Jesus Christus: 'Himmelsgaben', Band 3, S. 289


Kapitelinhalt Stärkung der Nerven (17.07.1849)

Auf die Anfrage des C. L.

   01] Der betreffende Lebensdüsterling ist zufolge seiner zu übertriebenen mit der Ehre seines Standes im Verbande stehenden Gewissenhaftigkeit in seinen innersten Seelenverbandsnerven geschwächt worden. Diese Nerven, die die Seele gewisserart umhüllen und sie vor den zu nackten Eindrücken von seiten der Außenwelt schützen, können ihr nun keinen kompletten, sondern nur einen partiellen Schutz bieten, daher sie denn auch bald in einer, bald wieder in einer andern Lebensbeziehung von außen her notwendig zu heftig berührt wird.
   02] Solch eine zu wenig durch besagte Nerven bedeckte und gedämpfte Berührung vibriert dann in der äußerst erregbaren Seele oft Tage, ja oft sogar Wochen und Monate lang fort, und zwar in derselben Vibrationsform, in der sie zuerst erregt wurde. Diese Vibration versetzt aber dann auch alle andern normalen, aber natürlich schwächeren Eindrücke von der Außenwelt in ein verworrenes unbestimmtes Mitbeben, aus welchem Grunde dann die Seele in jeder ihrer sonst ganz geordneten Lebensbeziehungen und jedem Verhältnisse beinahe geradeso beunruhigt wird wie das Auge, so es auf den Grund eines noch so reinen Wassers schaut, wenn dessen Oberfläche von allerlei Kreuz- und Querwellen durchfurcht wird.
   03] Das Auge erschaut da wohl auch noch Gegenstände auf dem Grunde, kann aber nimmer mit Bestimmtheit entnehmen, was die Gegenstände sind, weil ihre eigentliche Form durch zu starke und zu unbeständige Strahlenbeugungen zu sehr zerrissen und verunstaltet zu dem sorglich spähenden Auge gelangt. Oft wird da durch die Konvexierung (konvex = nach außen gewölbt)des obersten Wasserspiegels ein kleines Steinchen zu einem Kolosse, oft wieder durch Konkavierung (konkav = nach innen gewölbt) des Wasserspiegels ein ganzer Fels zu einem kaum faustgroßen unförmlichen Klumpen.


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