Himmelsgaben Band 02

Neuoffenbarungen Jesu zu verschiedenen Themen durch Jakob Lorber (1800-64)

Niederschrift nach wörtlichem innerem Diktat


KapitelinhaltSeite 1: Liebe, die Grundkraft des Lebens (18.11.1841)

   01] Wacht und betet, damit ihr nicht in Versuchung fallet! Ist auch euer Geist willig, so ist aber doch schwach euer Fleisch!
   02] Wer diese ewige Wahrheit nicht beständig im Herzen trägt, ist nie sicher vor dem Falle! Wie schwer es aber für den Gefallenen ist, sich wieder aufzurichten und dann völlig aufzustehen, das zeigt euch die ganze Welt und, als ein überaus verständliches Beispiel, euer Leben selbst, so ihr dasselbe nur ein wenig durchachten wollet. Die ganze sichtbare Schöpfung samt den Menschen besteht ja nur aus Partikeln des großen, gefallenen und in die Materie gebannten Geistes Luzifer und seines Anhanges.
   03] Das »Fleisch« also ist schwach! Ihr sollt aber darunter nicht etwa das Fleisch eures Leibes verstehen, welches da ist ein totes Fleisch - sondern das Fleisch des Geistes, was dessen Liebe ist. Dieses, sollt ihr verstehen, ist das sehr schwache Fleisch, welches noch aller Versuchung ausgesetzt ist. Dieses Fleisch ist bei euch noch gleich einem Rohre im Wasser und einer Wetterfahne - welches alles sich richtet nach den Winden.
   04] Ich sage euch aber, wessen »Fleisch« noch schwach ist, der scheut zu besteigen die Berge und kann sich auf denselben auch keinen festen Fels aussuchen, darauf er sein Haus setzen könnte; sondern er bleibt gemächlich lieber in der Taltiefe und bauet da sein Haus auf Sand.
   05] Solange keine Wässer und Sturmwinde an die schwachen Wände seines Hauses schlagen und stoßen, steht das Haus wohl gleich dem auf hohem, festem Felsen; und ihr wundert euch über den Felsenbewohner, wie es ihm doch habe einfallen können, sein Haus auf solch hohen, nackten Felsen zu bauen. - Wenn da aber das Ungewitter kommt und die Wässer und Winde (sich erheben), wird euch da der Bewohner des Felsens nicht auch fragen: »O ihr gemächlichen Toren! Wie hat euch denn je einfallen können, im Sande des Tales euch ein Haus zu erbauen?!«
   06] Sehet, also ist noch schwach euer »Fleisch«, und ihr könnt euch noch nicht trennen vom Haus am Sande. - Ich sage euch darum, daß ihr wachen und beten sollet, damit - so das Ungewitter kommen wird - ihr nicht erliegt der Versuchung. Was nützt euch alle Erkenntnis, was die Willigkeit, wenn der Wille nicht unterstützt wird von der Liebe, welche ist des Geistes Fleisch!? Wird da wohl je eine Tat erfolgen?


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