Jakob Lorber: 'Das große Evangelium Johannes', Band 2, Kapitel 140

Jesus über die Entwicklung extrem unreifer Seelen im Jenseits. Ihre Bannung an Materie und Befreiung davon.

01] Sage Ich: »So vernimm Mich! - Sieh, alle solche unreifen Menschen kommen zumeist in jene von dir nun geschaute Sonne und werden in den weitgedehnten Schulen in allen Dingen, die das Leben betreffen, unterwiesen. Also werden die frühverstorbenen Kindlein im Mittelgürtel unserer Sonne unterwiesen und großgezogen, - aber mehr im geistigen Teile der Sonne.
02] Die unreifen Seelen erhalten in der von dir geschauten Sonne wieder einen Leib, jedoch ohne Geburt, und dieser wird dann mit der Seele selbst geistig und kann ins rein Geistige übergehen. Wie aber solche Seelen von hier nach dort überbracht werden und von wem, das hast du bei der Bereisung der ersten Sonne an dir selbst erfahren. Dieser Engel aber, der hier noch neben uns steht, ist der Leiter und Beherrscher von all den Welten und Sonnen, von denen Ich zu dir ehedem geredet habe. Du siehst daraus, welch eine Macht ihm verliehen ist und welch eine Weisheit.
03] Aber alle die zahllos vielen Engel, die du nun in weiten Reihen um dich her erschaust, haben ein gleiches Geschäft; denn in den ewigen Tiefen gibt es für die menschlichen Begriffe noch zahllos viele solcher Sonnenweltengebiete mit je einer gleichen, früher beschriebenen Hauptmittelsonne, und jedes solches Sonnengebiet wird von einem dieser Engel beherrscht. Du siehst nun zwar der Engel viele, - aber das ist nicht der zehnmal kunderttausendste Teil bloß von den großen Herrscherengeln, geschweige von den kleineren Engeln, denen zur besonderen Aufsicht und Leitung einzelne Sonnen und Erden und kleinere Weltengebiete anvertraut sind! Und sieh, Ich muß dennoch für alle jeden Augenblick in Meinem ewigen Geiste sorgen; und ließe Ich all das dir nun Gezeigte einen Augenblick aus Meiner unwandelbaren Sorge, so würde alles in demselben Augenblick vergehen, das Größte wie das Kleinste! - Brächtest du das mit deinem Geiste wohl zuwege?«
04] Sagt die Jarah: »O Herr, wie magst Du mir denn solch eine Frage geben!? Ich, ein Stäubchen dieser Erde, - und Du, in Deinem Geiste der alleinige, ewige, allmächtige Gott! Oh, wenn die blinden Pharisäer von Jerusalem doch das sehen könnten, da müßten sie doch anderen Sinnes werden! Aber, sie können es nicht sehen und werden es nicht sehen; darum werden sie auch in ihrer Verstocktheit und Bosheit zugrunde gehen! Ihre Seelen werden jenseits etwa wohl auch in jene Sonnenschule kommen?«
05] Sage Ich: »Das etwa wohl nicht, Meine allerliebste Jarah; denn sie gehören nicht zu einem unreifen, sondern zu einem vollreifen Volke! Und die Seelen von einem reifen Volke, wenn sie einmal in alle Bosheit übergegangen sind, kommen in die Tiefen der Erde, durch sich selbst genötigt; denn da sie pur Materie geworden sind, so ist diese ihr Element, und sie wollen und können sich von ihr nicht trennen. Es wird zwar alles, ja das Äußerste, aufgeboten. Alle Qualen und Schmerzen werden über sie zugelassen, um sie von der Materie loszumachen. Und wird eine von der Materie los, so kommt sie dann in die Schulen, die da bestehen auf dem geistigen Teile dieser Erde; von da erst wird sie in den Mond überbracht. Hat sie dort jeden Grad der Selbstverleugnung durchgemacht und ist darin stark geworden, so wird sie dann in einen vollkommeneren Planeten erhoben und dort in der rechten Weisheit unterwiesen.
06] Wenn dann eine solche Seele in ein rechtes Licht eingegangen ist, so wird erst durch solches Licht, so es stärker und stärker wird, die Wärme des geistigen Lebens erzeugt, und die Seele fängt an, sich mit ihrem Geiste zu einen, so, daß nach und nach ihr ganzes Leben zur Liebe wird. Ist die Liebe dann zur nötigen Kraft und Stärke gediehen und in die wahre, innere Lebensflamme übergegangen, so wird's dann in der Seele von innen aus licht und hell, und da erst befindet sich solch eine Seele in dem Zustande, in die eigentlich freie Welt der seligen Geister aufgenommen zu werden, wo sie dann wie von Kindheit an weitergeführt wird.
07] Aber bis eine auf der Erde materiell gewordene Seele im günstigen Falle dahin gelangt, können immer mehrere Hunderte von Erdjahren vergehen. - Ich lese aber nun in deinem Herzen, daß du Mich wieder um etwas fragen möchtest, und Ich sage es dir: frage; denn deine Fragen haben einen guten Grund! Aber diesmal richte die Frage an den bei uns stehenden Engel, der wird dir auch eine rechte Antwort gehen!«


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