Jakob Lorber: 'Die Haushaltung Gottes', Band 3

Kapitelinhalt 182. Kapitel: Ohlads törichte Bitte an Gott. Gottes wichtige Gesellschaftswinke: "Wo zwei oder drei beisammen sind in Meinem Namen, da bin Ich mitten unter ihnen!" (13.12.1843)

   01] Der Ohlad aber sprach in der tiefsten Demut darauf zum Herrn: »O Herr, Dein überheiliger Name werde geheiligt, und Dein Wille geschehe allzeit wie ewig!
   02] Ich, ein armseligster, elender Wurm vor Dir im Staube meiner völligen Nichtigkeit aber wage dennoch aus dem Grunde meiner großen Not Dir entgegen eine Frage zu tun, und Du, Vater, voll der unendlichsten Liebe, Erbarmung und Geduld, wirst mir darob ja nicht gram werden!«
   03] Und der Herr sprach aus der Wolke: »Also stehe denn auf, und rede! Ich werde Mein Ohr an deinen Mund legen!«
   04] Und der Ohlad erhob sich und sprach: »O Herr, sage mir nach Deiner Gnade: Sollen wir Menschen nimmer unsere Nachbarn besuchen und uns nimmer - selbst auf eine ganz ehrbare Weise - mit unseren Brüdern und Schwestern vergnügen?
   05] Siehe, wir armseligen Menschen haben ja ohnehin wenig Erheiterndes auf dieser mageren Erde! Müssen wir auch noch unsere gegenseitigen geselligen Besuche und Besprechungen gänzlich meiden, so bleibt uns dann ja rein nichts übrig, als sich irgendwo in ein Loch einzupferchen und daselbst zu nagen an der eigenen trübseligsten Langeweile!
   06] Daher möchte ich Dich, Herr, doch wohl bitten im Namen aller meiner Brüder und Schwestern, daß Du in dieser Hinsicht Deinen Willen ein wenig nur mildern möchtest! Wäre es denn Dir nicht wohlgefällig, mir eine Regel zu geben, ja ein Gesetz sogar, nach dem irgend Gesellschaften dennoch stattfinden dürften?!
   07] Und der Herr sprach darauf zum Ohlad: »Ich wußte es ja, daß auch du noch ein kranker Esel bist; darum verlangst du solches von Mir wider alle Meine Ordnung!
   08] Siehe, du Ochs, auf der Erde Boden wachsen gesegnete und verfluchte Pflanzen, Gesträuche, Bäume und Früchte; die gesegneten entstammen dem Himmel, und die verfluchten der Hölle. Die Früchte der letzten Art sind nicht selten anlockender als die der ersten. Möchtest du da nicht auch sagen: Herr, nimm ihnen das tödliche Gift auf daß wir sie genießen können, gleich wie die gesegneten?'
   09] Ich aber sage dir: Das tue Ich nimmer; denn Ich habe ohnehin auf eine verfluchte dreißig gesegnete gesetzt, und das wird doch genug sein!
   10] Dazu steht es dir noch frei, die verfluchten Pflanzen auszurotten und dafür lauter gesegnete anzubauen. Ist das nicht genug?
   11] Also habe Ich auch dem Menschen eine Gesellschafterin und eine Gehilfin gegeben, und siehe, der erste Mensch Adam war damit zufrieden! Wollt ihr denn mehr sein, als da war das erste Menschenpaar auf der Erde?!
   12] Hat nicht ein jeder Vater seine Kinder und desgleichen eine jede Mutter?! Und hat nicht ein jeder Hausbesitzer sein Gesinde, seine Knechte und Mägde, die auch Menschen sind?! Was will er da noch mehr?
   13] Adam hatte nur ein Weib und später seine Kinder und hatte keine Knechte und keine Mägde, - und siehe, er war damit zufrieden! Warum wollt ihr denn mehr, als da aus Meiner Ordnung dem Adam gegeben ward?!
   14] O ihr Nimmersatte, darum wollt ihr mehr, weil ihr an Mir kein Genüge habt! Ich bin euch zu wenig darum wollt ihr Unterhaltungen der Welt! Darum wollt ihr lachen und klatschen und spielen in munteren Zirkeln weil ich euch langweile!
   15] Adam hatte an Meiner Gesellschaft genug, und der Eva genügte der Adam und ihre Kinder; darum lebte er neunhundertdreißig Jahre zufrieden ohne Gesellschaftsspiele! Warum wollt ihr denn mehr?
   16] Ich aber sage dir, da Ich dich schon gesalbt habe: So ihr euch besucht in Meinem Namen, wie es Adam tat bei seinen Kindern sogar, dann soll auch jede Gesellschaft gesegnet sein; denn wo zwei oder drei in Meinem Namen versammelt sind, da bin Ich mitten unter ihnen!
   17] Wo sich aber irgend Besuchsgesellschaften bilden wegen was immer für weltlichen Vergnügen, da soll der Satan unter ihnen sein und soll nach seiner Lust erwürgen seine Kinder!
   18] Frage Mich daher nicht wieder - willst du Mich nicht zum letzten Male gefragt haben -, sondern gehe eilends, und erfülle Meinen Willen! Amen.«


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