Jesus Christus: 'Himmelsgaben', Band 3, S. 373


   17] Also finden sich auch noch im oberen Syrien einige von Mir besuchte Orte vor; allein auf diese haben die Menschen darum kein Augenmerk geworfen, weil sie ihnen erstens zu entlegen sind, und fürs zweite in den gegenwärtigen vier Evangelien namentlich gar nicht vorkommen.
   18] Und somit kannst du mit Meiner Benennung der Orte von ganz Palästina vollkommen beruhigt sein; denn Ich habe sie eben der schon vorausgesehenen Abgötterei wegen aus dem Dasein derart völlig hinweggewischt, daß in dieser Zeit keine nur annähernde Spur mehr von ihnen vorhanden ist.
   19] Das richtigste ist noch die Benennung des Kisjontales an der Karawanenstraße, die einst von Damaskus über Kapernaum nach Tyrus und Sidon führte. Aber dieses Tal, das einst knapp am Galiläischen Meere sich befand, befindet sich jetzt mindestens drei bis vier Stunden davon entfernt und ist eine gänzlich unfruchtbare Sandsteppe.
   20] Ebenso steht es mit der Ebalbai und dem Ebaltale, wo sich dereinst der Flecken Genezareth befunden haben soll; es ist nun eine ziemlich weitgedehnte Sandwüste und vom Spiegel des Galiläischen Meeres nahe zwei Stunden entlegen. Zu Meiner Zeit hatte dieses Meer dort einen Abfluß, und zu den Zeiten der Kanaaniter war das ein Hauptabfluß des Jordans, und wo er jetzt abfließt, war in jener alten Zeit nur ein Bach. In den späteren Zeiten wurde dieses alte Jordantal derart durch die Erdrevolutionen, die in dieser Gegend sehr häufig vorkamen, verlegt und verrammt, daß es in der Jetztzeit wohl keinem Reisenden und Forscher nur im entferntesten Sinne einfallen könnte, daß da einst der Jordan sein Bett hatte. Zu Meiner Zeit war dieses Tal noch mehr frei, und es ging ein Arm des Jordans durch das Tal; allein durch die großen Erdbeben und Erdrevolutionen nach Mir ging jede Spur davon verloren.
   21] Durch solche Erdrevolutionen aber hat namentlich in der Gegend des Galiläischen Meeres, und zwar das Becken dieses Meeres selbst, an manchen Stellen eine mehr als 200 Klafter tiefere Immersion (Senkung) erfahren, und so ist der See denn auch seiner Oberfläche nach kleiner geworden, und der Jordan mußte sich dort seinen Hauptabfluß schaffen, wo ihm die Erdrevolutionen ein weiteres Tor aufgemacht haben. In den ungefähr tausend Jahren nach Mir ist das ganze Jordantal bis zu seiner Ausmündung ins Tote Meer im ganzen bei hundert Fuß eingesunken, und so auch das Tote Meer selbst, und man kann jetzt nicht leichtlich mehr sanften Ufers zu diesem Meere gelangen, welches jetzt von sehr hohen und steilen Felsenklippen ordentlich strotzt, so daß man nur an sehr wenigen Stellen zur Betrachtung dieses leblosen Meeres, das ungefähr die dreifache Größe des Bodensees hat, gelangt.


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