Jakob Lorber: 'Das große Evangelium Johannes', Band 5, Kapitel 243

Jünger bezahlen Maut auf Jesu Geheiß durch Fischfang.

  • Matthäus.17,24] Als sie nun nach Kapernaum kamen, traten zu Petrus, die den Zinsgroschen einnahmen, und sprachen: »Pflegt euer Meister nicht den a Zinsgroschen zu geben?« (a 2. Mose.30,132. Könige.12,052. Könige.12,06;  ⇒ jl.ev05.243,02*)
    02] a Es ging daher der Mautner, dem wir gar wohl bekannt waren, zu Petrus hin und sagte: »Pflegt euer Meister nicht den b Zinsgroschen zu zahlen?« (a Matthäus.17,24*; b 2. Mose.30,132. Könige.12,052. Könige.12,06)

  • Matthäus.17,25a] a Er sprach: »Ja.« (a ⇒ jl.ev05.243,03-04*)
    03] a Und Petrus antwortete: »O ja, so jemand von Ihm welchen verlangt; aber wir sind für erste keine Fremden, die allein nach dem Gesetze den Zinsgroschen zu entrichten haben, und fürs zweite hat keiner von uns samt dem Meister ein Geld. Du weißt, daß dort am Meere, kaum zweihundert Schritte von hier, mein Haus steht. Wir gehen nun dahin und werden sicher einige Tage dort verweilen, und ich werde dir sogleich den Zinsgroschen herüberbringen.« (a Matthäus.17,25a*)
    04] Da sprach der Zöllner: »Es hat damit ja keine Eile; außer eurem Meister, der kein Kapernaumer ist, seid ihr andern ja ohnehin frei, weil ihr Hiesige seid.«

  • Matthäus.17,25b] a Und als er heimkam, kam ihm Jesus zuvor und fragte: »Was meinst du, Simon? Von wem nehmen die Könige auf Erden Zoll oder Zinsen: von ihren Kindern oder von den Fremden?« (a ⇒ jl.ev05.243,05*)
    05] Auf diese Abfertigung zogen wir dann heim in des Petrus Haus, a und als wir da waren, fragte Ich den Jünger und sagte: »Was dünkt dich nun, Simon Petrus? Von wem nehmen denn so ganz eigentlich die Könige auf dieser Erde den Zoll oder Zins? Von ihren heimischen Brüdern oder nur, wie Mir wohl bekannt, allein von den Fremden?« (a Matthäus.17,25b*)

  • Matthäus.17,26] a Da sprach zu ihm Petrus: »Von den Fremden.« Jesus sprach zu ihm: »So sind die Kinder frei.« (a ⇒ jl.ev05.243,06-07a*) 06] a Sagte Petrus: »Wie ich schon beim Zollhause mit dem Zöllner verhandelt habe - gesetzlich nur von den Fremden!« (a Matthäus.17,26)
    07a] b Da sagte Ich weiter: »Alsonach sind wir als Kinder frei! (a Matthäus.17,26*)

  • Matthäus.17,27] a »Damit wir sie aber nicht ärgern, gehe hin an das Meer und wirf die Angel aus, und den ersten Fisch, der heraufkommt, den nimm; und wenn du sein Maul aufmachst, wirst du einen Stater finden; den nimm und gib ihn für mich und dich.« (a Römer.14,131. Korinther.08,13;  ⇒ jl.ev05.243,07b*)
    07b] a Aber auf daß wir diese Habgierigen nicht ärgern, und da du nach der Beteuerung deiner Angehörigen auch im Hause keinen Pfennig Geldes besitzest, so nimm eine starke Angel, gehe ans Meer hin und wirf die Angel, und der erste Fisch, der dir herauffährt, den nimm; und so du seinen Mund auftust, wirst du einen Stater (Zweigroschenstück) darin finden! Diesen nimm, trage ihn hin und gib ihn dem Zöllner für Mich und dich!« (a Matthäus.17,27*)
    08] Petrus tat nun sogleich, wie Ich es ihm befohlen hatte. Und siehe, ein siebenpfündiger Lachs bekam die Angel, brachte den Stater - und uns ein gerechtes Mahl; denn diese Art Fische sind die besten und gesündesten eines Binnenmeeres. Als Petrus vom Zollhause heimkam, da erzählte er, daß sich der Zöllner sträubte, den ganzen Stater anzunehmen, sondern nur den halben annehmen wollte; er, Petrus, aber habe ihm bedeutet, daß sie alle Zwölfe doch auch so viel Weges würden breitgetreten haben wie der Meister allein für Seine Person. Das fand der Zöllner gut berechnet und nahm endlich den ganzen Stater an.
    09] Ich aber sagte: »Nun, laß nur den Fisch zurichten, und lassen wir den Zöllner sein, was er ist!«
    10] Es fragte Mich aber Jakobus, wie der Stater in des Fisches Mund gekommen sei.
    11] Und Ich sagte: »Die Römer aus Kapernaum unterhielten sich damit, daß sie ihren sehr schwimmkundigen Schiffsjungen Stater ins Meer warfen und diese sie dann herausholten. Diesen aber schnappte unser Lachs auf und kaute eine Zeitlang daran. Da sich aber das Metall weder zerkauen und darum auch nicht verschlingen ließ, so blieb es im Munde des Fisches kleben, und Petrus fing eben denselben gefräßigen Lachs um so leichter, weil er sehr gefräßig war. Das Wunderbare für Menschen daran ist nur das, daß Ich darum wußte. - Aber nun sehet, daß wir Wein und Brot bekommen und dazu den Fisch!«
    12] Petrus beeilte sich nun, das Verlangte herbeizuschaffen. Der Wein mußte freilich wieder auf die bekannte, wunderbare Weise hergestellt werden. In der Bälde war alles fertig, und wir setzten uns an den Tisch.

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