Jakob Lorber: 'Das große Evangelium Johannes', Index Band 10

Kapitelinhalt 115. Kapitel: Vorhersage Jesu über die letzte Zeit (Endzeit).

   01] Sagte nun Pellagius: »Ja, o Herr und Meister, wir alle danken dir für dieses Licht, das freilich nicht geeignet ist, ein besseres Menschenherz heiter zu stimmen. Aber es ist dennoch auch gut also, daß sich der Böse selbst richtet, verdammt und vom Guten vollends für immerdar absondert.
   02] Doch so man hier zu solchen Menschen sichtbar gar mächtige Engelsgeister aus den Himmeln sendete, die ihnen ihr Unrecht so recht klar zeigten und ihre Sendung auch durch große Zeichen bestätigten, da sollte es sich ja doch um alles in der Welt handeln, daß sie nicht in sich gingen und sich bekehrten!«
   03] Sagte Ich: »Ja, du Mein Freund, es macht deinem Herzen eine große Ehre, daß du also denkst; doch der Wunsch, den du nun ausgesprochen hast, ist von Mir auf dieser Welt, wie zuweilen in der andern, schon gar oft ins Werk gesetzt worden und war für die noch immer Rettbaren auch stets von der besten und oft sehr nachhaltigen Wirkung, doch für die schon ganz verstockt Argen von gar keiner.
   04] Siehe die Geschichte von Sodom und Gomorra! Da kamen wahrlich Engel aus den Himmeln zu Lot, - und was richteten sie aus? Lies, und du wirst es finden! Lies, was zu Noahs Zeiten geschah! Wer, außer Noah mit den Seinen, kehrte sich daran? Was tat Moses vor dem Tyrannen Pharao, - und dieser ward nur immer erboster und böser und ließ nicht nach, Moses und die Israeliten auf das ärgste so lange zu verfolgen, bis das Meer ihn samt seinem Heere verschlang! Sieh an die Geschichte von Jericho! Da geschehen unter Josua große Zeichen, und außer einer Hure kehrte sich niemand daran! Lies dann die Geschichte aller großen und kleinen Propheten und da wirst es finden, wie wenig sie bei den eigentlichen verstockten Sündern wider die Ordnung Gottes bewirkt haben!
   05] Lassen wir aber alles das, was auf dieser Erde die Zeit verschlungen hat, sondern betrachten wir die große und nie dagewesene Jetztzeit!
   06] Siehe an Meine Jünger! Wer sind sie? Arme Fischer zumeist! Es sind von Jerusalem wohl auch einige hier, die Mir nun schon eine geraume Zeit nachfolgen. Wo aber sind die eigentlichen Großgebieter dieser Stadt, die doch auch Meine Worte vernommen haben, und wo Ich als der Herr Selbst im Geleite eines der größten Engel aus den Himmeln vor ihren Augen die größten Zeichen gewirkt habe und der Engel selbst an Meiner Seite?
   07] Was aber hatte das alles gewirkt? Siehe, daß sie Mich nun über Hals und Kopf mit der größten Hast verfolgen und Mich zu töten suchen!
   08] Ich werde am Ende auch noch das - wie Ich dir das schon angezeigt habe - an Mir, das heißt an diesem Meinem Leibe geschehen lassen und werde am dritten Tage wieder auferstehen und zu allen Meinen Freunden kommen und sie trösten und stärken, - und die Verstockten werden sich dennoch nicht daran kehren, sondern mit gleicher Hast verfolgen auch Meine Freunde, und das so lange, bis das Maß ihrer Greuel voll wird und Ich sie von der Erde hinwegfegen werde.
   09] Ich werde aber fürderhin bis ans Ende der Welt Meine Boten senden aus den Himmeln, auf daß von den argen Kindern dieser Welt Mein Wort nicht vertilgt und zu sehr verunglimpft werde; aber auch diese werden um Meines Namens willen verfolgt werden, mehr oder weniger, bis zur Zeit, da Ich wiederkommen werde wie ein Blitz, der vom Aufgange bis zum Untergange alles hellst erleuchten wird, was auf Erden ist und gut oder böse wirkt.
   10] In jener Zeit werde Ich eine größte Sichtung über den ganzen Erdboden ergehen lassen, und nur die Guten und Reinen werden erhalten werden.
   11] Aus dem kannst du nun wohl entnehmen, daß Ich deinem ausgesprochenen Wunsche seit dem Urbeginn der Menschen stets getreuest nachgekommen bin, jetzt sicher außerordentlich nachkomme, und also auch bis ans Ende der Zeiten dieser Welt nachkommen werde; aber der Wille des Menschen wird dennoch stets frei bleiben, und ein jeder Mensch wird in jeder Zeit die Fleischlebensprobe durchzumachen haben und wird sich in all den Begierden und Gelüsten des Fleisches möglichst selbst verleugnen und in allem demütig und geduldig sein müssen, um so Mein Reich in sich wahrhaft zu pflegen und zu vollenden. Denn ein jeder, der zu Mir wird kommen wollen, der wird auch so vollkommen sein müssen, wie da Ich Selbst vollkommen bin; damit er aber das auch werden kann, darum bin Ich Selbst leibhaftig in diese Welt zu euch gekommen und zeige euch allen den Weg dazu.
   12] Lasset euch denn nicht betören und verblenden von der Welt, ihrer Materie und von den Gelüsten eures Fleisches, auf daß in euch nicht wach werde das Gericht der Welt, ihrer Materie und eures Fleisches und dadurch denn auch die eigentliche Hölle, die der wahre, zweite Tod der Seele ist.«


Home  |    Index Band 10  |   Werke Lorbers