Jakob Lorber: 'Das große Evangelium Johannes', Band 5, Kapitel 256

Jesus über Fälle berechtigter Ehescheidung. Verhaltensrichtlinien nach Scheidung. -

  • Matthäus.19,10] a Da sprachen seine Jünger zu ihm: »Steht die Sache eines Mannes mit seinem Weib so, dann ist es nicht gut, ehelich zu werden.« (a ⇒ jl.ev05.256,01*;  jl.him2.353)
    01] a Dafür aber traten Meine Jünger zu Mir und sagten: »Herr, wenn die Sache eines Mannes mit seinem Weibe also stehet, dann ist es wahrlich nicht gut, ehelich zu werden! Denn es gibt dann und wann ja doch Weiber, die gegen den Mann wahre Satane sind, und so denken wir, daß es denn für Deine Ordnung doch nicht gar so unpassend wäre, sich von einem solchen Weibe zu scheiden und des Haushaltes wegen um eine andere zu freien. Denn behält ein Mann ein böses, hurerisches Weib, so gibt es da in einem solchen Hause ja einen ewigen Zank und Hader und viele böse Worte, was im Hause selbst und bei den Nachbarn stets einen bösen Ärger erzeugen muß. Läßt aber ein solcher Mann sich von einem solchen Weibe scheiden, so wird bald volle Ruhe im Hause herrschen. Und in dem Falle glauben wir denn doch, daß der Scheidebrief Mosis vor aller bessern Menschenvernunft seine volle Rechtfertigung findet.« (a Matthäus.19,10*; jl.him2.353)

  • Matthäus.19,11] a Er sprach aber zu ihnen: »Dies Wort fasst nicht jeder, sondern nur die, denen es gegeben ist. (a 1. Korinther.07,071. Korinther.07,17;  ⇒ jl.ev05.256,02*;  jl.him2.353)
    02] Darauf sagte Ich zu den etwas verlegenen Jüngern: a »Das Wort (was vor den Pharisäern gesprochen ward) fasset nicht ein jeder Mensch, sondern nur die, denen es gegeben ist, es zu fassen, und bis jetzt habt ihr es auch nicht gefaßt, obwohl es euch gegeben ist, es zu fassen; aber ihr sollet es dennoch fassen und werdet es auch! (a Matthäus.19,11*; 1. Korinther.07,071. Korinther.07,17jl.him2.353)
    03] Fürs erste verweise Ich euch auf das zurück, was Ich über diesen Gegenstand schon zu öfteren Malen geredet habe, und das in einer erschöpfenden Weise.
    04] Fürs zweite aber versteht es sich von selbst, daß Ich durch a Moses nie einen Scheidebrief euch beschieden hätte, so Mir in so manchen Fällen, die sich wohl begründen lassen, dessen Notwendigkeit etwa nicht ersichtlich gewesen wäre. Aber wisset ihr denn nicht, welchen verderblichen Mißbrauch die Pharisäer in dieser Zeit und schon seit lange her mit den Ehescheidungen treiben?! Sie selbst stiften geheim allerlei Unfrieden in einer sonst noch so guten Ehe und bringen es endlich dahin, daß sich die Eheleute scheiden lassen müssen. Nun, die Ehescheidung wird von den Priestern vorgenommen und kostet viel Geld, und darin eben liegt der Grund, warum in dieser Zeit so häufig Ehescheidungen vorkommen, und warum Ich in dieser Hinsicht den Pharisäern die Urgesetze Gottes vor Augen gestellt habe. Meine Macht kennen sie, und so sind sie daher auch mit geheimem Grimme abgezogen. (a 1. Mose.01,27)

  • Matthäus.19,12] a Denn etliche sind verschnitten, sind vom Mutterleib aus so geboren; etliche sind von Menschen verschnitten; und etliche sind verschnitten, weil sie sich selbst verschnitten haben um des Himmelreichs willen. Wer es fassen kann, der fasse es!« (a 1. Korinther.07,32-35;  ⇒ jl.ev05.256,05*;  jl.him2.353)
    05] Fürs dritte aber sage Ich euch noch etwas, und darauf habet acht und zeichnet es sogar auf! a Sehet, es gibt unter den Menschen beiderlei Geschlechtes welche, die da verschnitten sind schon vom Mutterleibe aus, andere, aber nur Männlein, die von den Menschen aus was immer für einer Ursache verschnitten worden sind, und es gibt endlich solche Verschnittene, die sich selbst des Himmelreiches wegen verschnitten haben! Wer das fassen kann, der fasse es! (a Matthäus.19,12*; 1. Korinther.07,32-35)
    06] Kurz, diese sind für keine Ehe mehr, und jede mit solchen Verschnittenen geschlossene Ehe ist völlig ungültig und kann ohne alle weiteren Bedenken vollkommen geschieden werden, und der unbeschnittene Teil kann ohne Begehung des Ehebruchs von neuem freien.
    07] Ist aber jemandes Weib unfruchtbar, da tue er im gerechten Sinne, was die alten Väter getan haben, damit sie sich einen Samen erweckt haben, und er wird deshalb vor kein Gericht gestellt werden. - Ich meine nun, daß ihr das endlich werdet gefaßt haben.«
    08] Sagte Petrus: »Bis auf eines wohl; aber wenn jemand ein Weib hat, das aus angeborener purer Geilheit trotz aller Ermahnungen und liebreichen Vorstellungen dennoch in einem fort hurt und also gänzlich unverbesserlich ist, soll man sich von solch einem Weibe auch nicht scheiden lassen? Oder was soll man da nach Deinem Willen Rechtens tun?«
    09] Sagte Ich: »Du kannst dich von solch einem Weibe, das offenbar eine Ehebrecherin ist, ohne weiteres scheiden lassen, - aber du darfst, so sie irgend lebt, um kein anderes Weib freien! Denn du kannst es nicht wissen, ob das Weib sich in der Folge nicht bekehrt und voll Reue in dein Haus zurückkehrt und du dann ein gebessertes, treues Weib hast. Hast du aber unter der Zeit eine andere gefreit, und das frühere Weib käme dann gebessert und voll Reue zu dir zurück, so würdest du es des neuen Weibes wegen nicht mehr annehmen können, und siehe, das wäre dann ja doch etwas Schlimmes für dich und noch etwas Schlimmeres für deine nun beiden Weiber; denn dem älteren könntest du keine Barmherzigkeit erweisen und von dem jüngeren dich nicht scheiden, und doch sollst du also barmherzig sein, wie der Vater im Himmel barmherzig ist. Wenn aber du die Barmherzigkeit nicht üben kannst, was bist du dann, und was willst du tun, um in Meiner Ordnung zu verbleiben? Hast du aber einen Drang und viel Natur, da blicke auf die Altväter zurück; aber in deinem Herzen sei Gott getreu und hüte dich vor der Geilheit und Unzucht und der Hurerei! Denn a Hurer und Ehebrecher werden in das Gottesreich nicht eingehen. - Hast du das nun wohl verstanden?« (a 1 kor.06,09-10)
    10] Sagte Petrus: »Ja, Herr, nun bin ich auch da im klaren!«


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