Jakob Lorber: 'Die Haushaltung Gottes', Band 2

Kapitelinhalt 208. Kapitel: Lamechs Gelübde und Liebesbund mit dem Herrn. Kisehels Zeugnis über den unsichtbaren Hauptfeind Satan.

   01] Als der Lamech von Kisehel solches vernommen hatte, da ward er überfroh und heiter und sagte darauf zum Kisehel: »Mächtiger Freund und Bruder! Dem allmächtigen, ewigen Gott und Schöpfer aller himmlischen Kräfte, dieser Erde, und alles dessen, was in ihr, auf ihr und über ihr ist, lebt, atmet und denkt, sei ewig alle meine Liebe, Ehre und Anbetung dafür, daß Er also barmherzig ist und also überaus gnädig, daß Er nun durch dich zu mir geredet hat und hat mir gezeigt des Lebens rechten Weg!
   02] Denn jetzt erst bin ich völlig hergestellt und weiß, wie da die Dinge stehen.
   03] Darum wird aber von nun an auch der Lamech alle seine Kräfte aufbieten, an allen den noch Lebenden das gutzumachen, was er mit und an ihnen Arges vollzogen hatte.
   04] Solches alles gelobe ich, Lamech, euch allen jetzt bei dem allerheiligsten, lebendigen Namen des Allerhöchsten!
   05] Und der Kisehel sagte darauf zum Lamech: »Höre, Bruder Lamech, der Herr hat dich nicht aufgefordert, auf daß du Ihm ein Gelübde machen sollst; da du aber somit freiwillig Gott deine Treue gelobt hast, so hast du damit mit Ihm, dem allerheiligsten Vater, einen festen Liebesbund geschlossen! Er hat ihn angenommen; darum auch wird Er dich stärken, aber dabei nicht unterlassen, dich nach dem gerechten Maße zu prüfen, damit du stets eine Menge Gelegenheiten haben sollst, deine Ihm angelobte Treue stets mehr und mehr zu befestigen.«
   06] Bleibe daher deinem Bunde getreu; der Herr wird dir alle Wege vorzeichnen, welche du zu wandeln wirst haben in Seinem allerheiligsten Namen!
   07] Welche Schwierigkeiten sich dir auch immer entgegenstellen möchten, so sollst du sie aber dennoch nicht ansehen, sondern allzeit handeln nach dem Willen des Herrn, und sei gläubig versichert, der allmächtige, heilige Vater wird dir jedes Unternehmen in Seinem Namen segnen und vollends gelingen machen!
   08] Siehe, es war keine kleine Aufgabe für uns, dich, lieber Bruder, von deinem Untergange zu retten; allein der Herr war mit uns, und du stehst nun da, uns wohl der herrlichste Lohn für alle unsere Angst, Mühe und Arbeit! Denn wir haben nicht nur mit dir sondern mit einem bei weitem ärgeren und mächtigeren Feinde zu kämpfen gehabt, als du selbst es warst; und dieser war der große, dir unsichtbare, alte Fürst der Lüge, der Selbstsucht, aller List und alles Truges, der abgesagteste Feind Gottes, der da vom Anbeginne mehr sein wollte als Gott.
   09] Da ihn aber Gottes Macht gestürzt hat, so ist er voll Grimm und denkt und sinnt nun nach nichts anderem, als wie er nur immer könnte Gott einen Schaden zufügen!
   10] Dieser große Feind ist nun noch sehr mächtig, und sein Reich ist noch maßlos groß; denn er weiß es gar wohl, wie groß die göttliche Vaterliebe und Geduld ist, sündigt darauf los zu jeder Zeit, darum ihm Gottes Erbarmung noch den freien Willen belassen hat, wie sein Reich.
   11] Und siehe darum, lieber Bruder, mit diesem Feinde hatten wir zuerst zu tun und mußten zuvor seiner vollends Meister werden, bevor wir uns dir erst haben nahen können, um dich zu retten; also haben wir um dich einen großen und überstarken Kampf zu bestehen gehabt!
   12] Auf dieselbe Art wirst auch du, lieber Bruder, allzeit einen starken Kampf zu bestehen haben; aber sei allzeit deines heiligen Bundes mit Gott eingedenk, und verbleibe demselben allzeit völlig treu, so wirst du siegen über jede Gefahr und wirst am Ende als ein mächtiger Herold, mit der Siegerkrone angetan, einhergehen in das ewige, unvergängliche, allerseligste, freieste Leben!
   13] Nun nimm unseren Segen hinzu; des Herrn Liebe, Gnade und Erbarmung sei allzeit mit dir und all deinem Volke!
   14] Und so denn lasset uns Gott danken, loben und preisen und uns sodann begeben zur stärkenden Ruhe unseres Leibes!«
   15] Darauf begaben sich alle in den Thronsaal, lobten und priesen da den allerheiligsten Namen, begaben sich dann zur Ruhe, und die sieben Boten blieben im Vorgemache Lamechs.


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