Jakob Lorber: 'Das große Evangelium Johannes', Band 5, Kapitel 86

Vom Wesen des Diamanten und des Rubin (Thummin und Urim).

01] Cyrenius war mit dieser Erklärung vollkommen zufrieden und fragte Mich nun bezüglich der Neger, die ihm seit einer Stunde aus dem Gesichte gekommen waren, und die er auch nicht an irgendeinem Tische hatte nachtmahlen sehen.
02] Sagte Ich: »Diese sind, mit allem Nötigen versehen, schon vor mehr denn einer Stunde von hier abgereist und werden nun schon gute drei Stunden Weges von hier entfernt sein! Ich ließ solches der Essäer wegen geschehen, weil diese vor allen gar so wundertatsüchtig sind und sich gleich welche in ihr Institut bestellt hätten, wodurch das Gute, was Ich mit diesem Institute vorhabe, bedeutend hätte vereitelt werden können. An die Stelle eines oder des andern Negers, mit dem wenigstens der sehr weltläufige Roklus bald angebunden haben würde, habe Ich den Raphael hingestellt, der den Scharfverständigen sicher zu beschäftigen verstand und ihn noch gleichfort beschäftiget zu seinem Besten und zum Besten des bekannten Instituts und zum Besten der leidenden Menschheit.«
03] Sagt Cyrenius: »Ach, ist mir doch recht leid am Oubratouvishar; denn das war wirklich ein Ausbund von einer menschlichen Naturweisheit! Ich möchte nur dabei sein und sehen den Justus Platonicus, wenn der Oubratouvishar in Memphis zu ihm kommen und ihm sicher genau kundgeben wird, was alles er hier erlebt hat!«
04] Sage Ich: »Na, da würdest du alles das, was hier in den etlichen Stunden des Hierseins der Neger sich zugetragen hat, und was da gesprochen wurde, auf ein Haar richtig und genau wiedererzählen hören! Denn diese Art Menschen haben fürs erste ein sehr starkes Gedächtnis, und fürs zweite - was eine große Hauptsache ist - kennen sie die Lüge nicht und haben keinen Hinterhalt; daher werden sie dem Obersten von Memphis auch nichts verhehlen. Im übrigen hast du immerhin ein schönstes und kostbarstes Angedenken von ihnen, nämlich den großen Diamanten, der einen unschätzbaren Wert hat für diese Welt.
05] Aber da Ich schon des Steines erwähnt habe, so muß Ich dir auch etwas von der besonderen Eigenschaft dieses Steines kundgeben. Weil der Stein eine überaus spiegelglatte Oberfläche hat, so entwickelt sich auf seiner Oberfläche auch gleichfort eine Art elektromagnetisches Feuer, oder für dich nun verständlicher gesagt: es spielen um seine überglatten Flächen gleichfort eine Menge Naturgeister der edelsten Art. Sie drängen sich haufenweise hin und umlagern ihn nach allen Seiten und erzeugen durch ihre beständige Tätigkeit auch ein gewisses, besonderes Leuchten seiner Flächen, was diesem Steine denn auch in den Augen der Menschen einen besonderen Wert verleiht.
06] Einen nahezu gleichen Wert hat aber auch der Urim (Rubin), der auch eine Abart des Diamanten ist; nur ist der Diamant ein schwer trennbares, trugloses Bündel von einer Äone Weisheitsnaturgeistern, daher auch seine überaus große Härte, - während der Urim ein Bündel von Naturliebegeistern ist, daher er auch rot ist, etwas weniger Härte hat und um seine Flächen, besonders wenn er sehr gut und sehr fein geglättet ist, sich stets eine große Menge von Naturliebegeistern scharen, was denn auch diesem Steine einen ganz besonderen Lichtglanz verschafft, der nicht selten sogar in einer stockfinsteren Nacht noch, einer matten Glut gleich, sogar dem fleischlichen Auge ersichtlich ist.
07] Wenn du nun die erwähnten zwei Steingattungen an die Brust hängst, so setzest du dadurch eine Menge Naturliebe- und Naturweisheitsgeister mechanisch in die nächste Verbindung mit deiner seelischen Außenlebenssphäre; diese Geister werden da von deinem seelischen Lebensdufte angeregt, werden sehr tätig und erzeugen dadurch in deiner Seele ein größeres Licht, in welchem Lichte der Naturgeister Spezialintelligenzen denn auch in der Seele einen spiegelartigen Reflex erzeugen, wodurch die Seele momentan in ein höheres und tieferes Wissen übergehen muß und auf diese Art hellersehend wird denn sonst in ihrem diesirdischen Normalzustande.
08] Aus dem Grunde hat denn auch schon Moses durch seinen Bruder Aaron dem Oberpriester die Thummim- und Urim-Tafeln auf der Brust zu tragen anbefohlen, und zwar zur Zeit seiner Amtshaltung, allwann er dann auch zu weissagen imstande war.
09] Aber von nun an wird anstatt der erwähnten Tafeln die wahre Liebe zu Gott und ihre Weisheit dasselbe bewirken, und das in einem viel höheren und lebendigeren Maße; aber ungeachtet alles dessen habe Ich dir bloß nur die besondere Eigenschaft dieser erwähnten beiden Edelsteingattungen deines Wissens wegen kundgegeben.«


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