Jesus Christus: 'Himmelsgaben', Band 3, S. 314


Kapitelinhalt Zum Verständnis der Entsprechungen zwischen der Natur- und Geisterwelt (20.04.1858)

. ('Dieser Unterweisung durch den Herrn ging eine Mitteilung eines höheren Geistwesens (L. Haiela) an Jakob Lorber voraus. Jakob Lorber war, wie Emanuel Swedenborg, die Geisterwelt hör- und sichtbar erschlossen. Wohl auf Bitte Lorbers zeigt nun hier der Herr Selbst anhand einer Reihe einfacher und klar verständlicher Beispiele, wie durch Entsprechungen zwischen der Natur- und Geisterwelt ein Zusammenhang besteht und auf dem Wege der Entsprechungen dem Erdenmenschen mittels Gedanken und Gefühlen oder durch Träume, Zeichen und Ahnungen usw. Kunde und Hilfe aus der reinen Geistwelt zukommen kann.)

   01] Es ist in dieser Zeit etwas schwer - selbst für jemand, der in allen möglichen Wissenschaften wohlbewandert ist, eine solche Theorie aufzustellen, durch die der Begriff Entsprechung ihm vollends klargemacht werden könnte, weil die einst gar sehr hohe und von den Alten sogar für heilig gehaltene Wissenschaft der Entsprechungen ganz verlorengegangen ist, so wie die Lesung der Hieroglyphen und der Keilschrift.
   02] Ich will euch denn anstatt einer immerhin schwer zu verstehenden Theorie die Sache ganz einfach durch ein paar leicht faßliche Beispiele erörtern, und die Theorie wird sich dazu schon von selbst leicht finden lassen.
   03] Es heißt in einem Diktate: "Man suche leicht zu findende Entsprechungen und löse durch sie die (instinktartigen) Urteile auf!" - Nun seht, das geht also: Jemand aus euch, entweder ruhend in seinem Wohnzimmer oder irgendwohin im Freien mit oder ohne Geschäfte wandelnd, bekommt plötzlich einen Gedanken, als ginge er einem großen Berge zu, der bis über seine halbe Höhe sehr dicht bewaldet und am Füße mit allerlei Gestrüpp umwachsen ist. Hoch über dem Wald aber ersieht er dennoch Bergbauerngehöfte und Äcker und Wiesen und über diesen hoch erst mächtige steile Felsenspitzen und - zacken, studiert und sucht aber dann auch gleich irgendwo einen möglich guten Aufweg durch das Gestrüpp und durch den dichten Wald.
   04] Er umgeht mit seinem Gedanken den ganzen Berg bald, findet aber nirgend etwas von einem Aufwege, wird dadurch ordentlich gedankenmißmutig und läßt bald den ganzen Gedanken fahren, obwohl dieser so noch teilweise wieder auftaucht wie ein im Erlöschen begriffenes Lampenlicht, wenn das Öl schon auf den letzten Tropfen steht. Seht nun! Diesen Gedanken oder vielmehr dieses recht lebhafte Gedankenbild hat der Seele ein jenseitiger höherer Geist gleichsam in den Weg gelegt. Was fühlt die Seele aber dabei? - Sicher eine Art Unbehaglichkeit, ganz ähnlich mit jener bei einem wichtigen, aber mit einer Menge schwer zu überwindenden Schwierigkeiten verbundenen Vorhaben (verbundenen Vorhaben" ist eine Ergängzung). Und eben dieses unbehagliche drückende Gefühl ist schon das gewisse instinktartige Urteil, das durch die leicht und bald zu findende Entsprechung also aufgelöst werden kann:


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