Jakob Lorber: 'Himmelsgaben', Band 1, Seite 21


   02] Solche Fragen aber sind die über Zeitbestimmungen nach Jahr, Tag und Stunde! - Denn seht, Ich bestimme nie eine Zeit zu etwas, sondern handle allezeit nach der Beschaffenheit der Umstände bei den Menschen, und zwar als Vater bei den Kindern und als Gott bei den (Welt)Menschen. Müßte ich denn nicht grausam sein, so Ich sagen würde: »Im nächsten Jahre werde Ich Mein Gericht über euch losbrechen lassen« - und täte es bestimmt, auch so ihr euch von Grund aus bessern würdet!? - Nun, urteilt selbst! - Und täte ich es nicht, wäre Ich dann nicht ein barer Lügner!? Und wie vertrüge sich das mit Meiner Liebe und Meiner Heiligkeit?
   03] Aus dieser wahren Ursache lasse ich alle prophetischen Zeitbestimmer und Zeitrechner anrennen und am Ende zuschanden werden. Und so werde also nicht Ich, sondern werden die Menschen durch ihr Tun die Zeit unbewußt bestimmen. Und Ich werde dann kommen wie ein Dieb, wann sie es am wenigsten gedenken werden.«
   04] Eine zweite solche närrische Frage ist: Durch was für ein Opfer Ich zu etwas zu bewegen wäre? - Seht, eine solche Frage tut Mir weh von Meinen Kindern, dieweil Ich daraus erkenne, daß sie Mich noch für eine Art Götzen ansehen, statt in aller Wahrheit und Liebe für ihren einzig guten, heiligen Vater, der von euch nichts will als eure kindliche Liebe. - Eure kindliche Liebe, das ist das einzige Opfer, daran Freude hat euer Vater und größtes Wohlgefallen euer Gott!
   05] Doch was die Rekrutierung betrifft, so ist sie der Weltübel größtes nicht, sondern nur eine Folge der Weltliebe - und somit mehr als Folge anzusehen denn als das eigentliche Böse selbst. Und so auch der Soldatenstand, welcher dauern wird, solange wie das Welttum aus der Eigenliebe der Menschen... Daher sollt ihr euch nicht so viel daraus machen der Rekruten wegen. Denn seid vollkommen versichert, daß Meine Kinder nie Waffen tragen sollen, denn Ich bin ihre Waffe gegen alles Übel. Und so sie auch tun müßten gleich den Weltkindern, was nur selten geschehen wird und kann, so glaubt Mir, Ich werde auch da ihr Vater sein und ein starker Gott, ihnen zur scharfen, unbesiegbaren Waffe.
   06] Sehet, es liegt sehr wenig daran, was ihr da wärt auf der Welt, ob Landleute, ob Bürgen der Städte, ob Soldaten, ob Fürsten, Könige und Kaiser. Sondern darauf kommt es an, wie ihr es wärt - aus Eigenliebe oder aus Nächstenliebe oder aus Meiner Liebe in euch (d.h. aus Liebe zu Mir und daraus) zu den Nächsten. Danach wird sein euer Leben in der Ewigkeit.


Home  |    Inhaltsverzeichnis 'Himmelsgaben' Band 1  |   Werke Lorbers