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Kapitelinhalt 49. Kapitel: Der Saturnring hat planetarische Beschaffenheit. Seine Achsendrehung und seine Zweckbestimmung.

Originaltext 1. Auflage 1855 durch Project True-blue Jakob Lorber

Text, Verseinteilung und Überschriften nach 4. Auflage 1969 Lorber-Verlag

01] Was die Gestalt, Größe und seine Theilung betrifft, ist schon gleich Anfangs gezeigt worden; und so bleibt uns für jetzt nur seine Tauglichkeit und seine Natur zu beobachten übrig.

02] Der Ring bildet für sich einen vollkommen kompakten, festen Weltkörper, der, was die Flächenräumlichkeit betrifft, den eigentlichen Planeten selbst um's Mehrfache übertrifft; und wie dessen Flächenraum größer ist, denn der des Planeten selbst, also ist auch sein körperlicher Inhalt stärker um's Mehrfache, denn der des Planeten selbst.

03] Ist er etwa vollkommen glatt, oder ist er auch gebirgig? Hat er auch Gewässer, und ist er mit atmosphärischer Luft umgeben?

04] Dieser Ring hat alle Bestandtheile eines Planeten; nämlich, er hat Berge, und das überaus hohe; er hat sogar große Seen und Flüsse, und ist allenthalben umgeben mit atmosphärischer Luft; nur ist das Wasser und die Luft auf dem Ringe viel leichter und feiner, denn auf dem eigentlichen Planeten selbst.

05] Also hat er auch eine Achsendrehung um den mit dem Planeten gemeinsamen Mittelpunkt, nur ist diese Drehung von der des Planeten verschieden, was da die Geschwindigkeit betrifft. Dieses ist näher betrachtet also zu verstehen: Wenn der Planet sich beinahe zweimal um die Achse dreht, hat der innere Ring, welcher eigentlich aus zwei Ringen besteht, die mit lauter eliptischen Sphären mit einander befestigt sind, sich kaum einmal um die Achse gedreht. Der mittlere Ring hat eine noch langsamere Drehung; der äußerste und der größte aber braucht zu seiner Umdrehung nahe einen Zeitraum von sieben Saturnustagen.

06] Ihr werdet hier fragen, warum denn diese verschiedene Geschwindigkeit in der Umdrehung? - Warum drehen sich denn die Ringe nicht alle gleich geschwind, und warum überhaupt nicht so geschwind, wie der Planet selbst? - Ihr müsset hier nur den Durchmesser eines und des andern Ringes betrachten. wie da einer den andern übertrifft; so wird euch auch leichtlich klar werden, warum da jeder Ring eine andere Bewegung haben muß.

07] Hätte z. B. Der innere Ring bei seinem viel größeren Durchmesser eine so schnelle Bewegung, wie der Planet selbst, so würde ihn diese Schnelligkeit ja offenbar zerreißen zufolge der Mittelpunktfliehkraft. Hätte der zweite Ring in seiner Bewegung die Schnelligkeit des ersten, oder gar die des Planeten, so würde ihn ebenfalls das Zerreißen treffen, und um so mehr den äußeren und größten. Also aber ist die Bewegung auf ein Haar abgewogen, bei welcher jeder Ring sich schnell genug bewegt, damit von ihm kein Theil zufolge der beständigen Wurfkraft in den Planeten herabstürzen kann; und dennoch ist die Bewegung eines jeden Ringes wieder in der gerechten Mäßigung, der zufolge kein Theil weder des einen noch des andern Ringes nach außen hinausgeschleudert werden kann, indem durch ebendiese gerecht gemäßigte Bewegung die Wurfkraft mit der jedem eigenthümlichen Anziehungskraft im beständig gerechtem Verhältnisse bleibt.

08] Das ist nun die auf der untersten Potenz stehende geregelte Naturmäßigkeit des Ringes. Nun kommt es zur zweiten Frage:

09] Wozu ist denn dieser Ring bei diesem Planeten gut? - Ist er denn wirklich, wie es schon so manche Gelehrte behauptet haben, nur eine Wunderlaune des Schöpfers, oder wenn es noch schlechter geht, entweder eine großartige Caprice der Natur, oder ist dem Schöpfer bei der Erschaffung dieses Planeten im Ernste der Faden ausgegangen, darum Er hat müssen ein angefangenes etwa gar großartig begonnenes Werk unvollendet stehen lassen, und die Ausführung des ganzen großen Planeten auf bessere Zeiten verschieben?

