Jakob Lorber: 'Himmelsgaben', Band 2


5. Das Vaterunser bezogen auf »Ordnung«

   44] Sage dem A.H.-W.: Diese »Ordnung« kommt hier sehr unordentlich zu stehen. Denn die Ordnung ist ja das Endresultat der Liebe, des Lebens und deren Folgen! - Ich will ihm aber das Gebet (dennoch auch in dieser Deutung) geben. Er aber möge es ordnen in sich! Und so schreibe denn:
   45] »O Du ewige Ordnung, die Du bist in Dir ewig, ewig! Geordnet werde in uns unser Leben, welches Du uns gabst aus Dir, damit wir Dir, o ewige Ordnung, selbst geordnet, völlig nachahmlich getreu zu leben vermöchten!
   46] Fließe daher als ein mächtiges Licht in uns ein! Sei uns hier der alleinige Lebensweg, wie Du es bist in Dir Selbst ewig!
   47] Werde, o Du ewige Ordnung, als unser Leben völlig tatkräftig in uns! Werde das alleinige Brot zur Sättigung unseres Geistes!
   48] Ersticke unsere große Unordnung in uns also, wie wir nach Deiner Erbarmung in uns diese Unordnung erkennen!
   49] Laß uns ja nicht ins Dickicht gelangen und da in der Nacht den rechten Ausweg suchen! Laß nicht finster werden die Sonne, nehme dem Monde nicht den Schein und laß nicht vom Himmel fallen die Sterne, auf daß wir nimmer möchten den rechten Weg aus dem Dickicht finden,
   50] sondern Du, ewige Ordnung, führe als eine hellste Sonne des Mittags und des Morgens uns aus dem Dickicht unserer eigenen Unordnung, welche ist das große »Übel«, in Deine heilige Ordnung! Amen.«
   51] Solches kann entnommen werden aus dem Texte: »Wer Mein Wort hört und tut darnach, der ist es, der Mich liebt, zu dem werde Ich kommen und Mich ihm Selbst offenbaren. - Und es werden dann seinen Lenden Ströme des lebendigen Wassers entfluten« (joh.14,21 und joh.07,38).
   52] Solches also besagt dies Gebet in der Ordnung, in welcher da ist die Vollendung des Menschen oder die völlige Wiedergeburt des Geistes. Und solches sei also wiederum gar besonders wohl beachtet! Amen.


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