Jakob Lorber: 'Himmelsgaben', Band 2


   21] Nur wer das Wesen der Liebe kennt - und der kennt es nur, welcher es erlebt hat - kann jene Innigkeit fassen! - Alles, was wir denken und wollen, jede keimende Idee des Geistes, alles, was wir Großes und Herrliches schauen und genießen - jene Züge der Urgestalt, die in der irdischen Erscheinung geheimnisvoll vereint, durch das verworrene Leben gefesselt und gebunden sind, Leib und Seele zu einem höheren, geistigen Bunde sich durchdringend, treten uns in dem gegenwärtigen (persönlichen) Heilande entgegen. Alles, was Er der Welt war und sein wird, was er lehrte und litt, gestaltet sich in uns, daß wir dann innewerden: Seine Worte sind Er Selbst - sind Geist und Leben!« (Auch diese Stelle konnte in der zur Verfügung stehenden Auflage nicht festgestellt werden. - Ans. Hüttenbrenner)
   22] Aus diesen Stellen kannst du zur hinreichenden Genüge ersehen, wie Ich nun, wie schon gar lange her, für die Protestanten sorge, gesorgt habe und noch sorgen werde und wie Ich sie alle vorbereite auf die große Gabe!
   23] Du wirst zwar den Stil sehr gelehrt finden. Ich aber sage dir: Wer alle gewinnen will, der muß auch mit allen alles sein. Er muß weinen mit den Weinenden, scherzen mit den Scherzenden, lachen mit den Lachenden, fröhlich sein mit den Fröhlichen, traurig sein mit den Trauernden, leidend mit den Leidenden, gesund mit den Gesunden, krank mit den Kranken, stark mit den Starken, schwach mit den Schwachen, ein Narr mit den Narren und somit auch ein Gelehrter mit den Gelehrten! - Denn ein jeder ist nur in seiner Schwäche, die sein Joch, sein Netz und seine Schanze ist, zu fangen!
   24] Also muß man zuerst auch hier mit den zumeist gelehrten Protestanten gelehrt sprechen und sie so fangen in ihrer Schanze, so man sie für die absolute Stimme des Vaters, der Ewigen Liebe, will empfänglich machen!
   25] Und siehe, also komme Ich nun allen entgegen mit weit ausgebreiteten Armen und rufe von neuem: »Kommt alle her, die ihr mühselig und beladen seid! Ich Selbst will euch alle erquicken!«
   26] Darum sollst du dich auch nicht zu sehr sorgen, was mit deinem Empfange (d.h. mit den Jakob Lorber gewordenen Offenbarungen) geschehen solle! - Denn siehe, Ich habe ja eine Menge Arbeiter nun für Meinen Weinberg gedungen, die das Erdreich umgraben und die Stöcke beschneiden!


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