalten blieb, die Sichtung und Klärung einer späteren reiferen Periode überlassend, welche nun begonnen hat. Mit diesem lichtvoll beruhigenden Bewußtsein mögen wir daher auch das jetzige Neue Testament mit seinen Widersprüchen weiter gesegnet benützen. d. Hrsg.)


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