Jakob Lorber: 'Himmelsgaben', Band 2


   07] Aber du bedenkst dabei nicht, daß alle Menschen der Erde Meine Kinder sind. Und wenn du schon die schlechte Handlung von solch einer Mutter für gemütempörend fandest, da möchte Ich nicht gerne in dein Herz schauen, was dieses zu Mir sagen würde, so auch Ich ebenso unbarmherzig auf Meine irrenden Kinder bei jedem nur einigermaßen namhaften Vergehen losdreschen möchte?!
   08] Du willst, daß Ich die Menschen barmherzig machen solle. Ich aber soll schonungslos sogleich jedes irrende Kind totschlagen!? - Wahrlich, mit diesen Begriffen von Mir kannst du für die Zukunft schon hübsch fein zu Hause bleiben! - Meinst du denn, Ich sehe die Laster auf Erden nicht? - O du Tor!
   09] Ich sehe sie wohl; aber noch ist es nicht an der Zeit, darum die Sonne am Himmel auszulöschen. Es wird diese frühzeitig genug für jedermann ausgelöscht werden!
   10] Jenseits aber wird ein jeder den Lohn für seine Arbeit finden und bei ganz besonderen Gelegenheiten auch schon hier! - Das ist genug, und es braucht nichts mehr dazu!
   11] Lerne Mich sonach besser kennen und zwinge Mich nicht, zu werden, wie du bist; sondern sei, wie Ich bin, so wirst du klüger urteilen und strafen. Amen.

Der Geist und sein Leib (24.06.1843)

   01] Im armen Stübchen ruht die Leiche.
Die Freunde stehn um sie herum
und seh'n noch einmal auf das bleiche
Gesicht und weinen, trauern stumm.

   02] Wohl trocknen sie die heißen Zähren,
doch nicht versiegt der Wehmut Strom;
denn bald soll'n sie gar hart entbehren
den, der da war so gut und fromm!

   03] Als sie dann aus der Trauerkammer
zurück sich ziehn ins Schlafgemach
und sie da hält ihr tiefer Jammer
vom Schlafe los und trauernd wach,


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