Jakob Lorber: 'Kindheit und Jugend Jesu'

238. Kapitel: Der letzte gute Fisch bedeutet die Liebe des Herrn und Seine große Gnade - in dieser letzter Zeit. Die Bewohner der Sonne gleichfalls zu Kindern Gottes bestimmt. Eine Herde unter dem Einen guten Hirten. (25.06.1844)

01] Joseph aber sprach darauf zu Jakob: »Du hast im vollsten Sinne im Namen des Herrn großweise geredet, obschon ich, wie wir alle, das noch nicht zu fassen imstande sind, was du geredet hast.
02] Da ich aber dessenungeachtet die Weisheit Gottes in dir erkenne,
03] und wir alle am Ende einen herrlichen und gar überaus wohlschmeckend zubereiteten Fisch auf unseren Tisch bekamen,
04] so möchte ich denn auch das von dir erörtert haben, was denn am Ende dieser edle gute Fisch bedeutet.
05] Sicher wird dir der Herr auch das enthüllen, das da gut ist,
06] da Er dir ehedem enthüllt hat, was da schlecht ist und sein wird für alle Welt.«
07] Und Jakob sprach darauf: »Lieber Vater Joseph, das steht ja nicht bei mir, sondern allein beim Herrn.
08] Ich bin nur ein mattes Werkzeug des Herrn und kann nur dann reden, wenn mir der Herr die Zunge löset.
09] Darum verlange nicht von mir, das ich nicht habe und dir's darum auch nicht zu geben vermag,
10] sondern wende dich darob an den Herrn; so Er es mir geben wird, dann sollst auch du es also gleich bekommen ganz ungetrübt!«
11] Hier wandte sich Joseph sogleich heimlich an das Kindlein und sprach:
12] »Mein Jesus, laß mich auch die Bedeutung des guten Fisches erfahren!«
13] Das Kindlein aber sprach: »Joseph, du siehst ja, daß Ich mit Meinem Fische noch nicht völlig fertig bin; also warte nur ein wenig noch!
14] Cyrenius ist ja auch noch lange nicht fertig mit seiner Mahlzeit; daher haben wir noch eine halbe Stunde Zeit,
15] und in dieser Zeit läßt sich noch sehr vieles abmachen, beraten und beschließen.«
16] Darauf aber wandte Sich das Kindlein zu Jakob und sprach zu ihm:
17] »Jakob, dieweil Ich dies Mein Stückchen Fisch verzehren werde, kannst du ja gleichwohl reden, was dir in den Mund kommen wird.«
18] Darauf kiefelte (nagte) das Kindlein wieder an Seinem Fische, und Jakob begann sogleich also zu reden:
19] »Dieser letzte gute Fisch bedeutet die Liebe des Herrn und Seine große Gnade, die Er in den Zeiten, in denen alles sich über den Abgründen des ewigen Todes befinden wird, den Menschen wird zukommen lassen.
20] Aber zuvor werden die Köche ein tüchtiges Gericht zu bestehen haben.
21] Erst nach einem solchen Gerichte wird jene Zeit kommen, von der schon der Prophet Jesaias geweissagt hat. (Jesaja.19 u. Jesaja.66: erstes beschreibt das vorangehende Gericht und letztes die Liebe und Gnadenzeit des neuen Jerusalem, welches ist der gute Fisch, Anm. J. Lorbers)
22] Und diese Zeit wird dann bleiben auf der Erde und wird von ihr nicht genommen werden fürder, und da wird die Erde eins werden mit der Sonne,
23] und ihre Bewohner werden bewohnen die großen Lichtgefilde der Sonne und werden leuchten wie sie.
24] Und der Herr wird allein Herr sein, und Er wird Selbst ein Hirte sein, und alle die leuchtenden Bewohner werden eine Herde sein!
25] Und also wird die Erde bestehen ewig, und ihre Bewohner ewig, und der Herr wird ewig sein unter ihnen - ein Vater Seinen Kindern von Ewigkeit!
26] Da wird kein Tod mehr sein; wer da leben wird, der wird leben ewig, und wird nimmer den Tod sehen! Amen.«
27] Hier wird Jakob wieder still; die ganze Gesellschaft aber ward ganz stumm vor Bewunderung über diese große Weisheit Jakobs; nur das Kindlein sprach am Ende: »Und so bin Ich auch mit dem Fische fertig geworden; daher auch da: Amen!«


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