Jakob Lorber: 'Himmelsgaben', Band 1


   16] Siehe, Meine Kinder sind ein großer Segen dem Hause, das sie bewohnen dürfen. Denn Ich bin ihr eigentlicher Vater und werde als solcher zu sein ewig nie aufhören! - Mehr brauche Ich dir dermal nicht zu sagen. Denn du würdest es nicht ertragen. Aber sei gefaßt, Ich will dein Haus heimsuchen. - Daher sage Ich Amen, dein guter Fürst und Vater! Amen.

KapitelinhaltUnfruchtbare Gotteslehren (28.02.1841)

(Die nachstehenden Darlegungen sind der Eingang einer Reihe von Kundgaben, welche unter dem Titel »Die zwölf Stunden« in einer Sonderschrift herausgegeben werden.)

   01] In der sogenannten bessern und gebildeten Welt, wo die christliche Religion unter verschiedenen Sektenformen gang und gäbe ist, wird die Moral zumeist nur also gepredigt, wie sie in politischer Hinsicht den Machthabern entweder in weltlichen oder in geistlichen Dingen gerade am zweckdienlichsten ist. Es wird dem Volke eine graue Kenntnis Gottes beigebracht, nicht darum, daß sie denselben erkennen und lieben, sondern nur als den unerbittlichsten Tyrann aller Tyrannen unermeßlich fürchten sollen. Und so wird die Gottheit nur als eine Geisel gepredigt, die noch fruchten soll, wenn alle andern Geiseln schon fruchtlos geworden sind.
   02] Statt daß die Gottheit dem Volke zum allerhöchsten Troste bekanntgegeben werden möchte, wird Sie demselben nur gegeben als ein Etwas, das nichts zu tun hat, als in jeder Minute Millionen von moralisch verdorbenen und ungehorsamen Kindern ins ewige Feuermeer unwiderruflich zu verdammen. Und so seht euch ein wenig in der Welt um; erblicket die zahllosen Kerker, die alle voll angefüllt sind mit allerlei moralischen Verbrechern, und wie von Minute zu Minute diese Kerker immerwährend einen großzähligen Zuwachs bekommen, daß wenn diese Kerker auf einem Punkte vereinigt wären, ihr glauben müßtet, die ganze Generation der Erde werde sich in wenigen Jahren bequemen müssen, allda hinein zu marschieren.
   03] Und fraget, was geschieht denn nun diesen Menschen, die da hineinkommen? Da seht nur ein wenig her gegen Morgen! Sehet, da steht schon eine Anzahl totenbleicher Scharen, umgeben von allerlei bewaffneten Menschen und giftigen Richtern, und seht weiter da eine Unzahl Mordinstrumente, mit denen diese Unglücklichen hingerichtet werden. Allda seht ihr brennende Scheiterhaufen, Galgen, Schafotte und vielerlei andere Mordinstrumente. Sehet, das ist die letzte »Besserungsanstalt« für solche moralische Verbrecher! - Nun werdet ihr fragen, was haben denn alle diese angestellt? - Ja, sage Ich, es gibt darunter Mörder, Räuber, Diebe, Überläufer und Aufwiegler des Staates. Es gibt ferner noch Menschen, die durch allerlei Betrügereien dem Staate großen Schaden gebracht haben; darunter solche, die sich gegen die eine oder die andere politische oder auch moralische Anordnung schwer verstoßen haben. Sehet, da sind sonach die Verbrechen dieser Unglücklichen aufgedeckt, insoweit dieselben als ein Grund für die Rechtfertigung von derlei Strafen dienen können.


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