10] Ob da eines oder das andere der Fall ist, wird alsogleich die Folge zeigen. - Ihr habet schon bei der letzten Mittheilung vernommen, von welcher Art die Urgrundgeister dieses Planeten sind. Würde hier der Ring nicht alldort einen beständig die Hitze mildernden Schatten über gerade denjenigen Theil dieses Planeten abwechselnd bald mehr nördlich, bald mehr südlich verbreiten, allda sonst gerade die heiße Zone sich nothwendiger Weise erzeugen müßte, - so würde gar bald ein ganzes Sonnengebiet, ja am Ende sogar eine ganze Hülsenglobe erfahren, welcher Art, Macht, Kraft und Gewalt die Urgrundgeister eben dieses Planeten sind.

11] Durch diesen Ring aber wird sonach eine immerwährend gleich gemäßigte Zone in den Wohnländern des Planeten bewerkstelligt, und die Folge davon ist, daß die Urgrundgeister dieses Planeten sich nicht entzünden, und somit auch keine Verheerung in den Weltgebieten anzurichten im Stande sind.

12] Daß solches der Fall wäre, könnet ihr auch aus Dem abnehmen, daß die Saturnusbewohner selbst immerwährend in der großen Achtung und in dem pünktlichsten Gehorsam vor dem großen Geiste erhalten werden müssen, und wird ihnen aus dieser Ursache auch von der Liebe eben nicht zu viel geprediget, sondern nur so viel, daß sie dieselbe erkennen, aber dabei zu der höchsten Ehrfurcht vor derselben geleitet werden.

13] Aus diesem Grunde ist dort auch sogar die Gattenliebe und die Zeugung der Kinder also gestaltet, daß dabei das Gemüth der Menschen ja nie in eine heftige Regung geräth; und wird Alles nur geleitet und geschlichtet durch die größtmöglichste Demuth; welches Alles ihr bei der Darstellung des Menschen hinreichend werdet beobachtet haben.

01] Was die Gestalt, Größe und Teilung des Saturnringes betrifft, so ist dies alles schon gleich anfangs gezeigt worden. Und so bleibt uns für jetzt nur seine Tauglichkeit und seine Natur zu betrachten übrig.

02] Der Ring bildet für sich einen vollkommen kompakten, festen Weltkörper, der, was die Flächenräumlichkeit anlangt, den eigentlichen Planeten selbst ums Mehrfache übertrifft. Und wie sein Flächenraum größer ist, so ist auch sein körperlicher Inhalt ums Mehrfache stärker als der des Planeten selbst.


03] Ist er etwa vollkommen glatt, oder ist er auch gebirgig? Hat er Gewässer, und ist er mit atmosphärischer Luft umgeben?

04] Dieser Ring hat alle Bestandteile eines Planeten, nämlich - er hat Berge, und das überaus hohe; er hat sogar große Seen und Flüsse und ist allenthalben mit atmosphärischer Luft umgeben. Nur ist das Wasser und die Luft auf dem Ring viel leichter und feiner als auf dem eigentlichen Planeten.

05] Ebenso hat er auch eine Achsendrehung um den mit dem Planeten gemeinsamen Mittelpunkt, nur ist diese Drehung, was die Geschwindigkeit betrifft, von der des Planeten verschieden. Dieses ist so zu verstehen: Wenn der Planet sich beinahe zweimal um die Achse dreht, hat der innere Ring, welcher eigentlich aus zwei Ringen besteht, die durch lauter elliptische Sphären miteinander verbunden sind, sich kaum einmal um die Achse gedreht. Der mittlere Ring hat eine noch langsamere Drehung. Der äußerste und größte aber braucht zu seiner Umdrehung nahe einen Zeitraum von sieben Saturntagen.

