Jakob Lorber: 'Himmelsgaben', Band 2


   06] Siehe also, du Mein liebes Töchterchen, mit deinem regelmäßigen Zur-Tante-Gehen bin Ich schon nicht so recht einverstanden, verbiete es dir aber auch nicht im geringsten, dahin zu geben. - Du kannst tun, wie es dir Freude macht. Denn siehe: Mich erfreut ja eine erzwungene Liebe nicht, sondern nur eine freie.
   07] Wenn du Mich manchmal frei deiner Tante vorziehen wirst, dann wird es Mich freuen. Aber so Ich dich dazu zwingen möchte oder müßte, da würde Mich deines Herzens Opfer nicht freuen! Gerade wie es dich auch nicht freuen möchte, so dich jemand nur dann lieb hätte, so du ihn dazu zwingen müßtest - gerade also ist es auch bei Mir!
   08] Die sind Mir stets die Liebsten, die von selbst zu Mir kommen, Mich allezeit im Herzen aufsuchen und Mich dann von ganzem Herzen über alles lieb haben. - Sie habe aber dann auch Ich über alles lieb und eröffne ihnen alle Schätze Meiner Himmel!
   09] Tue du, Mein liebes Töchterchen, denn auch also, so wirst du bald in Meiner großen Liebe groß werden und wirst sehen, wie übergut und überreich Ich, als dein wahrer Vater, bin und was alles Ich denen geben kann, die Mich über alles lieben!
   10] Das beherzige du, Mein liebes Töchterchen, nur recht von ganzem Herzen, dann wirst du bald ganz in Mein Vaterherz kommen! - Das sage und verheiße Ich, dein lieber Vater, dir! Amen.

Vor Gott ein Greuel (30.05.1847)

   00] Luk.16,15 »Da sagte Er zu ihnen: ,Ihr seid Leute, die sich selbst vor den Menschen als gereicht hinstellen. Gott aber kennt eure Herzen! Denn was von den Menschen als groß angesehen wird, ist ein Greuel vor Gott!«
   01] An diesem Texte haben sich wohl schon sehr viele Große und Kleine auf das gewaltigste gestoßen. Denn natürlich gilt dieser Ausspruch den Menschen und nicht den Dingen und Tieren. Und so sind es da auch besonders die Menschen von weltlich hohem Range, denen dieser Text widriger klingt als die allerverstimmteste Musik!


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