Jakob Lorber: 'Das große Evangelium Johannes', Band 6, Kapitel246

Die Erlösung des Weltenmenschen

   01] (Der Herr:) »Gleich wie ihr nun, werden noch zahllos viele aus ihm hervorgehen, und das so lange, bis alles in ihm Gerichtete und Gefangengehaltene in das freieste geistige Leben übergegangen sein wird; und solange dieser ganze Weltenmensch nicht völlig ins freie und selbständige Geistige aufgelöst sein wird, solange wird auch das Gericht und die Hölle fortbestehen. Und so darf sich niemand von euch sorgen, daß etwa die Höllengeister von der ärgsten Gattung in ihren sich selbst bereiteten Leiden und Qualen zu kurz kommen werden.
   02] Die Umlaufzeit dieser Sonne (d.h. unserer Sonne) um ihre Zentralsonne beträgt einen Zeitraum von ungefähr 28 000 Erdenjahren, welcher Zeitraum also für die Sonne selbst ein Jahr ausmacht, das heißt soviel als ein Jahr auf der Sonne.
   03] Bevor noch diese Erde war, hatte die Sonne als das, was sie nun ist, diesen Weg schon für euch zahllos oft durchgemacht, aber auch mit dieser Erde schon so oftmals, daß ihr für die Vielheit solcher Sonnenjahre auch gar keine so große Zahl in eurer Rechnung kennet, und noch weniger würde eine Zahl zu ermitteln sein für das, wie oft sie solchen ihren großen Kreislauf bis zu ihrer völligen Auflösung noch durchmachen wird. Ich sage es euch: äonenmal Äonen solcher Sonnenjahre wären als nahe nichts zu betrachten!
   04] Was ist aber das Alter einer Planetarsonne gegen das einer Sonnengebiets-Zentralsonne, die endlos lange früher bestand, ehe auch nur eine Planetarsonne ihren um sie kreisenden Planeten leuchtete?! Was ist aber wieder diese Bestanddauer gegen eine Sonnenall-Zentralsonne, was wieder die Dauer dieser gegen eine Allall-Zentralsonne, und wie nahe gar nichts selbst dieser Sonne Dauer gegen die einer Ur-Zentralsonne einer Hülsenglobe, die im Grunde die urerste Großmutter aller Sonnen und Welten in einer Hülsenglobe ist?!
   05] Welcher Rechner kann da bestimmen, wie alt eine solche Urzentralsonne ist, und wie alt sie noch werden wird?! Wie viele Zentralsonnen und wie viele ganze Sonnengebiete sind schon aus ihr hervorgegangen, die schon lange ganz aufgelöst worden sind, und wie viele neue sind schon vor undenkbar langen Zeiten an ihre Stellen getreten, und wie viele werden nach undenklich langen Zeiten noch aufgelöst werden, und wie viele neue werden wieder an ihre Stellen kommen?!
   06] Aber auch diese Urzentralsonne wird einst, so zuvor alle anderen Sonnen aus ihr in endlos langen Zeiträumen aufgelöst sein werden, auch aufgelöst werden, aber noch lange nicht sobald der ganze Große Weltenmensch; denn wie das Absterben bei einem Menschen ein allmähliches ist, also ist das auch der gleiche Fall bei dem Großen Weltenmenschen.
   07] Warum wird der Leib eines älter gewordenen Menschen nach und nach immer schwächer und schwächer? Weil in ihm gewisse Fibern und Nerven von Zeit zu Zeit absterben und untätig werden, - was das Altern und Schwächerwerden des Leibes bewirkt. Und doch kann dabei der Mensch noch viele Jahre hindurch leben, ohne daß er an seiner geistigen Kraft etwas verliert, besonders so er stets nach dem Willen Gottes gelebt hat. Und so wird das auch einstens mit dem Großen Weltenmenschen der Fall sein. Wenn in ihm auch schon Äonen Hülsengloben aufgelöst sein werden, so wird er deshalb doch noch für eure Begriffe endlos lange fortbestehen können; denn die Hülsengloben sind in ihm das, was bei euch Menschen eure Fibern und Nerven sind.
   08] Dieser euch nun dargestellte Große Weltenmensch ist in der allgemeinsten Umfassung der euch ehedem dargestellte Verlorene Sohn, nun auf der Umkehr begriffen, und der Vater, der ihm entgegenkommt, bin Ich nun als Mensch unter euch, und Ich nehme ihn in einem jeden Menschen, der nach Meiner Lehre lebt, wieder in Mein Vaterhaus auf.
   09] Wohl dem Sünder, der Buße tut und reuig zu Mir zurückkehrt! Aber darum stelle sich ja keiner vor, daß die ganz allgemeine Umkehr etwa in einem zu kurzen Zeitraum erfolgen werde, und daß die Einwohner der Hölle oder des Gerichtes etwa zu kurze Zeiten für ihre Untaten wegen ihrer selbstgeschaffenen Unordnung werden zu leiden und zu schmachten haben! Die Hartnäckigsten werden natürlich am allerlängsten und die früher in sich Gehenden weniger zu leiden haben, - Hast du Schriftgelehrter das nun wohl verstanden?«


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