Haben Priester ein Beichtprivileg?

Jesu Christi Mitteilungen durch Prophet Jakob Lorber (1800-64)


Kurzfassung der Aussagen in Lorbers Werken

In manchen Konfessionen - z.B. in der kath. Kirche - nehmen Priester für sich in Anspruch, ausschließlich sie dürften Beichte hören und Sünden vergeben. Das ist aus verschiedenen Gründen falsch bzw. nutzlos bzw. eine Anmaßung von göttlichen Vollmachten:

1) Ein Fehlerbekenntnis (d.h. Beichte) über die eigenen Gebrechen und Schwächen im Sinne der Empfehlung des Apostels Jakobus kann jeder ablegen bzw. anhören - nicht nur ein Priester. Sie dienen dazu, helfende und stärkende Gegenmittel zu erhalten. Das aber ist kein Klerikerprivileg. (jl.erde.071,24)

2) Das gegenseitige Bekennen von Fehlern dient heilenden und pädagogischen Zwecken, nicht zum Machterwerb. (jl.erde.071,25 f.)

3) Priester haben beim Sündenbekennen, Beraten oder Beten keinerlei Vorrechte gegenüber den Laien vor Gott. Was Jesus seinen Jüngern an Pflichten und Rechten übergab, gilt für alle Christen, nicht nur für Priester, Lehrer oder Missionare! Die Regeln, um das Himmelreich zu erreichen, sind für alle gleich! (jl.him2.320,02-03)


Originaltexte: Haben Priester ein Beichtprivileg?

zu 1) Für ein gegenseitiges Fehlerbekenntnis und Vergebung der Betroffenen untereinander sind keine priesterlichen Weihen nötig: a »Wenn aber Jakobus aus Meinem Geiste ein Sich-gegenseitiges-Sündenbekennen anempfiehlt, so ist darunter noch lange keine Beichte zu verstehen, sondern nur eine gegenseitige vertrauliche Mitteilung eigener Gebrechen und Schwächen, um dafür von dem stärkeren Freunde und Bruder ein recht stärkendes Gegenmittel im Geiste und in der Wahrheit zu bekommen. Sehet, dazu braucht jemand weder priesterliche noch exorzistische Weihen, und das Apostelamt selbst ist nur ein brüderliches Lehramt, aber kein hebräischer und heidnischer Gold-, Silber- und Edelgesteinpomp.« (a jl.erde.071,24)

zu 2) Das gegenseitige Bekennen von Fehlern soll heilenden und pädagogischen Zwecken dienen, nicht dem Machterwerb: a »Daß die Lehrer der Gemeinde sich im höchsten und reichsten Pompe zeigen sollten, hat Jakobus sicher nicht gemeint, da er den Gemeinden ein gegenseitiges Gebrechen- und Schwächenbekenntnis anriet; er wollte damit nebst dem ärztlichen Zwecke auch den der gegenseitigen Demütigung erreicht haben, daß sich nicht ein Bruder vor dem anderen wie der Pharisäer im Tempel hervortun, sondern dem demütigen Zöllner gleich sein sollte. Da ist also von keiner Beichte... die Rede«. (a jl.erde.071,25 f.)

zu 3) Was Jesus seinen Jüngern an Pflichten und Rechten übergab, gilt für alle Christen, nicht nur für Priester, Lehrer oder Missionare! Vor Gott haben Priester keine Privilegien. a »Wäre es nicht also, so dürfte der Laie ja auch das 'Vaterunser' nicht beten und sonst auch nichts tun, was im Evangelium zu tun geboten ist. Denn von Mir aus haben ja nur die Apostel und Jünger die Lehre und die Gebote erhalten. Ich aber habe nie zu den Aposteln gesagt: "Das tuet ihr besonders, und die Gläubigen dürfen es unter der strengsten Todsünde nicht tun!" - sondern allenthalben heißt es: "Das tuet!" - Und das gilt allen gleich, ob Boten oder Schüler! Denn "Einer ist euer aller Meister und Herr, ihr alle aber seid Brüder! An der Liebe aber wird man euch erkennen, ob ihr Meine Jünger seid." - So lautet es in der Schrift. (a jl.him2.320,02)
Wer das eine tun soll und tun muß, um das ewige Leben zu erreichen, der tue auch das andere! Denn wer das Wort, das Ich gelehrt habe, nicht völlig erfüllt, der ist wie eine Frucht, die mangels des starken Sonnenlichtes nicht zur gewünschten Vollreife gelangen konnte.« (jl.him2.320,03)


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