Jakob Lorber: 'Himmelsgaben', Band 2


   08] Hauptsächlich aber habe auf Mich ein recht lebendiges Vertrauen, so wirst du bald und für immer ohne Schmerzen sein!
   09] Auch mußt du dich nicht so oft erzürnen wegen nichtiger Dinge, so wirst du zu einem reinen Blute gelangen.
   10] Schließlich noch ein gutes Mundwasser: Nimm eine kleine Handvoll Salbeiblätter und verkoche sie in einem Halbseidel Wasser. Wenn das Wasser grünlich geworden ist, dann seihe es ab, laß es laulich werden und spüle dir damit den Mund aus! Das aber täglich, dann wirst du nie mehr Zahnschmerzen bekommen, besonders so du auch die obige, ganz einfache Diät beachten wirst.
   11] Nun hast du ein gutes Rezept, nicht nur für dich, sondern auch für deine Geschwister und andere an solchen Übeln Leidende. Aber dieses Rezept wird erst dann recht gute Dienste leisten, so dein Vertrauen zu Mir recht lebendig wird. - Das sage und gebe Ich, dein bester Arzt, dir! Amen. Amen. Amen.

Politische Priesterränke (13.12.1847)

   01] Also schreibe denn ein wohlzubeachtendes Wörtlein Meinem lieben Andreas H.-W. (Andreas Hüttenbrenner, Bürgermeister von Graz, mit dem ihm vom Herrn erteilten Beinahmen »Willig«), nach dem er ganz getrost und besten Mutes handeln soll! Und es wird die rechte Wirkung nicht unterwegs verbleiben.
   02] Ich habe es dir, du lieber Andr. H.-W., ja schon im vorigen an dich gerichteten Wörtchen gesagt, daß diese verkehrte Art nun alle Minen wird sprengen und kein Mittel unversucht lassen, durch das es ihr däucht, ihren finsteren und herrschsüchtigen Zweck zu erreichen. Aber darob mache du dir nur keine Skrupel! Denn siehe, alles, was sie nun ergreift, führt sie nur eine Stufe näher zu ihrem Untergange, also, wie es gerade Mein Wille ist. Denn siehe, mit den eigenen Zähnen wird sich diese Natter zerfleischen!
   03] Auf daß du dich aber bei allen künftigen Begebnissen, die da vorkommen können und auch werden, zu richten und zu benehmen wissest, so merke, was Ich dir nun sagen werde!
   04] Es wird sich ergeben, daß diese nach Rache lechzenden Diener Baals, da sie keinen rechten Grund irgend fassen können, das Gubernium (die Landesbehörde) und den Magistrat wie die Polizei bei Hofe zu verdächtigen, selbst Hand aus Werk legen, im verborgenen Krawalle und demonstrative Meutereien gegen sich selbst anzetteln, sich dies und jenes antun lassen und dann sagen werden: »Seht, das sind die Früchte, die durch lauter weltliche hohe Staatsbehörden an uns Jüngern Gottes verübt werden! Das tut ein gottloses Gubernium, das ein Magistrat, dessen Beamte von A bis Z lauter gotteslästerliche, verdammliche Ketzer sind, die alle der Hölle und dem Teufel angehören!« - und dergleichen Geschrei mehr an das dumme, blinde Volk durch Predigten, im Geheimen, in den Beichtstühlen, wie auch womöglich an die harmlose Schuljugend während der Katechisierstunden.


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