Jakob Lorber: 'Das große Evangelium Johannes', Band 6, Kapitel 245

Der große Schöpfungsmensch im Universum

   01] Sagte der Schriftgelehrte: »Ja, Herr und Meister, nun ist auch mir alles klar; doch wir alle zusammen werden nichts vermögen gegen die Macht der Weltherrscher! Und diese werden ihre Strafkodexe darum nicht ändern und werden ihre Todesurteile fällen nach wie zuvor, und Deine Lehre in dieser Hinsicht wird den Sinn der Weltgroßen und Mächtigen nicht beugen!«
   02] Sagte Ich: »Was du weißt, das weiß Ich wohl auch, wie es mit den Weltgroßen in aller Welt steht. Zu denen habe Ich auch nicht geredet, sondern nur zu euch! Ihr aber werdet auch zu den Weltgroßen kommen und ihnen Meinen Willen kundtun können. Die es annehmen werden, die werden auch wohl und gut fahren, - die es aber nicht annehmen werden, sondern ihr Gericht halten wie zuvor, die werden auch danach ihren Lohn von dorther erhalten, von woher sie ihr Gericht genommen haben; denn die es nicht von Mir haben und hinfort auch nicht haben wollen, die können es doch von nirgend anderswoher haben als nur aus der Hölle, und so werden sie auch von ihr den Lohn dafür ernten!«
   03] Sagte der gelehrte Pharisäer: »Ja, Herr, wenn sie das Bild vom verlorenen Sohne hören und verstehen werden, da werden sie sich aus der Hölle am Ende nicht gar zuviel machen!«
   04] Sagte Ich: »Sorge du dich um etwas anderes! Die Zeit, binnen welcher dem verlorenen Sohne (Das ist der Große Weltenmensch im unendlichen Schöpfungsraum.) die ausgesprochene Hoffnung gegeben ist, ist keine so kurze, wie du sie dir etwa vorstellst. Ich will dir die Dauer der gerichteten Welten zeigen, und so höre!
   05] Die Erde ist gewiß kein kleiner Weltkörper, und die Sonne ist gerade um tausendmal tausend Male größer als diese ganze Erde; aber schon die nächste Zentralsonne ist mehr denn zehnmal hunderttausend Male größer als diese Sonne, welche dieser Erde leuchtet und bald aufgehen wird, und hat mehr Körperinhalt als alle die zehnhundertmal tausendmal tausend Planetarsonnen samt allen ihren Erden und Monden und Kometen, die sich alle in für euch undenkbar weit gedehnten Kreisen mit ihrem Angehör um eben solch eine Zentralsonne in großer Schnelle bewegen und dennoch, besonders die entferntesten, oft tausendmal tausend dieser Erde Jahre benötigen, um nur einmal ihre weite Bahn durchzumachen und wieder am alten Flecke anzulangen.
   06] Nun gibt es aber noch eine zweite Gattung von Zentralsonnen, um die sich in noch endlos größeren Bahnen ganze Sonnengebiete mit ihren Zentralsonnen bewegen, von denen die entferntesten Gebiete schon eine Äone von diesen Erdenjahren benötigen, um diese zweite Zentralsonne nur einmal zu umkreisen. Eine solche zweite Zentralsonne, um die nun ganze Sonnengebiete mit ihren Zentralsonnen kreisen, wollen wir samt ihren tausendmal tausend Sonnengebieten ein Sonnenweltall nennen.
   07] Nun denket euch aber wieder eine ebenso große Anzahl solcher Sonnenweltenalle! Diese haben wieder in einer für keinen Menschenverstand mehr meßbaren Tiefe und Ferne eine gemeinsame Zentralsonne, die in sich als Weltkörper noch um zehnmal tausendmal tausend Male größer ist als die Sonnenweltenalle, die um sie in unermeßlich weiten Kreisen bahnen.
   08] Diese Sonnenweltenall-Gesellschaft mit einer Zentralsonne wollen wir ein Sonnen-Allall nennen. Solcher Allalle gibt es wieder eine für euch nicht zählbare Menge, und alle haben in einer endlosen Tiefe wieder eine allerungeheuerst große Urzentralsonne, um die sie ohne Störung ihrer vielen Separatbewegungen wie ein Körper in einer nur für Engel meßbaren weiten Bahn kreisen, und ein solches Sonnen- und Weltensystem um eine Urzentralsonne wollen wir darum, um es als einen faßbaren Begriff zu bezeichnen, eine Sonnen- und Welten-Hülsenglobe nennen, weil alle diese vorbezeichneten Allalle, nach allen Richtungen um die Urzentralsonne kreisend, eine unermeßlich große Kugel darstellen und infolge ihrer notwendig nahezu gedankenschnellen Bewegung und der dadurch bewirkten Wurfkraft nach außen hin in freilich einer für euch nicht meßbaren Tiefe und Ferne eine Art Hülse bilden, deren Dichtigkeit der atmosphärischen Luft dieser Erde gleichkommt und von innen bis nach außen hin einen Durchmesser hat, der nach den Weiten dieser Erde zu messen mit tausendmal tausend Äonen noch viel zu gering angenommen wäre.«
   09] Sagten der Schriftgelehrte und der Römer und Mein Lazarus: »Herr, uns ergreift ein Schwindel vor dieser allererschrecklichsten Größe Deiner Schöpfung! Kann die ewig je ein Engel übersehen und begreifen in ihrer Wahrheit?«
