Jakob Lorber: 'Das große Evangelium Johannes', Band 5, Kapitel 69

Der wahre Lebensweg.

 01] Sage Ich: »Mein Wort habt ihr und Meine Lehre; tut und handelt danach, dann bin Ich euer Meister und Oberster!
02] Es bedarf da Meiner Person gar nicht in den Mauern eures Klosters, sondern allein nur Meines Wortes und Meines Namens - aber nicht etwa nur trocken geschrieben und ausgesprochen mit kaltem, gleichgültigem Munde, sondern in der Tat voll Glaubens und voll Liebe zu Gott und zum Nächsten -, dann werde Ich sein mitten unter euch, und was ihr da wollen werdet in Meinem Namen, das wird auch geschehen, und ihr werdet also noch Größeres tun denn Ich.
03] Was Ich tue, das tue Ich vor euren Augen, um von Mir Selbst ein gültiges Zeugnis abzulegen, auf daß ihr Menschen daraus erkennen möchtet, daß Ich Ebenderselbe bin von Ewigkeit ausgehend vom Vater, von dem alle Weisen und Patriarchen geweissagt haben.
04] Ihr sollet und werdet zeugen von Mir aller Kreatur, die blind und taub ist, und werdet zu dem Behufe ein mehreres benötigen denn Ich Selbst nun vor euch, die ihr doch scharfsehend und wohlhörig seid!
05] Aber eure Trugwunder müssen aus eurem Institute gänzlich ausgewiesen werden; denn aller Trug ist mehr oder minder eine Eingebung des Satans und kann daher nie zu irgend etwas führen, das man wahrhaft gut nennen könnte! Solange man aber irgendein Trugmittel in einem Heilinstitute gebraucht, da kann daneben in Meinem Namen keine Wundertat zum Gelingen gebracht werden!
06] Wollt ihr aber wirken in Meinem Namen, so muß Ich auch in aller Fülle der Wahrheit ganz in euch sein durch die Liebe und durch den lebendigsten Glauben.
07] Seid ihr aber das, so möget ihr zu jenem Berge sagen: "Hebe dich und stürze dich ins Meer!", - und es wird geschehen nach eurem Willen! Aber wohl gemerkt, ohne Mich vermöget ihr nichts!
08] Ich aber werde bei euch sein immer fort und fort, solange ihr getreust Mein Wort, Meine Liebe und den lebendigsten Glauben an Mich bewahren und einhergehen werdet ohne Falsch in eurer Seele! - Sage, ob du Mich nun wohl verstanden hast!«
09] Sagt Roklus: »Nicht ganz, um vor dir ein vollends aufrichtiges Geständnis abzulegen; denn ich vernahm etwas von einer Eingebung des Satans! Das ist derselbe böseste Geist, der nach der jüdischen Lehre der stets unsichtbare Urheber alles Bösen und Verderblichen auf der Erde sein soll. Ich habe das bisher als eine Allegorie (sinnbildliche Darstellung) der Juden betrachtet und kann mich nun auf einmal nicht zur Genüge erstaunen, diesen Namen nun aus deinem Munde zu vernehmen!
10] Wahrlich, ich halte dich für den weisesten aller Menschen und glaube nun auch fest, daß es einen allweisesten und allmächtigen Gott gibt, von dem alles, was der endlose Raum faßt, erschaffen ist, und daß du nun ein Hauptträger des Gottesgeistes bist; aber daß du mir nun mit der alten jüdischen Fabel vom Satan und am Ende gar noch mit allerlei Teufeln und etwa auch mit der jüdischen Hölle kommst, das nimmt mich sehr wunder. Ist denn der Satan im Ernste etwas oder irgendein Teufel oder die Hölle? Darüber bitte ich mir wahrlich eine nähere Erklärung aus!«


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