Jesus Christus: 'Himmelsgaben', Band 3, S. 376


Kapitelinhalt Über den Evangelisten Lukas - sein Evangelium und seine Apostelgeschichte (07.04.1864)

   01] Ich kenne deine vier Punkte, über die du eine nähere Auskunft haben möchtest, und so will Ich dir auch in möglichster Kürze etwas darüber sagen.
   02] Was den Evangelisten Lukas anbelangt, so habe Ich dir bei verschiedenen Gelegenheiten schon ohnehin dies und jenes gesagt.
   03] Was sein Evangelium anbelangt, so ist es von ihm eine Datensammlung, welche Daten ihm durch sein Forschen sowohl in als um Jerusalem über Mich und Meine Taten und Lehren durch verschiedene Menschen in seine Erfahrung gekommen sind. Er selbst hat sie hernach nach seiner Art und Weise geordnet und also in Kapitel und Verse eingekleidet, wobei er sich ganz natürlicherweise nicht an die Zahl der Kapitel und Verse eines andern Evangelisten hat binden können, daher bei ihm so manches in einem ganz andern Kapitel und Verse vorkommt, als wie bei den andern Evangelisten, was ein jeder von euch leicht beim Vergleiche der angezeigten Parallelstellen erfahren kann.
   04] Was seine Persönlichkeit anbetrifft, so war er ein Formenmaler und Zeichner (Dessinateur), mit welchen Produkten seiner Hand er die Weber, Tuch- und Teppichmacher versehen konnte; auch die Zeichnungen der jüdischen Schals und Vorhänge rührten häufig von seiner Hand her. Danebst war er auch ein Schriftenmaler und auch Schreiber (Kalligraph), besonders so jemand etwas vollkommen schön und regelmäßig geschrieben haben wollte. Er verstand und sprach griechisch, lateinisch und hebräisch und konnte zur Not auch in den andern Sprachen, die um Judäa herum gang und gäbe waren, sich mitteilen und verständlich machen.
   05] Zudem war er, wie es dergleichen mehrere Menschen gibt und gegeben hat, ein erpichter Neuigkeitskrämer und erkundigte sich daher um alles, was besonders zu Meiner Zeit geschah und unter den Menschen viel Redens und Aufhebens machte, und hatte seine Freude daran, den vielen neugierigen Menschen, mit denen er im Verkehr stand, über etwas außerordentliches Neues erzählen zu können, wobei er durchaus keinen Eklektiker (streng auserwählter Prüfer) machte, sondern ihm war das nächste beste recht, wenn es nur den Schein von etwas Außerordentlichem hatte.
   06] In der ersten Zeit, besonders bei seinem Erzählen, ist auch vieles besonders in Ermangelung wirklicher Daten auf seinem eigenen Grund und Boden gewachsen. Erst in der Zeit, als der Apostel Paulus Mein Wort in Griechenland hie und da gepredigt hatte, ward er von seinem Freunde Theophilus, der auch in Griechenland wohnte, ernstlich aufgefordert, über Mich verläßliche Erkundigungen einzuziehen, sie aufzuzeichnen und sie ihm dann zu übersenden, denn er, Theophilus, habe über den gewissen Nazaräer sowohl von seiten der Juden als auch der Griechen so Verschiedenartiges gehört, daß er daraus nicht klar werden könne, was so ganz Eigentliches an diesem Menschen sei - ist er entweder ein überirdisches Wesen oder gleich nur so ein in mannigfacher Weisheit aus den Büchern wohlerfahrener Mensch.


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