Jesus Christus: 'Himmelsgaben', Band 3, S. 359


   15] So für euch in den Evangelien noch irgend etwas scheinbar Widersprechendes sich findet oder sich vorfinden sollte, so wendet euch darob an Mich, und Ich werde es euch erklären, so wie Ich es euch bis jetzt liebewillig erklärt habe. Ich meine aber, daß ihr darin nicht viel Anstößiges mehr finden werdet; denn vieles ist bereits schon im ,Johannes' erklärt, und das am meisten für alle Gelehrten dieser Welt Anstößige kann Ich euch jetzt erklären.
   16] Ich werde aber in dieser Zeit noch ganz kuriose Weltgelehrte über Mich losziehen lassen. Ich mache euch darum darauf aufmerksam, auf daß ihr euch an ihren Schriften nicht stoßen sollet, so sie euch zu Gesichte kommen werden; denn Ich lasse solches zu, um der heidnischen Pfafferei allseitig ein Ende zu machen. Denn wenn ihr Salvator mundi zunichte gemacht wird, was werden sie selbst dann sein und ihre kirchlichen Einrichtungen? Am Ende nichts Weiteres mehr als sich zahlen lassende Totengräber; und bei denen wird es dann gelten: Lasset den Toten durch die Toten begraben, ihr Lebendigen aber folget Mir nach! Amen.

Kapitelinhalt VI. Drei Fragen über Schrifttexte (01.04.1864)

Über die drei Anstände:

Über den a Walfisch des Propheten Jona, b über den Menschen ohne hochzeitliches Kleid bei dem von Mir veranstalteten Gastmahle, und über den c flüchtigen Jüngling bei der Gelegenheit Meine Gefangennehmung am Ölberg im Garten Gethsemane. (a Mt.12,40; b Mt.22,11 f.; c Mk.14,51 f.)

Über den Walfisch des Propheten Jona (Mt.12,40)
   01] Was den Walfisch betrifft, so hat es damit seine naturhistorische als auch geistige Richtigkeit; denn es muß da sowohl das eine wie das andere richtig sein, da ohne diese Richtigkeit oder ohne die naturhistorische Unterlage das Geistige keine Entsprechung hätte. {Mt.12,40}
   02] Um aber den naturmäßigen Teil zu verstehen, muß man wissen, daß es in jener Zeit, besonders in dem Mittelmeere, eine Art Riesenfische gegeben hat, die von einigen, namentlich den Ägyptern, den Namen Leviathan und bei den Altgriechen zu den Zeiten des bekannten Schriftstellers Herodot den Namen Phalos hatten. Diese Fischgattung, von welcher auch im Buche Hiob die Rede ist, ist bald nach dem Durchbruche des Meeres (bei Gibraltar) gänzlich aus diesem Meere verschwunden und dann im Atlantischen Ozean durch dessen gewaltige Meeresströmungen nach Süden hin verschleppt worden, wo sie dann zum größten Teil in den kalten Gewässern gleich andern großen Festlandstieren vollends zugrunde gegangen ist.


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