   10] Sagte Ich: »Ganz sicher; denn sonst wäre er kein Engel! Aber laßt von eurem Schwindel nur ab, denn es wird schon dicker kommen; denn jetzt habe Ich euch erst kaum einen Punkt von der Größe Meiner Schöpfung gezeigt!
   11] Wir sind bei der großen Hülse als der gemeinsamen Umfassung aller der zahllos vielen Allalle stehengeblieben. Wie sich diese Umhülsung bildet, habe Ich bereits kurz erwähnt. Aber warum wird sie gebildet?
   12] Seht, jedes in sich Ganze, vom Größten bis zum Kleinsten, hat zur Deckung und zum Schutze seines kunstvollsten Innern eine Umhäutung! Diese Umhäutung aber hat auch noch den gar wichtigen Zweck, daß sie das Unreine vom innern Mechanismus eines belebten Körpers in sich aufnimmt und als ein zum organischen Leben Untaugliches nach außen hinausleitet, dafür aber dann von außen her geläuterten Lebensnährstoff aufsaugt und zur Lebensstärkung dem innern organischen Körperlebensmechanismus zuführt. Aus dem könnet ihr nun wenigstens euch dahin einen klaren Begriff machen, warum Ich das ganze Sonnen- und Welten-Allall- Kompendium eine Hülsenglobe nenne.
   13] Fraget aber ja nicht etwa nach der Größe und Länge des Durchmessers einer solchen Hülsenglobe! Denn für den Menschen dürfte schwerlich je auf dieser Erde eine Zahl ausgedacht werden, durch die man, die Entfernung von dieser Erde bis zur Sonne hin, die doch bei 44mal tausendmal tausend Stunden Ferne beträgt, als Einheitsmaß genommen, (einen solchen Hülsengloben- Durchmesser) hinreichend bestimmen könnte, denn äonenmal Äonen solcher Entfernungen reichten kaum auf ein Sonnenwelten-Allallgebiet aus, deren es in einer Hülsenglobe, wie schon gezeigt, eine beinahe zahllose Menge gibt. Also habe Ich bei euch aber dennoch den Begriff von der beinahe unendlichen Größe einer Hülsenglobe festgestellt, und auf diesem Grundstein können wir nun schon weiterbauen.
   14] Seht, solch eine Hülsenglobe aber ist eigentlich nur ein einziger Punkt in Meinem großen Schöpfungsraume! Wie aber solches zu denken und zu begreifen ist, werde Ich euch allen sogleich zeigen.
   15] Denket euch nun ganz außerhalb der ungeheuerst großen Hülse oder äußersten Haut einer vorbeschriebenen Globe einen ungeheuerst weiten Raum als nach allen Seiten hin ganz leer, und das so weit hin, daß jemand, selbst mit dem schärfsten Auge versehen, von der ganzen nahezu endlos großen Hülsenglobe nichts mehr als nur ein matt schimmerndes, allerkleinstes Pünktchen entdecken würde, und in der entgegengesetzten Richtung wieder ein solches, das ganz natürlich dann wieder eine Hülsenglobe ist. Das gäbe dann so ungefähr ein Maß der Raumweite zwischen zwei Hülsengloben, eine so groß wie die andere, und doch schrumpften sie durch die ungeheuerste Entfernung schon auf dem halben Wege zu einem kaum bemerkbaren Schimmerpunkte zusammen, und wir hätten nun also zwei nachbarliche Hülsengloben kennengelernt.
   16] Was werdet ihr aber sagen, so Ich euch nun anzeige, daß es solcher Hülsengloben im endlos großen Schöpfungsraume für euren noch so hellen Menschenverstand wahrhaft zahllos viele gibt, die aber alle nach Meiner Ordnung in der Gesamtumfassung ganz genau einen Menschen mit allem und jedem darstellen?
   17] Frage: Wie groß muß der Mensch sein, wenn schon eine Hülsenglobe so endlos groß ist und noch äonenmal äonen Male größer die Entfernung von einer Hülsenglobe zur andern!
   18] Aber auch dieser Mensch ist in seiner äußersten Umfassung ebenso wie jede einzelne Hülsenglobe mit einer Art Haut umgeben. Freilich ist solch eine Haut noch ums für euch unaussprechliche dicker - um recht verständlich zu reden - als die einer Hülsenglobe und hat doch denselben Zweck im Allgemeinen und für eure Begriffe endlos Großen wie die Haut einer einzelnen Hülsenglobe. Ihr werdet euch nun wohl denken, was es dann außerhalb dieses Menschen gibt, und worauf dieser beinahe endlos große Mensch steht, und was er als Mensch für sich tut.
   19] Außerhalb dieses Weltenmenschen geht nach allen Richtungen der freie Ätherraum ewig fort, den dieser Mensch in einem für eure Begriffe wahrhaft endlos großen Kreise, durch Meinen Willen getrieben, mit für euch unbegreiflicher Schnelle durchfliegt, und das wegen des Nährstoffes aus dem endlosesten Äthermeere, das er gewisserart wie ein Fisch durchschwimmt. Da es im freien, großen Ätherraume nirgends oben oder unten gibt und kein Wesen weder auf die eine noch auf die andere Seite irgendwohin fallen kann, so steht dieser Mensch also ganz gut und fest im Ätherraume wie diese Erde, die Sonne und alle die äonenmal Äonen Sonnen in eine Hülsenglobe.
   20] Seine handelnde Bestimmung ist, alle die in ihm enthaltenen großen Gedanken und Ideen Gottes auszureifen für die einstige freieste und selbständige Geisteslebensbestimmung.«


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