06] Ihr werdet hier fragen, warum denn diese verschiedene Geschwindigkeit in der Umdrehung? - Warum drehen sich denn die Ringe nicht alle gleich geschwind, und warum überhaupt nicht so geschwind wie der Planet selbst? - Ihr müsset hier nur den Durchmesser eines und des andern Ringes betrachten, wie einer den andern übertrifft, so wird euch auch leichtlich klar werden, warum da jeder Ring eine andere Bewegung haben muß.

07] Hätte z.B. der innere Ring bei seinem viel größeren Durchmesser eine so schnelle Bewegung wie der Planet selbst, so würde ihn diese Schnelligkeit ja offenbar zufolge der Mittelpunkt-Fliehkraft zerreißen. Hätte der zweite Ring in seiner Bewegung die Schnelligkeit des ersten oder gar die des Planeten, so würde ihn ebenfalls das Zerreißen treffen, und um so mehr den äußeren und größten. Also aber ist die Bewegung genauestens abgewogen, indem jeder Ring sich schnell genug bewegt, damit von ihm zufolge der beständigen Wurfkraft kein Teil in den Planeten herabstürzen kann. Und dennoch ist die Bewegung eines jeden Ringes wieder in der gerechten Mäßigung, derzufolge kein Teil weder des einen noch des andern Ringes nach außen hinausgeschleudert werden kann, in dem durch ebendiese gerecht gemäßigte Bewegung die Wurfkraft mit der jedem Ringe eigentümlichen Anziehungskraft im beständig gerechten Verhältnis bleibt.

08] Das ist die auf der untersten Potenz stehende geregelte Naturmäßigkeit des Ringes. - Nun kommt es zur zweiten Frage:

09] Wozu ist dieser Ring bei diesem Planeten gut? - Ist er denn wirklich, wie es schon so manche Gelehrte behauptet haben, nur eine Wunderlaune des Schöpfers oder, wenn es noch schlechter geht, ein großartiger Einfall der Natur. Oder ist dem Schöpfer bei der Erschaffung dieses Planeten im Ernst der Geist ausgegangen, darum Er hat müssen ein angefangenes, etwa gar großartig begonnenes Werk unvollendet stehen lassen und die Ausführung des ganzen großen Planeten auf bessere Zeiten verschieben?

10] Ob da eines oder das andere der Fall ist, wird die Folge zeigen. - Ihr habt schon bei der letzten Mitteilung vernommen, von welcher Art die Urgrundgeister dieses Planeten sind. Würde der Ring nicht einen beständig die Hitze mildernden Schatten über gerade denjenigen Teil dieses Planeten abwechselnd, bald mehr nördlich, bald mehr südlich, verbreiten, wo sonst gerade die heiße Zone sich notwendigerweise erzeugen müßte - so würde gar bald ein ganzes Sonnengebiet, ja am Ende sogar eine Hülsenglobe erfahren, welcher Art, Macht, Kraft und Gewalt die Urgrundgeister eben dieses Planeten sind.

11] Durch diesen Ring aber wird eine immerwährend gleich gemäßigte Zone in den Wohnländern des Planeten bewerkstelligt. Und die Folge davon ist, daß die Urgrundgeister dieses Planeten sich nicht entzünden und somit auch keine Verheerung in den Weltgebieten anzurichten imstande sind.

12] Daß solches der Fall wäre, könnt ihr aus dem abnehmen, daß die Saturnbewohner selbst immerwährend in der größten Achtung und in dem pünktlichsten Gehorsam vor dem Großen Geiste erhalten werden müssen. Es wird ihnen aus dieser Ursache auch von der Liebe eben nicht zu viel gepredigt, sondern nur so viel, daß sie dieselbe erkennen, aber dabei zu der höchsten Ehrfurcht vor derselben geleitet werden.

13] Aus diesem Grunde ist dort auch sogar die Gattenliebe und die Zeugung der Kinder so gestaltet, daß dabei das Gemüt der Menschen ja nie in eine heftige Regung gerät. Und alles wird nur durch die größtmögliche Demut geleitet und geschlichtet, welches alles ihr bei der Darstellung des Menschen hinreichend werdet beobachtet haben.

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