Jakob Lorber: 'Das große Evangelium Johannes', Band 01, Kapitel 130


Heilung zweier blindgeborener Bettler in Kapernaum. Sozialregeln für Arbeitsfähige.

  • Matthäus.09,27] a Und als Jesus von dort weiterging, folgten ihm zwei Blinde, die schrien und sprachen: »Ach, du Sohn Davids, erbarme dich unser!« (aMatthäus.09,27]Matthäus.20,30Markus.10,32-34;  Lukas.18,31-33 ⇒ ⇒ jl.ev01.130,01a*; Ähnlich: Lukas.18,35-43*: jl.ev08.168,08-20; VatB.346)

    01a] Es waren aber zu Kapernaum a zwei Bettler, die von Geburt an stockblind waren und hatten nie gesehen des Tages Licht und der Nächte Sternenglanz. Diese beiden vernahmen auch von Mir, und was Ich getan hatte. Als Ich von Kapernaum gen Nazareth wieder nach Hause zog und der Oberste mit Weib und allen seinen Kindern Mir das Geleite gab samt vielen seiner Freunde, so zogen wir ganz gemach an der Stelle vorüber, wo mehrere Wege sich kreuzten. An dieser Stelle saßen gewöhnlich die beiden Blinden und bettelten daselbst. Als die beiden vernahmen, daß da viel Volks und selbst die ersten Gebieter über Galiläa darunter wären, und daß inmitten der Gebieter der Heiland Jesus aus Nazareth sich befände, von dem wie von dessen Vater die Sage ging, daß sie von David in geradester Linie abstammen, da, als die beiden solches von den Vorüberziehenden vernommen hatten, erhoben sie sich schnell vom Boden, fingen an, Mir nachzulaufen, so gut sie es konnten, und schrieen und sprachen: (a Matthäus.20,30Markus.10,32-34;  Lukas.18,31-33)

    • Matthäus.09,27b] a 'Ach, du Sohn Davids, erbarme dich unser!'(a Matthäus.20,30; jl.ev01.130,01b)

    01b] a »Jesus, ach, du Sohn Davids, erbarme dich unser!« Sie gaben Mir aber solchen Titel, weil sie meinten, Ich hielte etwas darauf und werde, also geschmeichelt, Mich ihrer desto eher erbarmen. (a Matthäus.09,27b*; Matthäus.20,30)
    02] Ich aber ließ sie darum bis nach Nazareth Mir folgen, um ihnen zu zeigen, wie gar nichts Ich auf derlei weltliche Titulaturen und leerste Schmeicheleien halte.
    03] Als Ich aber nach ein paar Stunden nach Hause kam, was die beiden wohl sobald erfahren hatten, da baten sie die Nächsten an ihnen, die sie wahrnahmen, daß man sie zu Mir bringen möchte. Und Meine Jünger brachten sie auch sogleich zu Mir ins Haus.

  • Matthäus.09,28] Und als er heimkam, traten die Blinden zu ihm. Und Jesus sprach zu ihnen: a 'Glaubt ihr, daß ich euch das tun kann?' Da sprachen sie zu ihm: 'Ja, Herr'. (a Apostelgeschichte.14,09;  ⇒ jl.ev01.130,03-04a*)

    04a] a Als die beiden sich bei Mir befanden, das heißt in Meiner Nähe, da traten sie völlig zu Mir hin und wollten Mich zu bitten anfangen, daß Ich sie sehend machen möchte. Ich aber kam ihnen zuvor und sagte, wohl wissend, was sie wollten: b »Glaubet ihr wohl, daß Ich euch solches tun kann?« Da sprachen sie ganz kurz: »Ja, Herr«. (a Matthäus.09,28*; b ;Apostelgeschichte.14,09)

