Jakob Lorber: 'Das große Evangelium Johannes', Band 8

Kapitelinhalt 76. Kapitel: Über die Bewohner des untergegangenen Weltkörpers.

   01] Als den Anwesenden das also gezeigt und erklärt wurde, da sagte Markus, der Römer: »O Herr und Meister, das muß auf jenem Planeten für seine Menschen ja doch etwas unbeschreibbar Schreckliches gewesen sein! Sie mußten ja alle aus Verzweiflung gestorben sein! Und was ist aus ihren Seelen geworden?«
   02] Sagte Ich: »Daß eine solche Katastrophe für jene Menschen etwas sehr Entsetzliches war, das ist ganz sicher; aber sie waren selbst schuld daran. Sie sind zuvor schon viele und lange Zeitläufe hindurch belehrt, ermahnt und gewarnt worden. Es ward ihnen gezeigt, was sie zu erwarten haben. Sie hielten aber alles das in ihrer großen Weltklugheit für Hirngespinste und eitle Faseleien von seiten jener Seher, die in ihrer Schlichtheit und irdischen Armut nur etwa darum solche Dinge einem leichtgläubigen Volke vorsagten, damit sie zu einem Ansehen und auch zu einer körperlichen Versorgung kämen. Die Großen und Vornehmen glaubten ihnen nicht nur nicht, sondern verfolgten sie nach allen Richtungen auch mit Feuer und Schwert; ja, sie stellten sich am Ende allem dem, was nur nach etwas Geistigem roch, so ernst entgegen, daß ein jeder, der es wagte, irgend etwas an einen Geist nur von ferne hin Bezughabendes laut auszusprechen oder zu schreiben, ohne alle Gnade getötet wurde, und es war sonach denn auch nicht mehr möglich, dem zu großen Hochmute und der zu unbarmherzigen Härte jener Menschen zu begegnen.
   03] Jene (Mallona)Menschen waren in irdischen Dingen sehr erfinderisch und erfanden schon vor gar vielen Tausenden von Jahren dieser Erde eine Art Sprengkörner. Diese zerstörten alles, wenn sie angezündet wurden. Wenn ihr von jenen bösen Sprengkörnern etwa zehntausend Pfund etwa tausend Mannslängen tief unter den Berg Libanon in einem Haufen in einer Höhle aufschichtetet und dann anzündetet, so würden sie sich dann alle in ein und demselben Augenblick entzünden und den ganzen großen und hohen Berg in viele Stücke zerreißen, wie solches auch die Hanochiten vor Noah mit gar manchem Berge taten, dadurch die inneren Wasserschleusen der Erde öffneten und dann alle in den hochgestiegenen Fluten umkamen.
   04] Sehet, mit solchen bösen, ihnen von den Teufeln angegebenen Erfindungen trieben denn auch die Menschen des nun zerstörten Planeten ihr stets größeres Unwesen und Spiel am Ende schon in dem großartigsten Maße. Sie führten Kriege, und einer unterminierte des andern Land tief nach allen Richtungen hin und füllte die Minen mit großen Haufen solcher teuflischen Sprengkörner. Diese wurden dann auf eine künstliche Art angezündet und zerstörten das ganze große Land. Mit solchen Länderzerstörungsversuchen trieben sie es stets weiter und weiter und machten auch stets tiefere und großartigere Löcher ins Innere ihrer großen Erde (Mallona), die beinahe zweitausendmal größer war als diese Erde, und kamen endlich einmal doch zu tief, wodurch der Erde innere Kammern, die von Natur auch mit dem Urfeuerstoff weit und tief angefüllt sind nach zahllos vielen Richtungen hin, mit in den heftigsten Schnellbrand gerieten. Und sehet, solche innere Feuergewalt trieb dann den ganzen großen Planeten aus seinen Fugen und machte ihn nach allen Richtungen hin zerplatzen, und die argen Menschen hatten samt ihrer Erde ihr Ende erreicht!
   05] Ich wußte wohl darum, daß es also kommen werde, und hatte es auch schon mit dieser Erde vorgesehen, daß sie nun das ist, was sie ist. Diese Erde aber entsprach ursprünglich schon dem demütigst letzten Teile am Leibe des Menschen, nämlich dem untersten Hautnervenwärzchen des kleinen Zehens am linken Fuße - zwar nicht der Örtlichkeit, sondern, wie gesagt, der demütigen geistigen Bedeutung nach, und nun ist sie die Trägerin Meiner eigentlichen Kinder, die sich nach Meinem ihnen geoffenbarten Willen selbst aus ihrem freien Willen zu richten und zu erziehen haben.
   06] Es besteht aber selbst in physischer Hinsicht zwischen dem Hauptlebenswärzchen im Herzen und dem untersten Hautnervenwärzchen des kleinen Linkfußzehens eine Verbindung und Entsprechung, und so kann man besonders in der demütig geistigen Beziehung sagen, daß diese Erde zuvor auch bei dem Großen Schöpfungsmenschen dem obbezeichneten Zehenhautnervenwärzchen entsprach und daher nun auch das Hauptlebenswärzchen im Herzen des Großen Schöpfungsmenschen ist und auch bleiben wird, das heißt, geistig durch die auf ihr gewordenen Kinder Meiner Liebe und Weisheit. Aber sie kann das auch noch physisch eine für euch undenkbar lange Zeit verbleiben, ob es auch auf ihrem Boden zu großen Veränderungen kommen wird. Denn auch die späteren Nachkommen werden wieder die bösen Sprengkörner erfinden und noch eine Menge anderer Zerstörungswerkzeuge und werden viele, viele Verheerungen auf der Erde anrichten; daß sie aber nicht in zu große Tiefen der Erde werden kommen können, dafür wird von Mir aus schon vorgesehen werden.
   07] Also werde Ich auch die Meinen auf dieser Erde nimmerdar als Waisen lassen, sondern im Geiste bei ihnen verbleiben bis ans Ende ihrer Zeiten, und es wird darum eine solche Zerstörung auf dieser Erde nimmerdar geschehen können; aber örtliche Verheerungen und Verwüstungen werden wohl sicher vor sich gehen, und die Menschen werden dabei auch in große Ängste, Schrecken und Trübsale geraten, und es werden viele verschmachten vor Furcht und banger Erwartung der Dinge, die über die Erde kommen könnten. Aber sie werden auch selbst schuld sein an allem, was über sie kommen wird.
   08] Und so habe Ich vor euch nun enthüllt, was es mit jenem nun zerstörten Weltkörper zu seiner Zeit und was es nun mit dieser Erde für eine Bewandtnis hat und auch fürder haben wird; ihr aber fraget euch nun selbst, ob ihr wohl alles verstanden habt!«


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