Jesus Christus: 'Himmelsgaben', Band 3, S. 254


Kapitelinhalt Noch einiges von der Menschen mehrfacher Klage (Voraus ging die Kundgabe vom 14.06.1847 (,Törichte Klagen' jl.him2.356 ff)(15.06.1847)

   01] Besonders viel wird heute über die römisch-katholische Kirche geklagt, und vielseitig wird ihre endliche gänzliche Niederlage erwartet und das Aufhören ihres Wirkens, ihres Götzentumes und ihres gesamten finsteren Getriebes. - Der eine hält ihr die Geschichte vor die Nase und zeigt ihr alle die Millionen Greuel aus allen Zeiten, die sie allorts durch ihre Pfaffen verübt hat. Ein anderer hält ihr die ganze Bibel weit geöffnet unters Gesicht und beweist ihr haarklein mit hundert Texten, daß ihr Papst noch weniger von Petrus abstamme als der chinesische Kaiser von der Sonne, und daß er linea recta (direkt, in gerader Linie) statt Christi Stellvertreter nur ein Stellvertreter des Drachen sei und zeigt ihm mathematisch auf Jahr, Tag und Stunde seinen sicheren Untergang. Und wenn die Zeit kommt und das Jahr verstreicht und der Tag und die Stunde und der Drache Babels will noch nicht zur Hölle fahren, da ist entweder die Rechnung unrichtig oder die Offenbarung Johannis ist schlecht übersetzt - oder ist gar nicht authentisch - oder nur ein finsterer Auszug aus den alten Propheten - oder die ganze Bibel ist ein pures halb moralisches, halb altpolitisches Werk, das in diese neuen aufgehellten Zeiten nicht mehr passe. Andere wieder verdammen bloß die Zeremonie und billigen die sonstige Einrichtung dieser Weltkirche. Einigen sind die Mönche ein Dorn im Auge, anderen bloß die sogenannten Jesuiten, wieder anderen der lateinische Ritus, andere verfluchen den Zölibat und wieder andere die Ohrenbeichte, und ein jeder etwas anderes. Alle aber wünschen zum Teile heimlich und zum Teile öffentlich, daß es mit dieser Hure bald ein Ende nehmen möchte!
   02] Aber nichtsdestoweniger will sie einmal ein so vielseitig erwünschtes Ende nehmen, sondern besteht immer fort und fort wie zum ärgernisvollsten Trotze aller ihrer stets mehr werdenden Feinde und allerunbarmherzigsten Richter. Ich aber sage: Nicht nur Rom, sondern jede äußere Kirche ist schlecht, wenn sie das Heil nur in die Äußerlichkeit setzt und nicht bedenkt, daß Mein Reich nicht von dieser Welt, sondern von einer ganz anderen Welt ist, und daß die rechte Kirche nur im Menschenherzen und sonst nirgends anzutreffen ist, durch die allein, alles andere ausschließend, der Mensch zum ewigen Leben seines Geistes gelangen kann. Für jede andere bloß äußere Weltkirche, ob römisch oder protestantisch oder griechisch, aber gilt ohnehin für ewig, was Ich im 51. Kapitel, Verse 36 - 39, des Propheten Jeremias vorausgesagt habe, und das ganz besonders durch die oben angeführten vier Verse des 51. Kapitels, allda es lautet:


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