  •   Mt.09,29] Da berührte er ihre Augen und sprach: a »Euch geschehe nach eurem Glauben!« (a ⇒ jl.ev01.130,04b*;  jl.ev04.248,05jl.gso2.018,14-16 .21-23;  jl.him1.201,28-29;  jl.him1.382,25;  gm.lgeh.065)

    04b] a Da berührte Ich ihre Augen mit Meinen Fingern und sagte darauf: b »So geschehe euch denn nach eurem Glauben!« (a Matthäus.09,29*; Matthäus.08,13; b jl.ev04.248,05jl.gso2.018,14-16 .21-23;  jl.him1.201,28-29;  jl.him1.382,25;  gm.lgeh.065)

  • Matthäus.09,30a] a Und ihre Augen wurden geöffnet. (a ⇒ jl.ev01.130,05a*)

    05a] a Und ihre Augen wurden geöffnet, daß sie sahen alle Dinge so gut wie jeder Mensch, der völlig gesunde Augen hat. (a Matthäus.09,30a)

    Über rechtes Danken

    05b] Als sie aber nun die Wohltat des Augenlichts empfanden und mit großem Staunen die Schöpfung zu betrachten anfingen, da gedachten sie aber auch in ihrem Herzen, wie sie Mir den höchsten und nimmer enden sollenden Dank schuldig wären, und wollten Mir alles geben, was sie sich je durchs Betteln erworben hatten. Denn in Zukunft würden sie nimmer betteln, sondern sich ihren Unterhalt durch ihrer gesunden Hände Kraft erwerben.

    Sozialregeln für Arbeitsfähige

    06] Ich aber sagte zu ihnen: »Daß ihr nun euren Brüdern dienen und mit der Kraft eurer Hände euch den Unterhalt verschaffen wollt, das ist recht und gut; denn wer da sieht und arbeiten kann, der soll nicht mit müßigen Händen umhergehen und zur Last fallen seinen Brüdern, sondern soll ihnen dienen und behilflich sein in einem und dem andern, auf daß die Liebe wachse unter den Menschen.
    07] Dieser euer Vorsatz ist also völlig recht und gut; aber daß ihr Mir euer Erspartes aus purer Dankbarkeit wollt zukommen lassen, ist zwar wohl sehr löblich und schön von euch, aber weder Ich noch Meine rechten Jünger bedürfen dessen, und somit möget ihr es wohl für euch behalten.
    08] Was Ich aber dafür verlange, daß Ich eure Augen fürs Licht geöffnet habe, bestehe in dem, daß ihr fürs erste die Gebote Gottes haltet, Gott liebet über alles und eure Nächsten wie euch selbst und ihnen in allen Dingen, in denen ihr dienen könnet, gern und unverdrossen Hilfe leistet.

  • Matthäus.09,30b] Und Jesus drohte ihnen und sprach: a »Seht zu, daß es niemand erfahre!« (a Matthäus.08,04;  ⇒ jl.ev01.130,08b*)

    08b] Fürs zweite aber gebiete Ich euch um Meiner Selbst willen, daß ihr das niemand saget, a sondern dafür sorget, daß es weiter herum niemand erfahre!« (a Matthäus.09,30bMatthäus.08,04)
    09a] Sie aber sagten: »Herr, das wird wohl schwer möglich sein; denn jeder Mensch in aller Umgegend weiß es ja nur zu gut, daß wir blind waren. Wenn uns denn jemand fragen wird, wie wir, die wir blind waren, sehend wurden. was für eine Antwort sollen wir solch einem Frager geben?« Sage Ich: »Eine solche, die den Namen Schweigen zum Grunde hat!« Sie versprachen, das wohl zu beachten;

  • Matthäus.09,31] a Aber sie gingen hinaus und machten ihn ruchbar im ganzen Lande. (a⇒ jl.ev01.130,09b*)

    09b] aber sie hielten ihr Versprechen nicht, sondern a gingen bald darauf in alle nahe gelegenen Ortschaften aus und machten Mich allenthalben ruchbar. (a Matthäus.09,31


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