Jakob Lorber: 'Das große Evangelium Johannes', Supplemente S. 271

   01] Das weitere, was ihr von diesem Jüngling wissen wolltet, erzählte er mündlich; daher denn auch verschiedene mündliche Überlieferungen darüber, wer dieser Jüngling sein mochte, besonders in der römischen Kirche gang und gäbe wurden, darunter eine der allerdummsten jene war und zum Teil noch ist, darnach man aus diesem Jünglinge den Apostel Johannes zu machen bemüht war. Und nun wißt ihr auch von diesem Jünglinge das Sicherste und Wichtigste. Und somit begnügt euch mit dem allem in Meinem Namen. Amen.

Über den Evangelisten Lukas; Vergleiche mit Matthäus (jl.ev11.271,03-275,01)

   02] Ich kenne deine weiteren vier Punkte, über die du eine nähere Auskunft haben möchtest, und so will Ich dir auch in möglichster Kürze etwas darüber sagen.
   03] Was den Evangelisten Lukas anbelangt, so habe Ich dir bei verschiedenen Gelegenheiten schon ohnehin dies und jenes gesagt.
   04] Was sein Evangelium anbelangt, so ist es von ihm eine Tatensammlung, die ihm durch a sein Forschen sowohl in als um Jerusalem über Mich und Meine Taten und Lehren durch verschiedene Menschen in seine Erfahrung gekommen sind. Er selbst hat sie b hernach in seiner Art und Weise geordnet und also in Kapitel und Verse eingekleidet, wobei er sich ganz natürlicherweise nicht an die Zahl der Kapitel und Verse eines andern Evangeliums hat binden können; daher bei ihm so manches in einem ganz andern Kapitel und Verse vorkommt als bei den andern Evangelisten, was ein jeder von euch leicht beim Vergleiche der angezeigten Parallelstellen erfahren kann.« (a Lukas.01,01-03; b Lukas.01,03)
   05] Was seine Persönlichkeit betrifft, so war er ein Formenmaler und Zeichner (Designer), mit welchen Produkten seiner Hand er die Weber, Tuch- und Teppichmacher versehen konnte; auch die Zeichnungen der jüdischen Schals und Vorhänge rührten häufig von seiner Hand her. Danebst war er auch ein Schriftmaler und auch Schreiber (Calligraph), besonders so jemand etwas vollkommen schön und regelmäßig geschrieben haben wollte, verstand und sprach griechisch, lateinisch und hebräisch und konnte zur Not auch in den andern Sprachen, die um Juda herum gang und gäbe waren, sich mitteilen und verständlich machen.
   06] Zudem war er, wie es dergleichen mehrere Menschen gibt und gegeben hat, ein erpichter Neuigkeitskrämer und erkundigte sich daher um alles, was besonders zu Meiner Zeit geschah und unter den Menschen viel Redens und Aufhebens machte. Er hatte seine Freude daran, den vielen neugierigen Menschen, mit denen er im Verkehr stand, etwas außerordentliches Neues erzählen zu können, wobei er durchaus keinen Eklektiker (Prüfer) machte, sondern ihm war das nächste beste recht, wenn es nur den Schein von etwas Außerordentlichem hatte.


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